Bettina Köster ist tot. Am 16. März 2026 starb Bettina Köster im Alter von 66 Jahren im italienischen Capaccio Paestum. Mit ihr verliert die Szene eine Stimme, die nie laut sein musste, um alles zu sagen. Als prägende Kraft von Malaria! stand sie für einen Sound, der kälter, reduzierter und kompromissloser kaum sein konnte. Keine großen Gesten, keine offensichtlichen Hooks – stattdessen diese eigentümliche Mischung aus Distanz, Dringlichkeit und Kontrolle. Ihre Stimme: mehr gesprochen als gesungen, mehr Zustand als Performance.
Und dann ist da dieser eine Song: „Kaltes klares Wasser“. Ein Stück wie ein stiller Sog – monoton, kühl, fast regungslos. Und gerade deshalb so eindringlich. Kein klassischer Höhepunkt, kein Ausbruch. Nur Spannung, die bleibt. Was Anfang der 80er im Westberliner Umfeld entstand, war kein kalkulierter Stil, sondern Ausdruck einer Zeit. Grau, kantig, ungeschönt. Heute wirkt vieles davon wie ein fernes Echo – und gleichzeitig erstaunlich aktuell. Ganze Genres wie Darkwave oder Cold Wave tragen bis heute diese Handschrift in sich. Mit ihrem Tod verliert die Musik eine eigenständige Stimme – und ein Stück künstlerischer Konsequenz, das bis heute nachwirkt.
Bettina Köster (1959–2026) – Die Stimme von Malaria! ist verstummt
Dodssang Tempel - Revelations 8: 7-12
Oha. Wenn man schon liest, dass das Mastering von 'Henrik Nordvargr Björkk' übernommen wurde, werde ich grundsätzlich hellhörig. Nicht, weil ich mir dann besonders audiophilen Wohlklang erwarte – ganz im Gegenteil. Sondern weil dieser Mann seit Jahrzehnten genau für das steht, was man getrost als musikalische Grenzerfahrung bezeichnen kann. Ob mit 'Mz.412', seinem Solo-Projekt 'Nordvargr' oder unzähligen Kollaborationen im Industrial- und Ritual-Umfeld: Hier geht es selten um Songs – und fast immer um Zustände. Um Dunkelheit, Druck, Spiritualität in ihrer unangenehmsten Form. Wenn dieser Name ...
Dirk Serries - Infinite And Unbound
Mit 'Dirk Serries' spricht man über einen Künstler, der sich seit über vier Jahrzehnten konsequent jeder klaren Schublade entzieht – und genau das macht ihn so faszinierend. Angefangen hat alles in den frühen 1980ern unter dem Namen 'Vidna Obmana' in der belgischen DIY-Industrial-Szene, irgendwo zwischen Tape-Underground, Klangexperiment und kontrolliertem Chaos. Was folgte, ist – und das meine ich ganz ehrlich – eine Entwicklung, die man so wohl nur selten sieht: vom harschen Industrial hin zu immer feineren, atmosphärischen Klangwelten, die schließlich im Ambient- und Drone-Bereich ihre ganz...