Die gute Nachricht zuerst: Am 19. September ist die Welt wieder ein bisschen schmutziger, lauter und gleichzeitig bunter, denn die Black Lips melden sich mit ihrem neuen Album Season Of The Peach (Fire Records) zurück. Und wer die Band kennt, weiß: Was bei anderen als „Konzeptarbeit“ verkauft wird, ist hier eine 40-minütige Achterbahnfahrt zwischen Garagenstaub, verkaterten Countryhymnen, Pop-Melodien mit Knacks im System und psychedelischem Western-Soundtrack. Drei Jahre nach dem irrlichternden Apocalypse Love stapfen die Herren jetzt noch tiefer in die Untiefen des Rock’n’Roll – diesmal allerdings auf analogem Band in Drummer Oakleys frischgebautem Catskills-Studio. Ja, richtig gelesen: kein urbaner Beton, sondern Landluft, Bäume, Eichhörnchen – und jede Menge Verstärker.
Season Of The Peach ist so etwas wie eine Zeitmaschine, die frühere Black-Lips-Energie mit einer Prise Songwriter-Experiment verbindet. Da stolpert „Wild One“ wie Ennio Morricone nach einer durchsoffenen Nacht, „Tippy Tongue“ lässt die Shangri-Las und Ronettes auferstehen, nur dass Jayne/Wayne County durchs Bild spukt und Buddha Records aus dem Jenseits applaudiert. „Kassandra“ wiederum reitet auf Gitarrenlinien, die sich irgendwo zwischen Chocolate Watchband und Zappa die Hand geben, während „Zulu Saints“ den Country in beschwingte Honky-Tonk-Gefilde prügelt. Und zum Schluss spaltet sich die „Illusion“ in zwei Teile – ein Finale, das zwischen resignierter Bar-Melancholie und der simplen Erkenntnis pendelt, dass man den Himmel zwar anpeilen kann, er aber in Wahrheit nur eine Fata Morgana bleibt.
Die Band selbst nimmt das Ganze gewohnt lakonisch. „Wir versuchen einfach zu rocken und eine gute Zeit zu haben“, sagt Jared. Oakley ergänzt: „Hoffentlich ist in dieser beschissenen Welt noch Platz dafür.“ Keine falsche Bescheidenheit: mit 14 Tracks voller Schrammel-Manien, Pop-Schlenkern und staubigen Americana-Fragmenten setzen Black Lips wieder einmal ihren „Außenseiter-Normalo“-Stempel auf die Musikgeschichte. Und weil Platten alleine noch niemanden schwitzend nach Hause geschickt haben, gehen die Black Lips im Frühherbst auf Tour. Berlin darf sich schon mal auf den 9. September im Bi Nuu (Nachtclub in Berlin) freuen – passenderweise noch vor der Albumveröffentlichung. Wer sich traut, sollte hingehen: Es könnte laut, chaotisch und verdammt spaßig werden.
Berlin im September: Black Lips touren vor Albumrelease
Kapverden meets Club: Val Xalino und Acid Pauli tanzen uns heiß
Manchmal fallen Veröffentlichungen wie reife Mangos vom Baum – süß, saftig und voller Sonne. Genau so ein Leckerbissen ist schon am 29. August 2025 erschienen: Dançá Dançá T’Manchê (Acid Pauli Mixes), ein musikalischer Cocktail aus den Händen von Val Xalino und Acid Pauli. Während draußen der Sommer schon langsam seine letzten warmen Drinks serviert, legt Acid Pauli nochmal einen tropischen Beat an den Poolrand, der nach Palmen, Salzluft und verschwitzten Tanzflächen riecht.
Von Rom nach Tokio: Vacua feiern Black-Metal-Geburtsstunde mit Mater
Es wird kalt in Rom – und das liegt diesmal nicht an einem spontanen Wintereinbruch oder Papstbesuch, sondern an 'Vacua'. Die italienische Black-Metal-Formation schiebt am 7. November 2025 ihr erstes vollwertiges Album Mater in die Welt hinaus – und das nicht etwa über ein heimisches Label, sondern via Hidden Marly Production aus Japan. Globalisierung kann eben auch klingen wie ein eisiger Windstoß durch die Katakomben.Wer das selbstbetitelte Debüt-EP aus Dezember 2023 noch im Ohr hat, weiß: Das war ziemlich roh, lo-fi und mit Dungeon-Synth-Outro wie aus einer Pixelhölle der 90er. Mit Mater zi...