Das Archivpersonal hat frei. Deshalb mussten wir selbst hinein und prompt passierte, wovor man uns gewarnt hatte: Wir blieben an „Great Industrial Love Affairs“ hängen und kamen mit einem vollständigen Review zurück. Für diesen Rückblick mussten wir nichts neu erfinden: „Great Industrial Love Affairs“, das Datum und das damalige Urteil waren bereits da. Hinzu kommt lediglich die Distanz von 25 Jahren. Keine bedingungslose Liebeserklärung, aber eine stabile Beziehung mit guten Zukunftsaussichten: 4 Sterne vergab die Redaktion.
Damit nicht nur wir über die Vergangenheit reden, darf sie kurz selbst zu Wort kommen:Eigentlich war dieses Album zunächst nur für einen kurzen News-Beitrag auf der Hauptseite vorgesehen.
Gerade der Abstand macht die Sache interessant. Er verwandelt eine schnelle Reaktion von damals in Material für eine ruhige zweite Betrachtung. Beim Wiederlesen fällt nicht nur die Bewertung auf. Auch Wortwahl, Gewichtung und Erwartungen erzählen etwas über den Zeitpunkt, an dem der Text entstand. Die zweite Begegnung mit „Great Industrial Love Affairs“ muss nicht beim Erinnern bleiben. Der ursprüngliche Text steht bereit und das Album lässt sich mit frischen Ohren danebenlegen. Den alten Worten eine neue Chance geben.