'Grendel' melden sich mit „Dominion“ aus dem elektronischen Untergrund

Grendel melden sich mit Dominion...

Sieben Jahre sind in der elektronischen Musik eine kleine Ewigkeit. Genug Zeit, um mehrere neue Subgenres zu erfinden, sie anschließend für tot zu erklären und schließlich unter leicht verändertem Namen wiederzuentdecken. 'Grendel' haben diesen Teil elegant übersprungen und sich stattdessen einfach mit neuer Musik zurückgemeldet: Seit dem 14. September 2026 ist die Single „Dominion“ erhältlich.

Das ist bemerkenswerter als eine gewöhnliche Veröffentlichung vermuten lässt. Das bislang letzte Studioalbum „Ascending The Abyss“ erschien bereits im Juli 2019. Danach blieb es auf Tonträgerseite auffällig ruhig um die von JD Tucker gegründete Formation. Zwar tauchte der Name 'Grendel' zwischenzeitlich bei Remixen und Kooperationen auf – zuletzt Anfang 2026 gemeinsam mit 'Antibody' bei „The Ranidae“ –, doch „Dominion“ ist der erste vollständig neue eigene Titel seit mehr als sieben Jahren. Andere Bands nennen so etwas Pause. In der Verwaltung wäre vermutlich bereits ein Antrag auf Wiederinbetriebnahme erforderlich.

Mit 4:20 Minuten Spielzeit fällt die Rückkehr erfreulich kompakt aus. Musikalisch bewegt sich „Dominion“ im vertrauten Grenzgebiet zwischen Electronic Body Music, Industrial, Synthpop und clubtauglicher Elektronik. Der Titel klingt dabei nicht nach vorsichtigem Anklopfen, sondern gleich nach Übernahme der Hausordnung. Schließlich bedeutet „Dominion“ nicht zufällig Herrschaft oder Kontrolle – für ein schüchternes Comeback wäre „Mal wieder vorsichtig vorbeischauen“ allerdings auch ein ausgesprochen schlechter Songtitel gewesen. Ob die Single lediglich ein überraschendes Lebenszeichen bleibt oder den Auftakt zu einem neuen Album bildet, haben 'Grendel' meiner Info nach bislang nicht verraten. Eine EP oder ein konkreter Albumtermin wurde noch nicht angekündigt. Nach sieben Jahren Veröffentlichungspause darf man „Dominion“ dennoch als deutliches Signal verstehen: Das Monster aus dem elektronischen Untergrund schläft nicht mehr. Und offenbar hat es während des Winterschlafs seine Synthesizer nicht verlernt. „Dominion“ ist über die gängigen Streamingplattformen sowie über die Bandcamp-Seite von 'Grendel' erhältlich.

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