Halloween: Kinder klingeln, Kürbisse grinsen und alte Reviews schleichen wieder durch die Startseite. Wir haben nur vor einem davon wirklich Angst. Das Jahr 2006 meldet sich zurück. Im Gepäck befinden sich S:Cage, ein vollständiger Review und die unangenehme Erkenntnis, dass unsere Vorstellung von „neulich“ dringend neu kalibriert werden muss. 4 Sterne bedeuteten: Daumen hoch, Lautstärke ebenfalls – nur die Champagnerflasche blieb für den absoluten Ausnahmefall geschlossen.

Genug aus heutiger Perspektive geredet. Hier kommt eine Stimme direkt aus 2006:

Stephen Setos Debüt vor zwei Jahren war ein Traumgebilde, düster und fordernd. Sein neues Album "Madness Turns To Glass" ist dagegen mehr wie ein lebender Organismus.

Über Geschmack lässt sich nicht streiten, heißt es. Die Musikgeschichte beweist seit Jahrzehnten das Gegenteil – laut, ausdauernd und mit erstaunlich langen Kommentarspalten. Wir korrigieren die Vergangenheit an dieser Stelle nicht. Wir stellen sie noch einmal ins Licht, treten zwei Schritte zurück und beobachten, was sie heute mit uns macht. Für den Rest wechseln wir vom Rückblick zum Original. Dort lässt sich nachvollziehen, wie Veit Schritt für Schritt zum damaligen Ergebnis kam. Die ungekürzte Beweisaufnahme.