Manche Alben altern wie guter Wein. Andere wie eine angebrochene Flasche Eierlikör hinter dem Küchenschrank. Zu welcher Gruppe „Under the Sign“ gehört, klärt unser heutiger Griff ins Archiv zwar nicht endgültig, liefert aber wertvolle Indizien. Vor 20 Jahren öffnete Enrico die Tür zu „Under the Sign“. Dahinter warteten Musik, Erwartungen und eine Sterneskala, die am Ende ein erstaunlich präzises Urteil fällen sollte. Das Urteil fiel gemischt aus: 3 Sterne – weder Kniefall noch Fluchtreflex. Man blieb höflich im Raum, behielt die Jacke aber vorsichtshalber an.
So klang das im Original – unverändert und direkt aus dem Jahr 2006:„Hear the sound – it’s Metal Day“ An wen denkt der passionierte Metaller wenn er auf dem Cover ein großes M und einen Krieger mit Schwert und Hammer erblickt? Wohl an Manowar, oder?
Gerade darin liegt der Reiz unseres Archivs. Es zeigt nicht nur, welche Musik uns beschäftigte, sondern auch, wie wir sie zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt wahrnahmen. Ob wir heute zum exakt gleichen Urteil kämen, bleibt bewusst offen. Musik verändert sich schließlich nicht allein – auch Ohren, Erfahrungen und persönliche Schmerzgrenzen entwickeln sich weiter. Wer wissen möchte, wie dieses Urteil zustande kam, findet im ursprünglichen Review die vollständige Beweisaufnahme. Die digitale Tür ins Jahr 2006 steht offen – auf eigene nostalgische Gefahr. Mutig den Originalreview öffnen.