25 Jahre „Grausam Sein“: 'Härtzbrecher' schlugen zu – und verschwanden

25 Jahre Grausam Sein: Härtzbrecher...

Das Internet vergisst angeblich nichts. Im Fall von 'Härtzbrecher' scheint es allerdings unter schwerem Gedächtnisverlust zu leiden. 2001 veröffentlichte die deutsche Formation ihr Album „Grausam Sein“, schlug damit einmal kräftig in der elektronischen Unterwelt auf – und verschwand anschließend offenbar so gründlich, als hätte jemand die Band versehentlich gemeinsam mit dem alten Napster-Account gelöscht. Vor ziemlich genau 25 Jahren landete das Werk beim Medienkonverter. Schon der Name versprach damals weder Klangschalenmeditation noch musikalische Streicheleinheiten: EBM, rockige Gitarren, kritische deutsche Texte, eine Prise Neue Deutsche Härte und Melodien, die trotz aller Grobmotorik erstaunlich hartnäckig im Kopf blieben. Der damalige Medienkonverter-Review schwankte zunächst zwischen Faszination und leichter Überforderung – und endete schließlich doch bei einer bemerkenswert hohen Wertung. Manchmal braucht Begeisterung eben keinen roten Teppich, sondern einen Presslufthammer.

Besonders „D.I.F.D.“ setzte mit seinen beinahe Dancefloor-tauglichen Synthesizern einen Haken ins Gedächtnis. „La Guitarra En Oro“ überzeugte dagegen mit starkem Gesang und gelungenem Text. Dazu kamen Stücke wie „Nackt“, „Berlin“, „Verlorene Kinder“ oder „Klischee“ – Titel, bei denen bereits die Trackliste klingt, als hätte ein schlecht gelaunter Türsteher ein Lyrikseminar besucht. Ganz aus dem Nichts kamen 'Härtzbrecher' allerdings nicht. Hinter der Band steckten offenbar Musiker der Formation 'Echelon', die bereits 2000 das Album „Schwarz Weiss“ veröffentlicht hatte. Für „Grausam Sein“ traten unter anderem Texta Hertz, Finelina und Parlazzo in Erscheinung. Danach wird es finster: Die verfügbare Diskografie von 'Härtzbrecher' endet 2001, lediglich „Klischee“ tauchte noch auf der Compilation „Take Off Music Vol. 2“ auf. Heute findet man die CD gelegentlich auf Gebrauchtmarktplätzen, eine spätere Veröffentlichung oder ein Comeback dagegen nicht. Vielleicht war „Grausam Sein“ also tatsächlich als musikalischer Einbruch geplant: Tür eintreten, ordentlich Lärm machen und verschwinden, bevor jemand die Polizei – oder wenigstens das Label – verständigen konnte. Schade eigentlich. Denn dieses Album hätte einen Nachfolger verdient gehabt.

25 Jahre „Grausam Sein“: 'Härtzbrecher' schlugen zu – und verschwanden
Eingebettete Inhalte nicht verfügbar
Dieser Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du der Verwendung externer Cookies und Inhalte von Drittanbietern nicht zugestimmt hast. Um das Video/Bild/etc. zu sehen, kannst du deine Cookie-Einstellungen hier anpassen. Weitere Informationen zu den verwendeten Diensten und deren Datenschutzpraktiken findest du in unserer Datenschutzerklärung. Vielen Dank für dein Verständnis.
25 Jahre „Grausam Sein“: 'Härtzbrecher' schlugen zu – und verschwanden
Kommentarfunktion nicht verfügbar!
Dieser Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du der Verwendung externer Cookies und Inhalte von Drittanbietern nicht zugestimmt hast. Um die Kommentarfunktion zu nutzen, kannst du deine Cookie-Einstellungen hier anpassen. Weitere Informationen zu den verwendeten Diensten und deren Datenschutzpraktiken findest du in unserer Datenschutzerklärung. Vielen Dank für dein Verständnis.

Medienkonverter.de

Wir verwenden Cookies zur Optimierung unserer Webseite. Details und Einstellungen finden Sie in der Datenschutzerklärung und im Privacy Center. Ihre Einwilligung ist jederzeit widerrufbar. Soziale Netzwerke & Drittanbieter-Inhalte können angezeigt werden. Mit „Alle akzeptieren“ stimmen Sie (widerruflich) auch einer Datenverarbeitung außerhalb des EWR zu (Art. 49 (1) (a) DSGVO).