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"It´s just a bloody German gig and the venue is a hole"
(Es ist nur ein verdammter Auftritt in Deutschland und der Veranstaltungsort ist ein Loch)
...schrieb Tony Wakeford anlässlich des bevorstehenden Auftrittes des Folkurgesteins Sol Invictus beim diesjährigen Prophecy Fest augenzwinkernd. Denn auch in diesem Jahr präsentierte das inzwischen 20 Jahre alte Label erneut jede Menge hauseigene Bands (mit einer Ausname) - zum zweiten Mal in der fantastischen Balver Höhle und sorgte damit für ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Wochenende der Extraklasse. Hier also nun ein kleiner Bericht der zwei Tage, der hoffentlich dazu beiträgt, dass 2017 wieder mehr Zuschauer dem Ruf folgen. Denn die Verkaufszahlen an der Ticketbude lagen 2016 hinter denen aus dem letzten Jahr, in denen Namen wie Empyrium, Lifelover und Tenhi sicherlich enorm zogen. Doch auch in diesem Jahr bekam man für sein Geld eine Menge geboten: Erneut eine einzigartige Location, eine angenehm entspannte und enthusiastische Stimmung, viel Nähe zu den Musikern und haufenweise gute und vor allem abwechslungsreiche Musik - wobei ich vermute, dass auch diese Abwechslung nicht nur für Begeisterung sorgt: Label Festival wie dieses bieten für jeden etwas aber für niemanden alles an. Wer nur Metal oder Rock oder Folk oder Oder hören will kommt in jedem Fall zu kurz.... Aber ist es nicht gerade diese Bandbreite, die eine solche Veranstaltung für offene Ohren wertvoll macht? Black-, Doom- und Post Metal, Rock, Jazz, Folk, Neoklassik und 8 verrückte Isländer sorgten für viele inspirierende Momente.


Der Alltag ist der Feind der Kunst und so konnte ich leider erst Freitag Mittag gen Sauerland aufbrechen und verpasste so das Programm am Donnerstagabend, bei dem das mit Prophecy befreundete Label Trollmusic mit zweieinhalb vorzüglichen Bands gewiss zu verzücken wusste: Alvenrad und Mirna´s Fling sind mir mit ihren Alben noch in guter Erinnerung, weswegen ein Verzicht auf deren Auftritte schmerzte. Mirna´s Fling traten dabei als Verbund mit The good hand auf. Genauso verpasste ich auch Hekate, die Freitag Nachmittag das Hauptprogramm eröffneten, weswegen ich direkt mit Germ loslege.


Der junge Australier Tim Yatras präsentierte bei seinem insgesamt 5ten Live-Auftritt und dem ersten auf europäischem Boden zusammen mit Gastmusikern eine mitreißende, energiegeladene Show. Gerade diese Spielfreude, ein tranzparenter Sound und ein druckvolles Spiel verbesserte den Eindruck vom letzten Album, das Set bot Abwechslung in Härte und Tempo, die markerschütternden Schreie hallten bis in die letzten Ecken der Höhle und gegen Ende trommelte sich Yatras mächtig in mein Herz. Schade, dass der nur solide Cleangesang (der bereits einer der Kritikpunkte auf dem letzten Album Escape war) und die vom Band kommende Elektronik diesen guten Eindruck etwas schmählerten – aber ersteres braucht nur Übung (wie man später bei Secrets of the moon hören konnte) und zweiteres erfordert die Bereitsschaft, einen Keyboarder mit auf die Bühne zu hieven (und diese Bereitschaft fehlte nicht nur Germ sondern auch einigen anderen Bands – mal verschmerzbarer, mal sehr ärgerlich).


Les Discret legten im Anschluss noch eine deutliche Schippe drauf, das geistige Kind des sympathischen Franzosen Fursy, der auch für die optische Gestaltung des diesjährigen Festes und eine Ausstellung verantwortlich war, wurde auf der Bühne ungemein hingebungsvoll präsentiert. Diese Musiker hatten Freude an ihren Spiel und der Interaktion mit dem Publikum, der Auftritt wurde dadurch (und natürlich durch die hohe Qualität des Materials und der gekonnten Darbietung) ein Genuss und mein Höhepunkt am Freitag.


Gleiches kann ich leider nicht über Iron Mountain sagen. Hatte ich noch in meiner Kritik geschrieben, dass ich mich auf diesen Auftritt der irischen Prog-Rocker freue, war der Eindruck auf der Bühne ernüchternd. Ja, das Material ist stark und ja, die Herren können mit ihren Instrumenten umgehen. Doch keinerlei zugewandte Interaktion mit dem Publikum, fehlende Kommunikation auf der Bühne und der Eindruck, dass man die Songs fast schon lieblos runterspielt.... Schwach und dementsprechend mit eher kleiner werdendem Publikum belohnt.


Es folgten Secrets of the moon und ich war sehr gespannt, wie sie mit dem Stilwechsel des letzten Albums verfahren. Kreischen und knüppeln oder doch eher singen und rocken? Die Band entschied sich für einen Mittelweg, das neue Material erschien druckvoller und härter als auf dem Album, sG wechselte oft auch innerhalb der Zeilen zwischen Gesang und Fauchen und das Publikum belohnte die Band mit Jubel und Anerkennung, obwohl es musikalisch deutlich gemäßigter zuging als noch in früheren Zeiten. Hervorzuheben ist noch, dass der Cleangesang live merklich stärker war als beim letztjährigen Auftritt mit dem Seitenprojekt Crone. Daumen hoch.


Den Freitagabend beschlossen Helrunar und ein volles Publikum sowie die Fülle an passenden Bandshirts zeigte, dass die Westfalen zusammen mit Secrets of the moon sicherlich der Anreisegrund für einige Metalheads war. Und was soll man sagen: routiniert gab man dem begeisterten Publikum das, was es wollte – Helrunar klangen kalt, trocken, hart und kompromisslos, boten ein Set, dass das Schaffen der Band gut zusammenfasste und Marcel „Skald Draugir“ Dreckmann knarzte unbarmherzig im Zentrum des lauten Spektakels. Na dann gute Nacht.....


…..denn bereits um 11.00 Uhr wurden wache Gestalten in den Nachbarort gelockt um in einer Schützenhalle der Aufführung des Stückes „Van`t Liëwen un Stiäwen“ aus der Feder Martin Dreckmanns beizuwohnen. Die musikalischen Elemente des Helrunar-Seitenprojektes Wöljager bejubelte ich ja bereits in einer eigenen Besprechung: in Erinnerung an sanften Folk, Texte in Münsteraner Platt und eine angenehme Dramatik auf Albumlänge ließ ich mich freudig auf einen der feurig-unbequemen Holzstühle nieder. Die Halle füllte sich gut, die Atmosphäre war gespannt – und Herr Dreckmann erschien und wies mit mahnenden darauf hin, dass das nun Folgende ein Theaterstück sei und man deswegen brav sitzen und schweigen solle. Kein Reden, kein Getränkekauf und aufs Klo könne man auch danach. Ein wenig Kultur muss man dem Metalfolk also näherbringen.... wobei es wohl auch mit weniger erhobenen pädagogischen Zeigefinger ginge. Doch vielleicht war die Belehrung richtig, denn ich muss das Publikum wirklich loben, das anstandslos bis zum Ende schweigend und respektvoll saß und konsumierte.
Das Stück selber war nicht wie Dreckmann es nannte ein Theaterstück sondern ein musikalisches Erzählstück mit schauspielerischem Begleitgeschehen. An den Instrumenten wurde ausnahmslos Tolles geboten, ein wahrer Ohrenschmaus und noch einmal eine Steigerung zu den Aufnahmen. Dreckmanns Gesang war genau wie sein Erzählen etwas zu leise und durch das Mikrophon in Verbindung mit den suboptimal positionierten Boxen zu dumpf. In meiner Erinnerung greift er auch als einziger auf elektronische Verstärkung zurück, Schauspieler und Instrumente vertrauen auf eigene Resonanzkörper und sind dadurch deutlich besser verständlich. Die Laiendarsteller bieten eine gute bis tolle Leistung, Hauptcharakter Wilhelm gerät zwar an der ein oder anderen Stelle ins textliche Stocken und manch eine Bewegung wirkt arg holperig, doch zusammen mit einem guten Heinrich und einer tollen Mutter/Magdalena/Anna trägt er gekonnt zum positiven Teil diese Vorstellung bei. Doch hatten die 1 ½ Stunden einen großen Pferdefuß – das Stück selbst, sowohl inhaltlich als auch sprachlich war einfach nicht überzeugend. Kann man einen Verzicht auf jegliches Szenenbild und ein Spiel inmitten des Publikums noch wohlwollend als Minimalismus bezeichnen, so ist eine solch dröge und klischeebeladene Geschichte ohne Höhen und Überraschungsmomente wenig mitreißend.
Auf dem Land lebt Wilhelm Ende des 19 Jahrhunderts mit der Gabe, Unglücke zu „sehen“. Deswegen eher argwöhnisch gemieden von der Dorfgemeinschaft lebt er resigniert und zurückgezogen, bis er sich in Magdalena verliebt, die den Menschen hinter der düsteren Gabe sieht. Doch oh weh, der böse Papa verheiratet sie mit einem anderen, sie bringt sich im Moor um, der böse Papa stirbt nach Weissagung, Wilhelm muss von Magdalenas Bruder am Grab des bösen Vaters hören, dass dieser nicht nur gar kein so Netter war wie alle denken sondern Klein-Magdalena nachts zum Beischlaf gezwungen habe. Doch das alles verliert seine Bedeutung, als der Krieg die eingezogenen Männer des Dorfes nach und nach dahinrafft. Wilhelm kehrt heim, beruhigt die Dorfbewohner, dass er die Seelen der Verstorbenen heimgeleitet habe. Nun findet man ihn immernoch komisch, aber auch irgendwie nett. Dennoch geht er ins Moor, sieht Magdalenas Geist und ist bei ihr endlich zu Hause. Yeah.
Weite Teile des Stücks wurden nicht gezeigt/bespielt sondern erzählt, oft mussten die Schauspieler das Erzählte und das Offensichtliche „nur“ noch einmal darstellen. Gerade bei einem recht vorhersehbaren Verlauf wäre weniger Bericht und mehr Spiel gelungener, eine Verknappung ratsam und eine Vertonung von Emotionen eine angenehme Brücke zwischen den musikalischen und dargestellten Anteilen. Und wirklich überzeugend war die Verwendung von aktueller Alltagssprache (ganz schlimm: „Er hat sie gefickt...“) in den Erzählparts und beim Schauspiel auch nicht – warum nicht alles in Platt halten, die Erzählteile weglassen und die Darsteller durch ihr Spiel die Geschichte erzählen lassen? Die Schauspieler und Musiker gaben ihr Bestes, aus dieser Telenovela Emotionen herauszukloppen und der Besuch des Stückes hat sich alles in allem gelohnt, aber zusammengefasst: nicht nur die Songtexte waren platt.


Ganz anders die qualitativen Sphären in denen die jungen Kanadier von Völur schweben. Was für eine mitreißende Show kurz nach Mittag – bei ihrem ersten Konzert außerhalb des Heimatlandes werteten die drei Musiker die vom Album bekannten Stücke DEUTLICH auf, legten eine exzellenten Auftritt hin und versammelten nach und nach alle bereits wachen und anwesenden Festivalteilnehmer vor der Bühne. Eine großartige Mischung aus Doom Metal und sphärischen Ambientparts, dargeboten mit Bassgitarre, E-Violine und Schlagzeug. Basser Lucas Gadke keift hervorragend zu den harten Parts, zusammen mit Mrs. Bates (die es gar nicht nötig hat, schön zu singen sondern sich traut, passende und energische Laute herauszuschleudern) trägt er rituelle Gesänge vor, die mich in meine Kindheit versetzen und an den Soundtrack von Ronja Räubertochter erinnern. Zusammen mit einer sympathisch kitschigen HippieDoom Verkleidung (die Herren in Kutte, mit weit über die Augen gezogener Kapuze, sie mit gemalten Kreuz auf der Stirn und alle barfuß, friedlich und freundlich) spielten sich Völur locker in mein Herz, auch wenn ich diese Magie nicht in diesem Maß auf dem Album wiederfinde.


Bereits vor 10 Jahren hatte ich das Glück, Bohren und den Club of Gore live zu erleben. Damals in einem komplett abgedunkelten Raum und als Sitzkonzert eine ganz besondere Erfahrung. Herrlich schräger Humor zusammen mit laaaaaaaaaaaangsamen Jazz sind aber nun nicht gerade das, was man auf einem (Eher)Metal Festival erwartet und merklich waren auch einige Interessierte nicht auf ein solches Nicht-Geschehen vorbereitet und überfordert (bzw. bald auf dem Vorplatz anzutreffen). In der fast vollständig abgedunkelten Höhle spielten sich die drei Musiker in westfälisch-emotionale Ekstase, brachten mit „schwarzen Buntstiften“ Farbe in die Welt der Zuhörer, „der nächste Song ist genauso lahm wie der Rest“ und ihre Musik verglichen sie mit einer Wohnung: „Keine Möbel, aber ´ne Putzfrau“. Die Geduldigen unter den Hörern (und von denen gab es überraschend viele) wurden mit einem drückenden Kontrabass, einer optisch schwer zu beschreibenden (oder sichtbaren) Show und tollem Spelunkenjazz belohnt und „immer, wenn es dramaturgisch abwärts ging, rettete uns der Nebel“. Danke Bohren für den Auftritt und danke Prophecy für die Einladung der eigentlich nicht labeleigenen Band.


Was hatte ich mich auf Antimatter gefreut. Nach zwei großartigen Alben wollte ich Mick Moss und seine Mitstreiter endlich live spielen sehen und stand gespannt vor der Bühne.... doch das ganze Konzert hielt ich schlussendlich nicht aus. Natürlich, Moss singt traumhaft und Antimatter sind eine Institution, aber ein eher unbeeindruckendes Bühnengebahren, eine unscheinbare Songauswahl (und das, obwohl die letzten Alben prallgefüllt mit mitreißenden Songs waren) und eine Produktion from hell enttäuschten arg. Warum machten die vom Band kommenden Synthies lautstärketechnisch fast 50% des Gehörten aus? Warum war Moss´Gesang so verdammt laut gedreht? Warum waren die Gitarren dagegen kaum zu erahnen? Hingebungsvoll solo´te sich der Gitarrist in den optischen Hard Rock Himmel.... aber was er spielte kann ich nicht sagen. Schade! Dann doch lieber ein wenig draußen sitzen und die angenehme Stimmung auf dem Vorplatz genießen die auch in diesem Jahr sehr angenehm auffiel.


„GlerAkur comes in peace“ Es spinnen nicht nur die Finnen, nein, auf Island kann man auch musikalischen Wahnsinn reiten. Als neues Mitglieder der Prophecy Familie päsentierte der Solo-Künstler Elvar Geir Sævarsson die drei Songs seiner EP Can´t you wait. Das gelungene Debüt bot einen Reigen aus ungewohntem Ambient und Drones und so erwartete ich Perkussions, Ruhe und kreative Klangmomente. Diese Rechnung hatte ich ohne Sævarsson gemacht, der den überraschensten Auftritt des Festivals hinlegte und das Publikum, das größer und größer wurde, wobei sicherlich nur wenige die EP vor dem Auftritt wirklich kannten, im Sturm mitriß. Und ein Sturm war es, denn zwei Schlagzeuge, eine Bassgitarre und 5 E-Gitarren (inklusive LoopMaschine) fegten durch die Höhle und man konnte nur ungläubig staunen und die Matte schütteln. Jeder Gitarrist schien einem anderen Genre entsprungen zu sein und so spielte harter Metaller neben Garagen-Rocker neben unbeteiligt wirkendem Hippie, alle Gitarren waren dank toller Abmischung dem jeweiligen Musiker zuzuordnen. Die Beteiligten hatten sichtlich Spaß, man improvisierte, man gab sich der Steigerung der Monotonie hin – aber der Knaller war die junge Gitarristin mit Baseball-Kappe, die vollkommen in der Musik aufging, jeden Ton lebte, irgendwann hockend auf Boden, die Gitarre auf dem Rücken geschwungen spielte während sie die LoopMaschine vor sich bediente. Und beim dritten Song begann sie begeistert zu schreien und kam ohne Mikrophon gegen die Gitarrenwand an(!)....ich bin verliebt. Was für ein Auftritt, was für ein frenetischer Jubel …. und nach drei Songs kehrten die Musiker nach Island heim, denn mehr Songs hat GlerAkur noch nicht herausgebracht. Wahnsinn.


Dann war es Zeit für einen der größeren Namen des diesjährigen Prophecy Festivals: Alcest kamen, spielten und überzeugten. Und auch wenn Neige nur schwer gegen die Instrumente ankam und man seinen Gesang kaum und sein Kreischen ein wenig hören konnte war dies meine bisher überzeugenste Alcest-live-Erfahrung: Man spielte in gewohnter Besetzung alle Titel des zweiten Albums Écailles De Lune und wenn man ein so grandioses Set vor einem begeisterten Publikum mit viel Hingabe spielt kann der Erfolg gar nicht ausbleiben. Volle Höhle, Jubel und Begeisterung und eine grandiose Stimmung machten den Auftritt zu einem Genuss und zeigten deutlich, dass Alcest zu Recht eine immer größer werdende Fanschar haben.


Nach Alcest merkte man, dass sich die Reihen lichteten. Doch noch fehlten zwei Bands und auf Sol Invictus hatte ich mich wie ein Schneekönig gefreut. Am Kontrabass Jo Quail, Matt Howden als zusätzlicher Violinist und Don Anderson von Agalloch an der Gitarre und extra für dieses Konzert aus Amerika angereist: eine solch edle Gastmusikerunterstützung und eben Sol Invictus als eine der größten und langlebigsten (Neo) Folkbands – was kann da schief gehen? Nichts, oder? Tony Wakeford brachte ein vorzügliches Set mit, die Musiker (vor allem die Gastmusiker) agierten mit sichtlicher Spielfreude und Hingabe und es wäre mein absoluter Höhepunkt der zwei Tage gewesen.... wenn der Sound mich nicht zur Verzweiflung gebracht hätte. Violinistin Eilish McCracken war gefühlt doppelt so laut wie der Rest der Band, während ausgerechnet Matt Howden quasi nicht hörbar war. Er zupfte, er fidelte, er interagierte mitreißend mit Jo Quail aber akustisch kam nur dann etwas an, wenn die anderen aussetzten. Oft wurde während des Spielens am Sound gebastelt wobei Veränderungen/Verbesserungen ausblieben und bisweilen waren die Musiker von den Technikern überrascht und verpassten Einsätze. Und als dann Matt Howden als Zweitstimme ans Mikrophon kam hörte er sich auf den Monitorboxen nicht und sang ins Blaue.... und falsch. Ich weiß nicht, wer ursächlich dafür war, ob die Band nicht noch mehr mit der Technik interagieren hätte müssen und ob es ein Zusammenspiel unglücklicher Zufälle war, aber das war technisch nichts. Natürlich dennoch schön, die Band gesehen zu haben und sicherlich bin ich etwas streng (ich hatte mich gerade auf Howden gefreut) aber so halten sich Euphorie und Enttäuschung die Waage und der Auftritt hinterlässt bei mir den Eindruck „ganz okey“.


Vemod, inzwischen deutlich bekannter als im letzten Jahr, schlossen erneut die Höhlenfestspiele ab und ballerten ihren Ambient Black Metal kalt und unbarmherzig in die sich noch einmal aufbäumende Zuschauermasse. Wie im letzten Jahr bin ich mir nicht sicher, ob ihr Sound nach einer soch anstrengenden Reise ideal ist, denn meine Kraft war geschwunden und ich hatte Schwierigkeiten, mich auf die Herren einzulassen. Trotzdem ein gelungenes Spiel, eine tolle Band (auch live) und vor allem für diejenigen, die letztes Jahr nicht dabei waren eine schöne Erfahrung.


Zwei schöne Tage liegen hinter mir, ich bedanke mich bei den Veranstaltern, den freiwilligen Unterstützern (z.B. in der Merchandise- und Wühlecke) und den ehrenamtlich arbeitenden Balvern, die die schwarze Masse mit Futter, Bier und Kaffee gut versorgten und freue mich aufs nächste Jahr. Denn auch wenn nicht alles gut war und die Technik manchmal gegen die Musiker zu arbeiten schien gab es haufenweise Tolles zu sehen und zu hören, man bekam nicht nur Musik und Kunst im Überfluss sondern auch wieder die edelste Form von Andenken/Werbung in Form eines schicken Buches mit 2 CDs und 1 DVD und schließlich 2,5 entstpannte Tage in einer Gemeinschaft aus Fans und Musikern, die nicht durch die Wucht von Großveranstaltungsfolgen erdrückt wurde. Traut euch in die Höhle, bis nächstes Jahr in Balve!


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