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Gast:

Juli 2010 – die Sonne brennt, ganz Deutschland schwitzt und die schwarz-neonbunte Schar fiebert dem Amphi-Festival 2010 entgegen, das pünktlich zum Ende der Hitzewelle wieder einmal in das Tanzbrunnen-Gelände in Köln einlud. Und sie kamen alle. 16.000 Besucher zählte die 6. Auflage des Festivals, die Karten waren bereits Wochen vor Beginn restlos ausverkauft und auch ich folgte dem Ruf, setzte mich am FREITAG, den 23.07.10 erwartungsfroh in den Intercity, der mich (mit funktionierender Klimaanlage) in die Domstadt brachte, und harrte (noch) zu Klängen aus der Konserve der Dinge, die da kommen sollten.


Nach gegenseitiger Begrüßung innerhalb unseres Medienkonverter & friends-Grüppchens und einem leckeren Essen ging's schon am Vorabend mit der angemessenen Musik los. Wie üblich hatte die gutbesuchte Warm-Up-Party im Alten Wartesaal neben härteren Electro-Klängen im Nebenraum, in der Haupthalle einiges für diejenigen zu bieten, die mit DM anderes als ein inzwischen wertloses Zahlungsmittel verbinden. Während also im Theater am Tanzbrunnen einige Newcomerbands mittels ihrer über Ebay zugunsten des Vereins Dunkelziffer e.V. ersteigerten Teilnahme um die Eröffnung auf der Mainstage am Samstag konkurrierten, wetteiferten wir in der Innenstadt zu alten und neueren Synthpop-Hits um den besten (oder eher originellsten) Tanzstil. Bis in die frühen Morgenstunden hielten wir durch, um irgendwann festzustellen, daß ein ChaChaCha zu Depeche Mode einfach unerreicht bleibt...


Samstag:

Entsprechend lange dauerte am nächsten Morgen das Styling zum Kaschieren der Spuren aus vergangener Nacht, so daß wir am SAMSTAG erst zu den letzten Songs von DESTROID das frisch renovierte Staatenhaus (die ehem. Rheinparkhalle – wir erinnern uns, daß dort Feindflug anno 2009 eine unangenehme Begegnung mit fliegendem Putz hatten) betraten. Schade eigentlich, denn im Gegensatz zum „primitiven Bumm Bumm“ von Miss Construction, wie aus berufenem Munde zu vernehmen war, brachten Daniel Myer und Sebastian Ullmann feinste elektronische Töne auf's Tablett und hatten dem Publikum damit schon ordentlich eingeheizt.


Beste Voraussetzungen für den nachfolgenden Gig von FADERHEAD, der es mit „Girly Show“ erstmal etwas ruhiger angehen ließ. Doch das täuschte, bereits der zweite Titel „Acquire The Fire“, zu dessen Rhythmus es sich der sonnenbebrillte Irokesenschopf nicht nehmen ließ, die Zuhörer erfolgreich zum Mitklatschen zu animieren, machte klar, wo der Hase bei diesem Konzert laufen sollte. Und so sorgten Kracher wie „Electrosluts Extraordinaire“ oder „ZigZag Machinery“ für reichlich sportliche Betätigung auf und vor der Bühne. Auch der neu vorgestellte Song „Destroy, Improve, Rebuild“ wurde begeistert aufgenommen, jedenfalls schossen auf die diesbezügliche Frage danach viele, sehr viele Daumen nach oben.


Da Capo, bevor's mit „Horizon Born“ romantisch wurde (zumindest für FADERHEAD-Verhältnisse). Wie viele Freundinnen dazu tatsächlich in den Arm genommen wurden, läßt sich im Nachhinein schwer sagen, außerdem war bei „Houston“ eh schon wieder Schluß mit Kuscheln, denn die Hände wurden zum Klatschen, die Füße zum Stampfen und die Stimmbänder zum – äh – Singen, v.a. bei „Dirty Grrrls/Dirtybois“, gebraucht. „Es klingt, als hättet Ihr ein bißchen Spaß“ - ja, das wurde ziemlich lautstark bestätigt und deshalb gab's zum Schluß ein dickes „Danke“ auf die Videoleinwand und mit „TZDV“ nochmals deftige Beats auf die Ohren.


So in Stimmung gebracht, war's Zeit für einen kleinen Rundgang bzw. Einkaufsbummel und einen kleinen Kaffee am Sandstrand, der auch dieses Jahr mit vielen Liegestühlen zum Entspannen einlud – bis uns vertraute Klänge von der Mainstage vor die selbige lockten.


Die sympathischen Moderatoren von WELLE:ERDBALL waren schon eine Weile „on air“ und schickten gerade ihre Version von „Es geht voran“ in den Äther. Wie es sich für einen guten Radiosender gehört, boten ALF und Honey samt ihrer beiden Grazien Frl. Venus und Plastique ein abwechslungsreiches Programm inklusive eines Abstechers zum Grand Prix d'Eurovision.


Nein, nicht der aktuelle Hit unserer kleinen Lena wurde intoniert, vielmehr gab Plastique mit zuckersüßer Stimme das einzig wahre deutsche Siegerlied „Ein bißchen Frieden“ zum Besten, mit dem 1982 die 18jährige Nicole die Herzen aller Großmütter im Sturm eroberte. WELLE:ERDBALL eroberten die jüngere Generation im Jahre 2010 nebst verstreutem Glitter eher mit dem Rhythmus, der dem betulichen Schlager nach und nach ein immer rasanteres Tempo vorgab. W:E – 12 points!!! Dann übernahmen wieder die beiden Herren das Ruder und entließen zu „Schweben, Fliegen, Fallen“ die obligatorischen weißen Luftballons, die passend über den Köpfen des jubelnden Auditoriums auf und ab hüpften. Sie schwebten weiter, auch bei den nächsten Songs, bis mit 0173-1923954“ ein flotter Twist angestimmt wurde und das Publikum mit den passenden Schritten beschäftigt war.


Natürlich durfte die WELLE:ERDBALL-Tradition, die unvermeidliche Hommage an den guten alten Commodore C 64, nicht fehlen, welche durch „Die Stunde:Null“ auch in der Neuzeit alle Anwesenden ordentlich zum Klatschen brachte - „da kann man sich den schwulen PC in die Haare schmieren“. Doch „Monoton&Minimal“ sowie das abschließende „Starfighter F-104G“, zu dem Papierflieger über den Köpfen kreisten, wußten ebenfalls nicht nur zu überzeugen, sondern anzustecken. „Meine Damen und Herren, das haben Sie ganz wundervoll gemacht!“


Auch wir schieden mit dem Gefühl, alles richtig gemacht zu haben, denn ursprünglich war geplant gewesen, nur ein paar Stücke von Welle:Erdball mitzunehmen, und dann die hungrigen Mägen aufgrund der völlig überzogenen Essens- und Getränkepreise lieber außerhalb des Geländes zu füllen. Aber das Verweilen hatte sich gelohnt und wir schafften es trotzdem, pünktlich zum Konzert von ANNE CLARK auf der Matte vor der Mainstage zu stehen.


Die große Dame des 80er Wave hatte bei den letzten, sehr technolastigen Auftritten mit Steve Schroyer (wir berichteten) mehr für Verwirrung als Begeisterung gesorgt und so hofften wir alle, daß diese Art der Darbietung auf dem Amphi-Festival nicht wiederholt wurde.


Sie wurde nicht, soviel sei vorausgeschickt, ganz im Gegenteil, bereits bei dem fast klassisch angehauchten, von Cello, Gitarre und Baß getragenen Intro war zu erahnen, daß sich Frau Clark für dieses Konzert eher in die Gegenrichtung bewegen würde. Und so wurden sowohl das eröffnende „Killing Time“ als auch „Echoes Remain Forever“ zunächst sehr zurückhaltend interpretiert. Dabei war die Elektronik zugunsten der akustischen Instrumente ein wenig in den Hintergrund getreten. Erst bei „Alarm Call“ nahm das Set langsam Fahrt auf und brachte Bewegung in die Reihen der Zuhörer, welche jedoch beim gitarrenlastigen, leicht jazzigen „Short Story“ quasi wieder unterbunden wurde.


Das Wechselspiel aus sanften und treibenderen Songs bestimmte im Wesentlichen den Auftritt ANNE CLARK's, wobei der Anteil erstgenannter eindeutig höher war, was sich im Applaus widerspiegelte. Erst gegen Ende des Konzerts, namentlich bei „Full Moon“ und dem bekannten „Our Darkness“ brach das Eis. Anne riß das Publikum jetzt richtig mit und wurde dafür endlich mit angemessenem Beifall belohnt. Von nun an gab's kein Halten mehr, die letzten beiden Songs wurden ausgiebig bejubelt, aber mit einem leisen „Dankeschön“ war's dann leider schon vorbei. Zugabeforderungen und die Hoffnung, noch „Sleeper In Metropolis“ zu hören, wurden nicht erfüllt.


Zurück blieb unser Grüppchen mit Diskussionen, ob diese Präsentation für die Open-Air-Bühne eines Festivals die optimale war. Mir persönlich hat's gefallen, allerdings stieß ich auch auf andere Meinungen. Was soll's, über die unerwarteten Sonnenstahlen, die sich mittlerweile breitgemacht hatten, herrschte einträchtige Freude und so wurde blutenden Herzens beschlossen, lieber im Freien AND ONE zu lauschen, als in der stickigen Halle auf Skinny Puppy zu warten.


Es läßt sich hinterher natürlich nicht mehr feststellen, ob diese Entscheidung richtig war, Tatsache ist jedoch, daß ein glänzend aufgelegter Steve Naghavi alle Register zog, um die Massen, vor der Mainstage bei Laune zu halten. „Wollt Ihr den totalen Steve?“ Diese Frage (oder Drohung?) wurde nach „Die Mitte“ jedenfalls mit einem ohrenbetäubendem „Ja“ beantwortet und so konnte die „Deutschmaschine“ losrollen.


Partystimmung, wohin das Auge blickte. Sowohl bei Covers wie „Timekiller“, das die Kollegen von Project Pitchfork wahrscheinlich kurz zuvor im Staatenhaus gespielt hatten, A-Ha's „The Sun Always Shines On TV“ und (O-Ton: „wie können wir The Cure vergessen“) „The Walk“, als auch bei den Hits aus eigener Küche, Herr Naghavi hatte das Publikum sofort unter Kontrolle und dirigierte das ein oder andere Mal einen riesigen Chor. Daß dabei vor allem die Mädels feuchte – äh – Lippen bekamen, dafür sorgte nicht allein die energiegeladene Bühnenshow des Frontmannes, sondern, bei „Traumfrau“, ebenfalls seine lasziv in den Vordergrund gestreckte Kehrseite sowie das Versprechen „Heute nacht nehm' ich Euch alle mit nach Hause!“.


Die Einschränkung, daß er sich erst über seine eigenen Gefühle klarwerden müsse (aha!!!), wurde wahrscheinlich von der Mehrheit der weiblichen Besucher gar nicht mehr wahrgenommen. Egal, denn zuvor standen sowieso noch einige unverzichtbare Songs an, wie z.B. „Schwarz“ oder das enthusiastisch abgefeierte „Steine sind Steine“ und außerdem die Bekanntgabe, daß demnächst mit „Tanz-o-Mat“ das „erste reinrassige EBM-Album seit 1991“ erscheinen werde, weswegen man sich hier als Front 242 verkleidet habe. Passend dazu folgte die „Military Fashion Show“, die zusammen mit „Get You Closer“ und „Technoman“ die letzten Energiereserven aktivierte. Immerhin war nach „Für“ genug Kraft für einen tosenden Schlußapplaus und lautstarke Zugaberufe übrig. Eine Bitte, die AND ONE nicht abschlagen konnten. Um den Lärmschutzvorschriften der Stadt Köln Genüge zu tun, wurde „Klaus“ aber ganz leise gespielt, das Geschrei danach dürfte die Anwohner dennoch aufgeschreckt haben.


Da sich auch unsere Energiereserven weitgehend erschöpft hatten, ließen wir den Abend gemütlich mit ein paar (und ein paar weiteren) Cocktails ausklingen, während im Theater mit mehr oder weniger angesagten DJ's vermutlich genauso lange der Bär steppte.


Sonntag:

Der SONNTAG morgen stand demzufolge unter dem Motto „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach“. Willig wären wir auf jeden Fall gewesen, Mono Inc. oder Frank The Baptist unsere Aufwartung zu machen, doch wie gesagt, das Fleisch... So tappten wir irgendwann am Nachmittag zunächst einmal gemütlich über Gelände und Strand, bevor wir uns für MESH vor die Mainstage begaben.


Mit ihrem Album “A Perfect Solution“ hatten die Briten ja seinerzeit die Synthpop-Gemeinde kräftig aufgemischt. Man durfte also gespannt sein, ob das, was die Scheibe versprach, auch live on stage gehalten wurde. Die Zuschauer jedenfalls klatschten bei „If We Stay Here“ von genannter VÖ schon einmal erwartungsvoll mit, während beim älteren „Leave You Nothing“, eher die Stimmbänder zum Einsatz kamen. Im Folgenden lieferte die Band um Sänger Mark Hockings, dessen Mütze wahrscheinlich angewachsen ist, einen routinierten Auftritt ab, bei dem die neueren Songs dominierten. Was sich an dieser Stelle gut liest, war's vor Ort nur bedingt, denn obwohl es musikalisch und soundtechnisch nichts auszusetzen gab, fehlte dem Ganzen dennoch so etwas wie Leidenschaft. Zwar leistete das Publikum den wiederholten Aufforderungen des Frontmannes zum Mitmachen brav Folge und erwies sich gerade bei den bekannteren Titeln wie „Petrified“ oder „Crash“ als erstaunlich textsicher, aber irgendwie weigerte sich der sprichwörtliche Funke, zumindest bei mir, überzuspringen.


Nicht alle sahen das so, die Stimmung um mich herum war gut, insbesondere als Gastsängerin Julia Beyer (Technoir/Chandeen) zu „Who Says“ auf die Bühne gebeten wurde. Schade nur, daß gerade hier der Soundmann offensichtlich zu sehr mit Gucken beschäftigt war, denn Julia's Stimme ging anfänglich neben Duettparter Mark Hockings ziemlich unter. Trotzdem ein Highlight des Konzerts, das mit „Everything You Made“ sowie fliegenden Drumsticks und Flyern beendet wurde.


Als nächstes stand die „Kinderdisco für Große“ (so jedenfalls bezeichnet von einer MK-Kollegin, welche hier namentlich nicht erwähnt werden will) auf dem Programm.


Selbst nennt sich die Band natürlich anders, nämlich COMBICHRIST, und war auf der Mainstage angetreten, die Bude – oder in diesem Falle den Platz – zum Kochen zu bringen.


Chefkoch Andy LaPlegua ließ gleich zu Anfang mit seiner Ansage „We give you the ultimate Combi-fucking-Christ“ und „All Pain Is Gone“ keinen Zweifel daran, daß musikalisch keine Gefangenen gemacht werden würden. Unterstützt wurde er dabei von nicht weniger als zwei Drummern, die berserkergleich auf die Felle eindroschen, während Z. Marr an den Keys seine Dreads durch die Luft wirbeln ließ.


Die Mischung zündete. Während Andy LaPlegua zu den aggressiven, technoiden Tönen wie von Furien gehetzt über die Bühne flitzte, verwandelte sich die Meute davor in einen einzigen zuckend-tanzenden Leib, dem auch während der folgenden Songs keine Verschnaufpause vergönnt war. Vorläufiger Höhepunkt war „Electrohead“, zu dem alle Hände oben waren und der Boden von den wummernden Beats vibrierte.


Wir jedoch verließen anschließend den erdbebengefährdeten Ort, um uns im Staatenhaus zu FRONT LINE ASSEMBLY einen guten Platz zu sichern. Vielleicht war es Vorsehung, denn auf dem Weg dorthin, begannen die ersten Regentropfen auf die am Rande der Menge herumkaspernden (blöd, es war noch zu hell für Knicklichter) Cybers zu fallen.


Rechtzeitig im Trockenen angekommen war genug Zeit für ein Getränk, bevor die Kanadier um Bill Leeb zu „I.E.D..“ die Bühne enterten. War die Show nach einer kurzen Aufwärmphase seitens der Band astrein, könnte man das gesamte Konzert dennoch als Paradebeispiel dafür ansehen, wie sehr das Gelingen vom Mann an den Reglern abhängt. Der Sound war breiig und vor allem der Gesang teilweise viel zu leise abgemischt. Das besserte sich nach und nach zwar etwas, aber gerade bei den lauteren Gitarrenparts hatte man öfter das Gefühl, daß Bill Leeb regelrecht gegen die überstarke Begleitung ankämpfen mußte.


Nichtsdestotrotz ließen sich weder die Akteure noch die Zuschauer den Spaß verderben und machten reichlich Action. So wurde mit Songs des aktuellen, hochgelobten Albums “Improvised Electronic Device“ kräftig zum „Angriff“ geblasen oder zum betagteren „Resist“ beherzt getrommelt, während das Publikum die alten Recken feierte. Die wütenden Beats erreichten ihren Höchststand als das ausdrücklich an British Petroleum gerichtete „Fuel“ aus den Boxen peitschte und auch in den folgenden Nummern wurde die Spannung gehalten, bevor mit dem Klassiker „Mindphaser“ die letzte Runde viel zu schnell eingeläutet wurde. Daumen hoch und donnernder Applaus für die Band, die es verstand, sich im Verlaufe des Auftritts immer mehr (hinein) zu steigern, Daumen runter für das Personal am Mischpult.


Nachdem die vergeblichen Zugaberufe verebbt waren, konnte man einen kompletten Publikumswechsel beobachten. Während sich die Electroheads schon für VNV-Nation an der Hauptbühne positionierten, strömten die Anhänger der dunklen Klänge von DIARY OF DREAMS massenweise in die Halle.


Auch unser Grüppchen teilte sich und auf einmal war ich alleine unter vielen als die Musiker des Traumtagebuchs mit enthusiastischem Beifall begrüßt wurden. Adrian Hates und Gaun:A, zunächst beide an der Gitarre, gingen mit „Wahn!Sinn?“ sofort in die Vollen und hatten die Zuhörer vom ersten Takt an fest im Griff. Spätestens bei „MenschFeind“ waren alle Hände oben, wobei eine kleine Geste des Sängers genügte, um selbige zum Klatschen zu bringen. Oftmals hätte man gar meinen können, daß die laut mitsingende Fangemeinde versuchte, Adrian Hates selbst zu übertönen – natürlich ein aussichtsloses Unterfangen. Trotzdem trug Hates dem gegen Ende Rechnung, indem er den Refrain zu „Traumtänzer“ von tausenden Kehlen singen ließ und sich zum Dank hoheitsvoll verneigte.


Überhaupt war sämtlichen Beteiligten die Spielfreude durchweg anzusehen. Adrian bewegte sich mehr als gewöhnlich und nahm häufig Kontakt zum Publikum auf, während sich Gaun:A und Bassist Flex wohl bei der Frage der Interpretation von beispielsweise „The Chain“, „AmoK“ oder „Soul Stripper“ durchgesetzt zu haben schienen. Bei den meisten Songs lag die Betonung nämlich eindeutig auf den Sechssaitern und die rockten den Saal im wahrsten Sinne des Wortes. „Was für ein Lärm“, mit diesen Worten, die alles sagten, bedankte sich Adrian nach dem abschließenden „King Of Nowhere“ und ließ sich außerdem zu der Ankündigung hinreißen, daß Ende des Jahres ein neues DIARY OF DREAMS-Album erscheinen werde. Angesichts dieses großartigen Aufritts kann man sich doppelt drauf freuen!


Ich freute mich jedoch erstmal auf einen Sitzplatz in der Lounge, der durchtanzten Füße wegen, und auf ein kühles Bierchen, der trockenen Kehle wegen. Zu den letzten Klängen von VNV-Nation, die von der Mainstage herüberwehten, ließ ich das 6. Amphi-Festival Revue passieren. Dank der wieder einmal hervorragenden Arbeit der Organisatoren sowie des sonstigen Personals darf man das Wochenende uneingeschränkt als gelungen bezeichnen und trotz der sehr vielen Besucher hatte man, im Hinblick auf die tragischen Ereignisse bei der Loveparade in Duisburg, welche sich auch in Köln wie ein Lauffeuer herumgesprochen hatten, nie ein Gefühl der Unsicherheit. Aus meiner Sicht zu bemängeln ist allerdings die Auswahl des Line-Up's, das für meinen Geschmack einerseits etwas zu elektrolastig war, andererseits in der Hauptsache von „alteingesessenen“ Bands beherrscht wurde. Vielleicht sollte man hier mal über ein wenig mehr Genrevielfalt nachdenken. Dennoch wird mir das Amphi-Festival 2010 als schöne Erinnerung im Gedächtnis verbleiben und ich bin schon gespannt, was im Jahre 2011 am Kölner Tanzbrunnen geboten werden wird.

Ein besonders herzlicher Dank gilt meinem MK-Kollegen Ralf für die Fotos.


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