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02.06.2017
Ancestors
Doomige Zeitlosigkeit und sperrige Experimente für Freunde eigenwilliger Kost

Völur Disir

Puuuuuhh, nach dem ersten Durchlauf des Völur Debuts Disir bin ich zunächst eines gewesen: überfordert. Der Sommer treibt mich täglich aufs Feld, Gartenarbeit zwischen Regen und schwüler Hitze und mein Kopfhörer sendet Signale, die ich kaum einzuordnen vermag. Welche Stimmung wird hier bittesehr transportiert? Wohin will man mit dem Gebotenen und vor allem was für einen Stil soll ich hier benennen?

Gut, ganz anders: drei Kanadier wollen sich dem Sagenschatz der Germanen annähern. Lucas Gadke, Bassist bei den Black Sabbath Freunden von Blood Ceremony und James Payment, Schlagzeuger der jazzig proggenden Postrocker So Say Make Think setzten sich mit der Experimentalviolinistin Laura C. Bates zusammen um etwas wirklich schwer Greifbares auf Platte zu bringen. Folk, 70s Rock, rituelle Gesänge, Keifen, Gitarrensolieskapaden und mmmh - ja, diese Komponenten kenne ich auch von anderen Bands. Völur aber verwenden diese Elemente, als wäre es 1975, alle nachfolgenden Randgruppenveröffentlichungen mit ähnlicher Thematik oder Stilmischung wären nie erschienen und das Trio würde gerade auf einem ziemlich herben Trip jammen. Böse Zungen mögen da schonmal fragen "Wann gehts denn los?" um dann zu erkennen, dass es das schon ist. Doch wenn man sich perspektivisch eben doch von den modernen Ansichten von Folk, Doom Metal und Ambient verabschiedet und sich versucht vorzustellen, wie man diesen Stilmix vor 40 Jahren umgesetzt hätte, ich glaube, das Ergebnis wäre nicht allzuweit von Disir entfernt.

Ich bin mir sehr sicher, dass das Trio einige Freunde finden wird, denn ihr Sound ist ungewöhnlich, altmodisch und schwer zu (be)greifen. Gleichzeitig aber schafft man es, bereits mit dem Debut einen sehr eigenen Stil zu entwickeln. Hut ab vor dieser Leistung auf spielerisch hohem Niveau und Hut ab vor Band und Label, solche Kost mit gewiss eher übersichtlicher Zielgruppe mutig auf dem Markt zu werfen. Ich persönlich bin nicht Teil dieser Zielgruppe, doch vielleicht werde ich ja Ende des Monats auf dem Prophecy Fest noch bekehrt. Gespannt bin ich auf jeden Fall.

Facts:

Label:
Prophecy Productions

Mediatype:
CD

Genre:
Ambient / Classical / Folk

Review-Datum:
04.07.2016

VÖ-Datum:
24.06.2016

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Bewertung:
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Autor:
Horrschd

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Horrschd hat bereits 613 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 3,5 Sterne.Das Fazit von Horrschd zu diesem Review lautet: Ein seltsamer, innovativer und gleichzeitig altmodischer Trip 2016-07-04 0 2,5

Tracklist:

01. Es Wächst Aus Seinem Grab
02. The Deep-minded
03. White Phantom
04. Heiemo

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