Velvet Acid Christ Subconscious Landscapes

Was in drei Teufels Namen?

Selten empfand ich ein Release so enttäuschend wie 'Subconscious Landscapes'. Wow. Was soll das nur? Was will mir der Künstler denn sagen? Warum fand so etwas seinen Weg auf eine Veröffentlichung? Gut, es ist nicht die Katastrophe, nach der mein Entsetzen klingen mag, aber ein so lahmes, unbewegliches und an einem vorbeiziehendes Stück Narkolepsie hat es nicht verdient, Velvet Acid Christ auf dem Cover zu haben. Das Projekt hat in den 24 Jahren Bestehens schon einige Wendungen erlebt und nicht jede wurde von Kritikern und/oder Hörern wohlwollend angenommen. Oft sehr ambitioniert, sehr verkopft und zu verschlossen waren Velvet Acid Christ wirklich nicht für das schnelle Elektrovergnügen geeignet - man denke nur an die verzwickte Struktur des Klassikers "Futile". Doch 2014 werde ich auch nach dem xten Durchlauf nicht im Mindesten warm mit der neuen Marschrichtung.

Die erste Albumhälfte: Geradlinig, wenig beweglich enden die Songs so, wie sie begannen - als spannungsarmer Düster..tja..Pop/Wave? "Barbed wired garden" ist eine Chillout-Version eines "Decyphers" mit nettem (und mich nicht im Mindesten ansprechenden) Frauengesang. Konnte ich dem NeoFolkAusflug vor 5 Jahren nach einigen Durchläufen wirklich einiges abgewinnen, stößt mich der Song vor Harmlosigkeit ab. "Taste the sin" beginnt, als wäre es ein Lost Track auf der 'Lust for blood'. Je nachdem, wie man das Folgende findet lässt sich der Song viel Zeit oder kommt nicht zu Potte... Für mich Zweiteres, folgt doch wieder Frauengesang und Monotonie, wenn auch wenigstens etwas düsterer und kälter. 'Grey' wartet mit Engelssäuseln auf und schwebt dahin - wer war noch gleich der großen Bruder von Nett? Danach singt Bryan Erickson selbst, verhallt und klar, musikakisch bleibt es aber auf gleichem Niveau - ich glaub, ich bastel nebenher Kastanienmännchen.

Dann endlich ein kleiner Lichtschimmer - "Dire" kann zwar nicht das ganze Album retten, bietet aber trotz angezogener Handbremse den VAC Druck, der aus monotonen Strukturen düstere Schwere erschafft. Damit beginnt inhaltlich das zweite Kapitel des Albums und "Strychnine" prescht schön nach vorne. Kein Klassiker, aber immerhin VAC. Doch bis auf "Evil toxin" kann mich keiner der folgenden Tracks begeistern.... "Eye h8 u" stört mich sogar regelrecht. Insgesamt bleiben also 2 gute Songs, umrahmt von viel Füllmaterial oder Enttäuschungen.

Mag sein, dass das Album einfach in eine Musikrichtung weist, mit der ich so gar nichts anfangen kann. Doch sind mir die Unterschiede musikalischer Art zu gering, um nicht den Vergleich mit dem direkten Vorgänger 'Maldire' zu wagen - zumal die zweite Albumhälfte auch deutlich dieses Soundschema aufgreift. Elektronische Musik, instrumental immer als VAC zu erkennen und dabei wesentlich lahmer und uninspirierter. Und muss ich eigentlich meinen Top-Kandidaten für das "unansprechenste günstig-am-PC erstellte CD-Cover als wäre es 1995 und sowas modern" noch weiter erwähnen? Nein danke.

Facts:

Label:
Metropolis Records

Mediatype:
CD

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
09.12.2014

VÖ-Datum:
28.10.2014

Leserwertungen:
8

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Autor:
Horrschd

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Horrschd hat bereits 636 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 3,5 Sterne.Das Fazit von Horrschd zu diesem Review lautet: Neue Marschrichtung, neues Glück - oder Pech.... 2014-12-09 8 1,7

Tracklist:

01. Barbed Wired Garden
02. Taste The Sin
03. Grey
04. The Last Good Bye
05. Dire
06. Strychnine
07. Eye H8 U
08. Zalflex
09. Evil Toxin
10. Empusa

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