Velvet Acid Christ Lust For Blood

Seltsamerweise war und ist Velvet Acid Christ eine Band die die Gemüter spaltet, viele lieben,andere hassen sie.
"Warum dieses?", fragt man sich manchmal. Nun, eigentlich sollte sich im Programm von Bryan Erickson fast für jeden Geschmack etwas finden. Das könnte aber auch der Grund sein, warum VAC von manchen EBM - und Electro Fans abgelehnt wird. Denn man kann nicht erwarten auf einem VAC Album immer das gleiche zu hören. Ein weiterer Grund, dass VAC eine Art Hass/Liebe verursacht, mag die Gewohnheit Bryans sein, mit relativ klaren (evtl. manchmal aber auch dummen Worten) musikalische Ergüsse einiger seiner Kollegen anzusprechen. Allzu viel hörte man aber in letzter Zeit davon nicht mehr. Nun ja, sei es wie es sei. Ich darf Dir heute VACs neuestes Album, eingängig mit "Lust For Blood" betitelt, vorstellen. Die Band würde ich, aufgrund der Qualität ihres Schaffens und der langjährigen Tätigkeit, durchaus zu den Großen im Electro Bereich zählen. Der Albumtitel klingt nun ein wenig so, als hätten sich VAC eher kommerziell - gotischen Themen angenommen. Dem ist nicht so, also Leute: Durchatmen. :)

Auch hier ist es wieder einmal der Fall, dass die CD ziemlich unterschiedliche Musik enthält, was eine Beschreibung nicht unbedingt einfach macht. Die Single "Wound" als Opener ist ein VAC typisches midtempo Stück, textlich behandelt es das Thema der Tierquälerei (im englischen: animal rights). Deshalb klingt es auch etwas traurig und wir haben es nicht mit einem typischen Clubshmasher zu tun. Weitere Stücke die im mittleren Tempo gehalten sind und mit den typischen Vocals von Bryan aufwarten können: "Polyester Meth Zeus" und "Blood", wobei letzteres relativ harte Gitarrenriffs verabeitet (ohne aber Sepultura oder Fear Factory Konkurenz machen zu können) sowie im Mittelteil überraschend Piano Passagen bietet. Ein interesantes Industrial Metal Stück! Als flotte Tracks die auch teilweise an alte VAC Zeiten erinnern, möchte ich folgende nennen: "Parasite" (allerdings mit klarem Gesang!) , "Discoloured Eyes": cool und düster, "Disconnected Nightmare" und "Kashmir Crack Krishna". Letztes gefällt mir aber nicht sonderlich und es scheint eine Art Tradition bei VAC zu sein, im Mittelteil ein eher noisiges und nicht unbedingt passendes Stück einzuflechten (siehe auch "Speedball O.D." auf "Fun With Knives"). Soweit könnte man sagen, das Standard Programm wäre abgehandelt, wobei Standard nicht mißverstanden werden sollte. Alle zuvor genannten Stücke sind nämlich gut hörbar bis Klasse.

Die beiden total aus dem Electro/Industrial Rahmen fallenden Lieder spare ich mir für später auf und komme zunächst auf "Machine "zu sprechen. Hier lieferte Todd Loomis die Vocals, der übrigens für das gesamte Album als Gastmusiker und Co-Produzent genannt wird. Seine Stimme wurde maschinenartig verfremdet und schwebt sozusagen eher im Hintergrund, während wuchtige Beats und interesante Athmosphären im Vordergrund stehen. Nicht unbedingt mein Fave, aber interesant. Weiter geht es mit den drei instrumentalen Songs: "Ghost In The Circuit" ist ein ruhiges, melodiöses Synthie Stück, das mir sehr gut gefällt. Die 2 Titel die die CD beschließen, erscheinen mir zwiespältig. Das erste "Psychaktive Landscape" ist ein athmosphärisches Trance Stück und ja... ganz nett. "Ghost Regen", ebenso Trance-mässig aber etwas härter.. Eigentlich auch ganz gut, aber da gibt es doch besseres in der Richtung. "Crushed" hat dann absolut nichts mehr mit Electro zu tun, sondern ist eine Art dunkler Gitarrenpop/rock, der aber nicht ganz so penetrant auf poppig getrimmt ist , wie zB. HIM o. neuere The 69 Eyes. Geht doch schon eher in Richtung ältere The Mission o. The Cure, um Anhaltspunkte zu nennen. Sehr cool. Ebenso "Lust": Flotter Gothrock, mit punkigen Momenten. So, die EBM Puristen haben sich hoffentlich nicht übergeben inzwischen. Ihr könnt ja "For" (=4 Sekunden Stille) hören.... :p

Solltest Du tatsächlich bis hierhin gelesen haben, dürfte Dich meine Wertung nicht überraschen: Daumen hoch! Klar, einige Songs sind eher Durchschnittsware, überwiegend haben wir es aber mit Qualitätsarbeit zu tun. Ebenso soll nicht vergessen werden, das gute Artwork zu loben ! Hier lohnt ein Erwerb der CD wirklich, gegenüber einem Download. Leute, die lieber gleichklingende Titel auf einem Album haben wollen oder reine Elektronik Liebhaber sind, brauchen diese CD ja nicht zu kaufen. Aber alle anderen sollten das tun und ich bin sicher, es werden sich derer genügend finden, um "Lust For Blood" zu einem Erfolg zu machen.

Facts:

Label:
Metropolis

Mediatype:
CD-Album

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
07.09.2006

VÖ-Datum:
29.09.2006

Leserwertungen:
9

Bewertung:
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Autor:
Frank W.

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Frank W. hat bereits 235 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4 Sterne.Das Fazit von Frank W. zu diesem Review lautet: Daumen hoch - trotz Durchschnittsware! 2006-09-07 9 4,2

Tracklist:

01. Wound
02. Parasite
03. Discolored Eyes
04. Crushed
05. Disconnected Nightmare
06. Polyester Meth Zeus
07. Kashmir Crack Krishna
08. Ghost In The Circuit
09. Machine
10. Lust
11. For
12. Blood
13. Psychoaktive Landscape
14. Ghost Regen

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