Valborg Endstrand

Das kennt man doch: mit dem falschen Bein aufgestanden, die Familie strengt an, die Arbeit belastet und zurück bleibt die eigene, nun leere Hülle, die es etwas härter braucht, um überhaupt noch zu spüren. Knüppel statt Kunst. Also folgt: Knüppel.

Valborg blieben mir trotz fünf Vorgängeralben in 12 Jahren Existenz verborgen und ich weiß nach einem Tag am 'Endstrand' ganz genau, warum. Ja, hier wird der minimalistisch-stumpfen Kunst gefröhnt - weniger Melodie, weniger Text, weniger Inhalt und weniger Gefühl. Erst noch zu Beginn mancher Songs etwas Feinfühligkeit angetäuscht. dann aber immer feste druff, immer schön schrille Kacke ins Mikro gebrüllt, bloß nicht mit Fäkalausdrücken sparen, auch den Hauch der Idee politischer Unkorrektheit unkommentiert stehen lassen und auf keinsten Fall zu wenige Songs am Bord haben. Denn Masse toppt in solchen Nischen anscheinend Klasse. Das scheint zum Teil in Grindcore so, im Hardcore, bei NDH oder wie hier beim 'German Metal Monster' - so nennen Valborg ihr Produkt und immerhin heißt das, dass nicht nur im Uptempo geballert wird, sondern dass man häufig in Midtempo langweilt. Härte, um hart zu sein, Brutalität um der Brutalität WIllen, Wut ohne sichtbaren Grund, einfach mal rausschütteln aus der Matte was da so stört: Gedanken, Sorgen, Gehirn. Denn nichts anderes wollen Valborg, ob sie es für Kunst halten, oder nicht. Und textlich fühle ich mich, wenn sie sich mal trauen, mehr als 4 Worte in ein Lied zu packen, an Totenmond erinnert - in plump, stumpf und peinlich.

Drück den Speer
Judas komm her
Amen
Verräter am Kreuz
Geiler Papst
Biblische Rache
Sex im Grab
Ave Maria

Da möchte man doch bei einem wohl temperierten Rotwein diskutieren. Hurx. Also bleibt mir nur, kopfschüttelnd (und ich beziehe mich nicht das metallische, sondern das verständnislose) zu hinterfragen, wie so etwas Plattes seinen Weg in die Lupus Lounge gefunden hat. Denn selbst wenn das Dargebotene eine bemerkenswerte Erinnerung an primitive Hellhammer aufleben lassen würde (und ich nutzte den Konjunktiv beabsichtigt), 'Endstrand' würde aus den sonstigen Angebot unangenehm herausstechen. Nein, danke.

Facts:

Label:
Lupus Lounge

Mediatype:
CD

Genre:
Rock / Metal / Punk

Review-Datum:
13.05.2017

VÖ-Datum:
07.04.2017

Leserwertungen:
3

Bewertung:
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Autor:
Horrschd

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Horrschd hat bereits 614 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 3,5 Sterne.Das Fazit von Horrschd zu diesem Review lautet: Nein, danke. 2017-05-13 3 1

Tracklist:

01. Jagen
02. Blut Am Eisen
03. Orbitalwaffe
04. Beerdigungsmaschine
05. Stossfront
06. Bunkerluft
07. Geisterwürde
08. Alter
09. Plasmabrand
10. Ave Maria
11. Atompetze
12. Strahlung
13. Exodus

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