The Sisters Of Mercy Floodland (Reissue, Remastered)

Nun wird wohl der ein - oder andere denken, sind die beim MK jetzt total abgedreht und platzieren ein Asbach Uraltes Album auf der Startseite. Stimmt sogar, abgedreht sind wir, in diesem Falle aber mit Berechtigung. Denn neulich stöberte ich in unserer Rezi Datenbank und mir fiel auf, dass es da von den Sisters so gut wie gar nichts gibt. Und diese Besprechnung von "Floodland" bezieht sich natürlich nicht auf die Urversion desjenigen, sondern auf ein Re-release inkl. remastering und Bonus Tracks. Diese Neuveröffentlichung des Klassikers ging an mir vorbei, aber irgendwann letztes Jahr stieß ich auf "Never Land (long version)" bei Youtube. Ja, diese Version ist fast 12 Minuten lang und ziemlich cool, nur woher bekomme ich das Ding ausserhalb von Youtube, dachte ich mir und ging auf die Suche. Diese wurde schnell belohnt, da die hier vorliegende Version genau dieses tolle, lange "Never Land" enthält. Und nicht nur das. Mh, ob auch andere diese neue Version von "Floodland" verpasst haben ? Jedenfalls schließt sich nun diese Lücke in der Historie der Schwestern und des Medienkonverters (also ein Grund zum feiern eigentlich!).

Ob "uns Andrew" auch feiert ? Mh, was macht der überhaupt so ? Es scheint, als ob die Sisters den Weg alles Lebenden gegangen sind... Jedenfalls erinnert man sich gern an die Zeiten, wo diese Band noch als Ikonen der Goths (nicht nur derer) galt. Auch wenn Elditch nie etwas mit denen zu tun haben wollte, ihr Geld nahm er jedenfalls gerne :) Und da war er auch noch ein dürres Jüngelchen, in schwarzes Leder gekleidet, ,mit lässigem langen schwarzem Haar und die obligatorische Sonnenbrille fehlte nie. Später war es etwas anders, Andrew im bunten Hemd mit kurzem blondem Haar..... aber was soll´s da eigentlich shit egal wie die Musiker aussehen. Kommt es doch auf die Mucke an - normalerweise! Bei Teenie Bands und Sexy Sternchen ist das sicher anders. Aber die lassen wir mal aussen vor, sondern stellen fest, dass "Floodland" ausser dem etwas nervigen und überlangen "This Corrosion" nicht viele Ansätze zum Meckern bot. Nun mit "Never Land" und "Emma" als Bonus, aber noch weniger. Einige werden nun blaffen: Ach, diese beiden Stücke sind doch in die Länge gezogene Loops. Nein, eben nicht. Denn "Never Land" steigert sich immer mehr vergleichbar mit einem gut aufgebautem Psytrance Stück. Es werden subtil Elemente hinzugefügt, alleine die Wirkung der im letzten Drittel beginnenden zusätzlichen Hihats ist schon erstaunlich irgendwie. Wenn man sich auf das Stück einlässt, wird man sicher in Trance geraten können. Aber es ist sicher auch gut geeignet für verauchte Kiffer Saloons. "Emma" hingegen ist weniger geloopt und trancelike, dafür erinnert es zB. an "Marian" - also eine Art softerer Sisters Rock. Dieses Riff, dass sich durch das Stück schlängelt und Andrews Grabesstimme sind halt doch typisch Gothrock, da kann der Herr A.E. noch so viel erzählen. Das Remastering scheint hier auch sehr gelungen, da die Soundtechniker eher dezent vorgingen.

Als die Sisters nach dem Erfolg dieses Albums schließlich wirklich vom Goth Image weg wollten und das eher traditionelle Rockalbum "Vision Thing" aufnahmen, waren sie leider schon nicht mehr relevant. Oder kann jemand der Anwesenden wirkliche Höhepunkte dieser Platte nennen ? Ich zumindest nicht. Dafür sollte diese "Floodland" Version ein jeder zu Hause haben, der auf dunkle Rockmusik mit Maschinenunterstützung steht (bei den Sisters war dies ein Dr. Avalanche). Vermutlich DAS definitive Standardwerk - nun in dieser Version erst Recht.

PS: Wer weitere interesante Infos will, sollte sich bei Allmusic und der englischen Wiki umsehen, da gibt es einiges zu lesen, auch Statements von Andrew und Patricia, sowie dem Produzenten des Werks. Die Videos die für die Singles gedreht wurden, waren unüblich teuer für eine Band wie SOM. Aber es hatte sich gelohnt. Ebenso lesen kann man dort, dass "Emma" eine Coverversion von Hot Chocolate ist, also da will ich das Original lieber erst gar nicht hören...

Facts:

Label:
Rhino

Mediatype:
CD

Genre:
Gothic / Medieval / Darkwave

Review-Datum:
14.05.2012

VÖ-Datum:
11.11.2006

Leserwertungen:
2

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Autor:
Frank W.

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Frank W. hat bereits 235 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4 Sterne.Das Fazit von Frank W. zu diesem Review lautet: Vermutlich DAS definitive Standardwerk! 2012-05-14 2 4,2

Tracklist:

01 Dominion / Mother Russia 7:00
02 Flood I 6:23
03 Lucretia My Reflection 4:57
04 1959 4:14
05 This Corrosion 10:55
06 Flood Ii 6:46
07 Driven Like The Snow 6:28
08 Never Land (a Fragment) 3:00
09 Torch 3:55
10 Colours 7:22
11 Never Land (full Length) 11:59
12 Emma 6:20

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