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15.09.2017
Stands with death
Solide Projektskizze, die auf einem Album zeigen muss, was sie kann

The Dark Red Seed Becomes Awake

Als es im letzten Jahr hieß The dark red seed “stands with death” bemerkte ich abschließend, dass auf dem kommenden Album sicherlich mehr gehen wird. In meinen Ohren habe ich da recht behalten: Die Saat ist nun erwacht und das Debutalbum des amerikanischen Duos ehemaliger King Dude Musiker ist zumindest ein hochinteressanter Kauz rockiger Seltsamkeiten.

Was muss man da so alles mögen: Auf jeden Fall Rock amerikanischer Prägung, Dark Americana, Southern Rock sowie Stoner Rock. Ein Faible für Blues sollte man in jedem Fall auch mitbringen. Interesse an Folk, Country und wohl auch ein wenig Ambient wären günstig. Und man sollte auch asiatischen Klangeinsprengseln gegenüber aufgeschlossen sein sowie offen für gejammte Parts ohne Zeitbeschränkung, zigarettenvernebelte Luft und schweißtreibende Hitze. Man sollte sich befreien von der Erwartung eines musikalisch klar eingerahmten Korsetts, strukturierten Melodien, Refrains…. Klar, man bekommt so etwas ausreichend um die Ohren gerockt, aber in der Dichte dieses musikalischen Fiebertraumes wirken die “gewöhnlichen” Elemente eher wie der Deckel auf der blubbernden Brühe, die eigentlich im Topf brodelt. Alles fließt, alles will wohl irgendwo hin und das Duo lässt das zu. Ein mutiges Album im Hinblick auf Verkaufszahlen, aber ein überraschend stimmiges.

Ich weiß so gar nichts mit solcher Musik anzufangen, Blasinstrumente, die mich an Big Bands aus New Orleans erinnern, sind mir ein Graus, Rock oft zu entspannt und fehlende Struktur nur schwer zu ertragen – dennoch kann ich eine gute Zeit mit dem Album verleben, kann es als Gesamtkunstwerk anerkennen und muss sagen, dass die Wirkung auch nach mehrmaligem Hören immer eine Positive ist. Obwohl es mir ja gar nicht gefällt… oder gefallen kann? Ach, ich weiß auch nicht…

Kann ich so wirklich einen Song nennen, der genügt, um eine Kaufentscheidung für oder wider “becomes awake” zu fällen? Der rockig-normale Opener “Drukkha” vermittelt gut die Kompetenzen des Duos – schonmal ein wertvoller Eindruck. “Awakening” und “Sukha” konnte ich persönlich noch besonders genießen aber ehrlicherweise gilt: Durchhören, mehrfach und in unterschiedlichen Situation, bzw. an unterschiedlichen Orten. Mal im Hintergrund, dann laut. Mit Kopfhörern. Bei Sonne und Regen. Einfach immer wieder reinhören. Aber dafür haben CD-Händler oft wenig Verständnis, also irgendwie…. doch ja…. einfach kaufen!

Facts:

Label:
Prophecy Productions

Mediatype:
CD

Genre:
Rock / Metal / Punk

Review-Datum:
27.05.2018

VÖ-Datum:
18.05.2018

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Autor:
Horrschd

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Horrschd hat bereits 630 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 3,5 Sterne.Das Fazit von Horrschd zu diesem Review lautet: Ein Hörerlebnis wie im Fiebertraum, spannend und unbedingt lohnend 2018-05-27 0 4,2

Tracklist:

01. Dukkha
02. Darker Days
03. Alap
04. Ancient Sunrise
05. The Mouth Of God
06. The Destroyer
07. The Void
08. Awakening
09. Sukha
10. Diana And Ouroboros Dance

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