Stromkern Stand Up

Neben Rotersand und Mind.in.a.box sind auch Stromkern mit ihrer neuen Single „Stand Up“ Teil der Dependent Club Invasion 2-Box. Dabei sind sie der wohl außergewöhnlichste Beitrag auf dem besonderen Sampler. Aber eines haben sie mit ihren Labelkollegen aus dem Hause Dependent doch gemeinsam: ihr Talent Elemente verschiedenster Stilrichtungen zu vielschichtigen und komplexen Arrangements zu verbinden. Stromkern bedienen sich dabei vor allem musikalischer Klänge aus den Richtungen EBM und Electronic sowie rapähnlicher Freestyle-Elemente. Ergebnis ist ein Stil, den man mit bisher Bekanntem nicht benennen kann. Aber es muss ja nicht immer ein Musikstil sein, sondern hier tun es auch verschiedene Einzelworte: energiegeladen, anders, rau, eingängig und irgendwie auch merkwürdig an Rap erinnernd. Der Sound ist so straight wie EBM, der Gesang eine ungekannte Variante des Freestyle und die Melodie so eingängig wie locker leichter Electronic. Ich schwanke zwischen Mögen und vollkommener Ablehnung und lande bei purer Unentschlossenheit. Aber damit haben Stromkern immerhin schon eines erreicht: sie machen auf sich aufmerksam und bleiben im Gespräch. Ganz klar, dieser Song polarisiert. Neben dem ‚Radio Edit’ gibt es noch einen ‚Extended Mix’ und den ‚Army Of Darkness Mix’, wobei letzterer dem Song am Anfang noch eine mystische Note verpasst und anschließend etwas Härte nimmt. Neben den zwei Mixversionen runden „Can’t Believe“ und „Slow Cascade“ das musikalische Werk ab. Beide weitaus ruhiger als der Titeltrack. „Can’t Believe“ wirkt gar harmonisch, wenn man die letzten Klänge von „Stand Up“ noch in den Ohren hat. Auch hier ist klar ein eigener Mix aus verschiedensten Stilen erkennbar, der gewagte Griff in Richtung Freestyle ist hier jedoch unterlassen worden. „Slow Cascade“ wird dagegen als weiterer Versuch verwendet, Altbewährtes mit neuen Elementen zu kombinieren.

Stromkern wagen sich an musikalische Experimente, die mir so bisher noch nicht untergekommen sind. Gewagt werden verschiedenste Stile zu einem Ganzen vermengt. Trotz der eigentlich unvorstellbaren Kombination aus EBM und Freestyle entsteht kein dissonantes Chaos. Dank seiner Pianistenausbildung hat Mastermind Ned Kirby die Lehre aus Harmonie und Komposition nicht aus den Augen verloren, nur das Ergebnis bleibt trotzdem reine Geschmacksache. Ich bewundere die Experimentierfreudigkeit, auch wenn ich mich mit dem Ergebnis nicht so richtig anfreunden kann. Das neue, noch in diesem Sommer erscheinende Album scheint - nach dieser Maxi zu urteilen - noch einige Überraschungen für die Fans offen zu halten.

Facts:

Label:
Dependent

Mediatype:
CD-Maxi

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
14.06.2005

VÖ-Datum:
23.05.2005

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Autor:
Susann

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Susann hat bereits 119 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne. 2005-06-14 0 3,3

Tracklist:

01. Stand Up (extended Mix)
02. Can’t Believe
03. Stand Up (radio Edit)
04. Slow Cascade (version)
05. Stand Up (army Of Darkness Mix)

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