Stendeck Scintilla

Der als Pianist ausgebildete Schweizer Alessandro Zampieri liefert mit „Scintilla“ sein fünftes Album ab. Wie üblich hat er dabei alle Instrumente selbst gespielt. Einen Titel fährt der Mann aus Lugano dabei wahrscheinlich locker ein, den für das IDM–Album mit den längsten Songtiteln. Das klingt jetzt erstmal albern, hilft aber natürlich schon, den Hintergrund der instrumentalen Stücke nachzuvollziehen. Wobei sich die Frage stellt, ob der Hörer nicht eher seine eigenen Bilder erschaffen möchte.

„Scintilla“ liefert den erwarteten Sound zwischen Ambient, Elektronika und IDM, gespickt mit vielen Ideen. Wobei die musikalische Zuordnung hier wahrscheinlich von jedem Hörer anders gesehen wird. Schon im Opener pendelt Stendeck zwischen orchestralen Elementen und Sounds die nach den Weiten des Weltraums klingen. Im Albumverlauf wechseln sich sehr ruhige Phasen („Tight Around…“) mit zum Teil geradezu hektisch Momenten („That Foolish Fascination…“) ab. Die Stücke sind voll gepackt mit Soundideen, von Spieluhrsounds über Glockespiele bis zu Gitarreneinsätzen. Und trotzdem hat „Scintilla“ einige (konzeptbedingte?) Längen. Da die Songs ineinander übergehen, oder besser einige kurze Tracks Brücken zwischen je zwei Stücken bauen, habe ich dieses Album als Ganzen wahrgenommen. Es fällt mir schwer, einzelne Stücke hervorzuheben. Neu ist eine gewisse Härte oder besser Eindringlichkeit, die sich neben der melancholischen Grundstimmung eingeschlichen hat. „Crimson Cloud Cascade“ ist in Teilen sogar richtig tanzbar und auch sonst einer der besten Songs.

Letztendlich fehlt „Scitilla“ allerdings der letzte Kick (das letzte "Fünkchen" quasi) um mich völlig mitzureißen und über die gut siebzig Minuten am Stück zu fesseln. Das ändert aber nichts daran, dass der neue Silberling von Alessandro wieder eine Bereicherung ist und seine Anhänger erfreuen dürfte.

Facts:

Label:
Tympanik

Mediatype:
CD

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
26.10.2011

VÖ-Datum:
05.05.2011

Leserwertungen:
2

Bewertung:
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Autor:
Minne

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Minne hat bereits 153 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4 Sterne.Das Fazit von Minne zu diesem Review lautet: Schön. Es fehlt aber ein "Fünkchen" zum völligen Glück. 2011-10-26 2 3,3

Tracklist:

01. Hold My Hand High In The Sky Ready For The Deep Dive
02. Feel The Flames Burning Inside Me
03. Catch The Midnight Girl
04. Tired Figures Wave Goodbye In The Backdrop Of A Sinking Boat
05. Tight Around Her Throat She Slips Away
06. Like Snowflakes On My Fingers
07. Run Amok (against Time Rebels)
08. Swimmers In A Sleepless Hour
09. Voiceless Wishes Flicker In The Shattered Mist
10. Six-door Bedroom
11. That Foolish Fascination Of A Ghost Light Collector
12. Why Did We Get So Far?
13. Learning How To Walk Through Walls
14. Last Night An Angel Fell On A Motorway
15. Thieves Of Watercolour Memories
16. The Silence After This
17. Crimson Clouds Cascade

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