Spiritual Front Black Hearts In Black Suits

Vorsicht, dieses Album ist nicht das, was es zu sein scheint!

Wenn ich schreibe 'Der Wolf im Schafspelz', dass ists irreführend. Eher 'Das Schaf im Wolfspelz'... das würde aber heißen, dass die regulären Veröffentlichungen der Italiener von der Spiritual Front wolfsartig sind. Doch auf 'Black hearts in black suits' erleben wir nicht soft-schmusigen Pop-Folk Marke Spiritual Front sondern Mastermind und Frauenverzücker Simone Salavatori und seinen ehemaligen Weggefährten und klassischem Musiker Stefano Puri ganz puristisch (hihi). Mit Puri entstand vor sieben Jahren 'Armageddon gigolo' bevor er die Band verließ. Das vorliegende Album ist also eher eine Projektarbeit, in der Puri Salavatoris Gesang äußerst minimal begleitet.

Eingeleitet von trauernd-sakralen Chören zeigt das zweite Stück "Life is too long", was 'Black hearts in black suits' gerne hören: Ein Kammerstück, Violinen und Cello, und eine Melodie, die bei dieser Intonierung wunderbar in eine Bar spät Nachts passen würde, wenn verzweifelte Seelen am Grund ihres Glases nach Hoffnung suchen. Insbesondere der Refrain ist beeindruckend überzogen-schmachtig. Da berührt mich das Instrumentalstück "Martha" mit einer wehmütigen Pianolinie eher, genau wie "Eternally yours". Überhaupt, das Piano im Fokus bereitet die schönsten Momente auf dem Album, Gesang, Chöre und Beiwerk können da kaum mithalten. Sicherlich ist dies alles forciert, sicherlich ist Salavatoris Gesang stark wie selten und 'Black Hearts' ohne Scheu vor Kitsch werden hier Sternstunden des melancholischen Vor-sich-hin-Seufzens erleben, doch bin ich zu keinem Zeitpunkt gefesselt, die instrumentalen Stücke sind auch nur schön und auf Albumlänge wird das Ganze zur zartbitteren Qual.

Die in der Label-Information angesprochenen Nick Cave, Marc Almond, David Tibet oder gar Franz Schubert bieten zwar einen kleinen Richtungshinweis, doch in deren Liga hat 'Black hearts in black suits' keinen Platz. Und so kann ich nur hoffen, dass Salavatori bald wieder zurückkehrt zum Folk-Pop – denn der will viel eher zu ihm passen und dort wirkt Schwülstigkeit auch ein Stück weniger aufdringlich.

Facts:

Label:
Rustblade

Mediatype:
CD

Genre:
Ambient / Classical / Folk

Review-Datum:
04.03.2014

VÖ-Datum:
06.12.2013

Leserwertungen:
3

Bewertung:
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Autor:
Horrschd

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Horrschd hat bereits 636 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 3,5 Sterne.Das Fazit von Horrschd zu diesem Review lautet: Minimalistischer Exkurs der Italiener, der leider nicht zündet 2014-03-04 3 2,5

Tracklist:

01. Requiem ?ternam
02. Life’s Too Long
03. Martha
04. Eternally Yours
05. Veronika
06. The Only Sin
07. Dies Ir?
08. No Forgiveness
09. Erwig
10. I Just Can’t Have Nothing
11. Lacrimosa
12. I Believe I Was Yours
13. Franz
14. Choose Death
15. Each Man Kills The Thing He Loves

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