Rotersand Random is resistance

Kennt man das nicht von einschlägigen Printmedien: Da werden eigentlich alle Alben von Bands, die nicht bei 3 auf dem Baum sind, in den Himmer gelobt. Wenn es dann auch noch eine Band ist, die bereits mit einem oder mehreren Vorgängeralben Erfolge erzielen konnte, dann steht sowieso schnell fest, dass man es mit dem neuen „Album des Jahres - bli bla blub“ zu tun hat. Und das, obwohl sich der Inhalt mehr als oft genug als heiße Luft darstellt, die langweilig am Hörer vorbeizieht und nur durch den Namens-Bonus überhaupt Beachtung findet. Als Rezensent unabhängiger(er) Zines hat man es da dann schon leichter und kann auch mal schwere Kritik üben und wird auf Zustimmung in den Foren treffen. Was macht man aber, wenn man vom Produkt, dass man da hat, wirklich überzeugt ist und es nun kundtun will, ohne dass es gleich heißt „Das sagt er nur, weil es gemacht haben“ ?

„Random is Resistance” ist Album Nummer 4 von Rotersand und ... ich war noch nie ein echter Freund der Band. Zu oft gingen mir die Tracks, die in den Clubs gespielt wurden, auf die Senkel, zu durchschnittlich (oder zumindest unbesonders) empfand ich den Großteil der Songs der einzelnen Alben. Klar, da waren auch sehr gute Songs dabei, aber auf Dauer blieb wenig von Rotersand in (meinem!) Kopf hängen. Und nun kommt da dieses neue Album im wunderschönen Digipack daher, das Cover und die Gestaltung sind schmuck, edel und vor allem ungewöhnlich und einladend – herrje, ich lasse mich doch nicht etwa blenden von der Optik und Haptik. Also schnell rein mit der CD und die Verpackung versteckt – hier geht es um die Musik. Und ... Rotersand haben eines der stärksten elektronischen Alben des Jahres abgeliefert. Das ist keine Beweihräucherung, kein blindes Jubeln – die Tracks sind fast ohne Ausnahme stark, die Texte weit über dem Elektro-Durchschnitt und die Umsetzung einfach stimmig. Die Grundstimmung ist wenig aggressiv – Rotersand erinnern zum Teil an VNV Nation oder Covenant, machen ihre Sache dabei aber so gut, dass sie die letzten Outputs der Vergleichspartner fast schon locker in die Tasche stecken. Tanzbar sind fast alle Tracks – Herrje, ich kann nur jubeln.

Wenn man die Musik der beiden oben genannten Bands (oder eben der „sanfteren“ Rotersand früherer Alben) mag, dann sollte man wirklich ein Ohr riskieren. Und hört zumindest in „We will kill them all“ und „War on error“ rein, genießt die Programmierung UND die wirklich saustarken Texte und schreibt dann erst ins Forum: Ist nur Durchschnnitt, 08/15, etc. Oder lasst es, denn es wäre eine Falschaussage.

Facts:

Label:
Trisol

Mediatype:
CD

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
06.11.2009

VÖ-Datum:
23.10.2009

Leserwertungen:
13

Bewertung:
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Autor:
Horrschd

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Horrschd hat bereits 626 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 3,5 Sterne. 2009-11-06 13 4,2

Tracklist:

01. Yes, We Care
02. Bastards Screaming
03. Waiting To Be Born
04. Speak To Me
05. We Will Kill Them All
06. First Time
07. Beneath The Stars
08. If You Don’t Stop It
09. War On Error
10. A Number And A Name
11. Gothic Paradise
12. A Million Words To Lose

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