Re:\Legion ElevenElevenEleven

Ein schickes Datum haben sich Re:\Legion da ausgesucht. Während Feierwütige landauf, landab Schlag 11.11 Uhr in den Ausnahmezustand verfallen waren und in zahlreichen Standesämtern die Hochzeitspaare wie am Fließband durchgeschleust wurden, haben Martin und Oliver ihr drittes Fulltime-Album über E-noxe werbewirksam auf den Markt gebracht. Ein Datum, das man sich in der erwartungsfrohen Fangemeinde gut merken konnte.

Hinter „ElevenElevenEleven“ steckt allerdings mehr als nur das VÖ-Datum. Die erste „Eleven“ geht an die elf neuen Songs auf CD1, elf weitere Songs füllen CD Nummer 2, allesamt Remixe u.a. von befreundeten Künstlern. Die dritte Elf schließlich steht für die elf weiteren exklusiven oder raren Titel, die Re:\Legion vom 11.12.11 bis zum 11.10.12 jeden Monat zum Gratisdownload auf ihrer Website online stellen werden. So ist „ElevenElevenEleven“ ein wahres Songfeuerwerk, vor dem es sich den Hut zu ziehen lohnt. Seit dem ohnehin schon überzeugenden Vorgänger „State of Mind“, mit dem das Duo aus Karlsruhe und Bielefeld endgültig in den hiesigen Clubs angekommen war, dürften die beiden unermüdlich gearbeitet haben, um den edlen Digipack auf den Tag genau in den Händen halten zu können. Erneut haben Re:\Legion deutlich hörbar einen Riesensprung gemacht – Newcomer-Act und Geheimtipp waren gestern. Heute sind sie jedem Leser der einschlägigen Musikpresse und fleißigen Clubgängern mindestens ein Begriff. Re:\Legion haben ihren Sound gefunden und sind diesem treu geblieben, aber natürlich nicht, ohne ein ganzes Arsenal an neuen, frischen Ideen zu neuem Tanzflächengut zu machen. Zwar fühlt man sich beim Durchhören auch diesmal an die ein oder andere „Inspirationsquelle“ erinnert, wer jedoch mit dem Unwort „Plagiatsverdacht“ den Zeigefinger zu erheben meint, flieht besser gleich in die USA.

Unter den 11 neuen Stücken finden wir mit „Legion“ und „Bored“ zwei alte Bekannte. Frisch poliert für das unvergessliche Datum reihen sie sich in eine Tracklist ein, die fast ausnahmslos toughe Clubhits zu bieten hat, wie etwa „War:dance“ und „War of Babylon“. „Sentinel“ erinnert lediglich vom Titel her an VNV Nation, der düster-poppige Endzeittrack hat seinen ganz eigenen Charme und gute Chancen auf den Plattenliebling. Doch die Konkurrenz ist groß. Wie mit „Trance:Formation“ auf „State of Mind“, ist die Albummitte erneut für eine Tranceperle reserviert: „En:trance“ zieht alle Register und katapultiert geradewegs auf eine neue Bewusstseinsebene. Ein großes Wagnis sind Martin und Oliver mit dem Einsatz weiblicher Vocals eingegangen, doch „Sea:cret“ (feat. Spacygirl76) überzeugt mit einer hervorragenden Stimme und tollen Melodien - leichte Parallelen zu Blutengel inklusive. Insgesamt ist auf CD 1 kein Track vertreten, der nicht auf Anhieb im Ohr hängen bleibt. Zwar ist nach wie vor auf der Gesangsebene noch „etwas Luft nach oben“, aber nicht in dem Maße, dass es als störend empfunden würde. Vielmehr merkt man deutlich, dass Re:\Legion auch hier einen weiteren Schritt nach vorn gegangen sind.

Mit der Remix-CD verhält es sich nicht anders. Sind diese zwar häufig ein heißes Eisen, das man besser nicht angefasst hätte, kann das Unternehmen auch durchaus erfolgreich sein, im Sinne von echtem Mehrwert in Bezug auf die Titel. Martin und Oliver selbst sowie Künstler wie Exilanation, DEN.C.T.BUG, das-kollektiv.net oder Ziya haben aktuelle und ältere Stücke bearbeitet und eine erstaunliche Bandbreite an Sounds kreiert. Von „Sentinel“ im Stronghold-Remix hätte man aber zumindest erwartet, dass VNV Nation am Werk waren – kleiner Scherz, aber warum eigentlich nicht? Eindeutige Favoriten, die das Remix-Spektrum deutlich machen, sind etwa „Sentinel“ im hochmelodischen, synthpoppigen CHROM Remix, „Iceangel 2011“, das Ziya zu einer wundervollen dunkelromantischen Perle mit betörendem Gesang transformiert haben, sowie
„Persona non grata“ im schrägen „Coffee House Mix“ - eine Mischung aus Pink Panther-Sound und Monthy Python. Da steckt nicht nur viel Humor, sondern auch Mut dahinter! Bravo und danke – für diese gestandene Produktion und die elf Mal Vorfreude auf das neue Download-Material!

Facts:

Label:
E-Noxe

Mediatype:
Doppel-CD

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
06.12.2011

VÖ-Datum:
11.11.2011

Leserwertungen:
2

Bewertung:
Rating Image

Leserwertung:
Rating Image

Autor:
Susanne

Bewerte diesen Tonträger:

Autor:

Susanne hat bereits 348 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne.Das Fazit von Susanne zu diesem Review lautet: Elf + elf + elf mal Neues, Aufgehübschtes und Seltenes - ein großer Wurf! 2011-12-06 2 4,2

Tracklist:

Cd1
01. Ptr2011
02. War:dance
03. Legion 2011
04. Zorn:beat
05. Sentinel
06. En:trance
07. Gigantomanie
08. War Of Babylon
09. Sea:cret (feat. Spacygirl76)
10. Bored 2011
11. Sleeping With Shadows

Cd2 (remixes)
01. War:dance (t3rror 3rror R3m1x)
02. Sentinel (chrom Remix)
03. Persona Non Grata (exilanation Remix)
04. Iceangel 2011 (feat. Ziya)
05. Line B (sbf Mix 2011 Feat. Kaataxia)
06. War:dance (devilsight Remix)
07. Legion (marching Remix By The Dark Unspoken)
08. Persona Non Grata (den.c.t.bug Remix)
09. Sentinel (stronghold Mix)
10. Nachthexen (das-kollektiv.net Remix)
11. Persona Non Grata (coffee House Mix)

Facebook Like

Twitter

Twitter

(c) Medienkonverter Online - Alle Rechte vorbehalten Vervielfaeltigung nur mit Genehmigung.
Alle Angaben erfolgen ohne Gewaehr. Page Impressions diese Seite: 1.686 Statistiken
Impressum