Project Pitchfork Dream, Tiresias!

„Dream, Tiresias!“ - mit dieser Aufforderung macht die erste deutsch deutsche Elektroformation in diesem noch sehr jungen Jahr nun bereits das zweite Mal auf sich aufmerksam. Nachdem am 23ten Januar die Vorabsingle „FEEL!“ das Licht der Welt erblickte und Hörerschaft sowie Fangemeinde bereits erste Hörgenüsse in das neue Schaffenswerk der Herren Spilles, Scheuber und Jansen erhaschen konnten, erschien nun am 27ten Februar auch das lang ersehnte Album. War der Vorgänger „Kaskade“ doch ein eher recht poppiger und „neuartiger“ Silberling, so widmen sich Project Pitchfork mit „Dream, Tiresias!“ nun wieder ganz ihren Wurzeln und Erinnerungen an die guten alten „Io“- oder „Alpha Omega“-Zeiten bleiben nicht aus. Und das ist auch gut so! Wer nun denkt: „Aufgewärmt!“, liegt dennoch falsch. Denn mit „Dream, Tiresias!“ schufen Project Pitchfork eine neue Ära, welche gekonnt an die Wurzeln anknüpft und zugleich wieder einmal den Spagat schafft, seiner Zeit voraus zu sein.

Project Pitchfork sind zurück und beweisen mit ihrem neuen Album, dass sie durchaus nicht verlernt haben, Musik zu schaffen, die einen förmlich dahin schmelzen lässt. Intensiv, bestechend, frenetisch und aggressiv zugleich. Charakteristisch ist es bei Project Pitchfork, dass es auf jedem Album und somit auch auf „Dream, Tiresias!“ eine Hauptthematik gibt. Wie uns der Albumtitel schon verrät, befasst sich diese mit dem blinden Seher der Götter „Teiresias“ (englisch: "Tiresias") aus der griechischen Mythologie, welcher der Legende nach sowohl als Mann als auch als Frau gelebt hat. Teiresias hat einer Auslegung zufolge den Menschen die Geheimnisse der Götter verraten und wurde dafür mit Blindheit geahndet. Und diese Geheimnisse und Träume offenbaren uns Project Pitchfork nun auf „Dream, Tiresias!“ in zehn Tracks, welche gesellschaftliche Miseren wie Drogenmissbrauch, Gemütsbewegungen und Glauben problematisieren. Das Besondere daran: Die Songs sind umgarnt von passenden Intro, Zwischenstücken und Outro (beginning, first dream, second dream, ...., last dream), was zur Folge hat, dass alle Songs ineinander zu verschmelzen scheinen. Die Tracks zeichnen sich aus durch den unverkennbaren Gesang von Peter Spilles, gepaart mit den eindrucksvollen, melodischen Kompositionen sowie druckvollen, fetzigen Beats und sorgen somit schnell für Einprägsamkeit und gute Laune pur!

Es fällt schwer, einzelne Songs herauszukristallisieren, da jeder einzelne auf seine eigene Art besticht und das Album in meinen Ohren als Ganzes zu betrachten ist. Der Hörer durchlebt mit „Dream, Tiresias!“ verschiedene Gefühlswelten und somit ist für jeden etwas dabei. Der eher auf Tanzflächen anzutreffende Fan dürfte mit „If I could“, „Nasty habit“, „Promises“, „Your god“, „Darkness“ und natürlich auch dem bereits bekannten Song „Feel“ aufgrund der eher rauen, aggressiveren, energiegeladenen und treibenden Struktur seine wahre Freude haben. Der gediegenere Hörer, welcher sich gern in Traumlandschaften entführen lässt, wird von Songs wie „The Tide“, „An End“, „Full of Life“ und „Passion“ äußerst angetan sein. Denn diese wissen durch ihre sphärischen Klangspuren, das gewisse Etwas an Melancholie und die zum Nachdenken anregenden Texte zu begeistern.
Aufgrund der hohen Elektrolast und Tanzbarkeit dürfte das Album in den Clubs einschlagen wie eine Bombe. Volle Tanzflächen und verzückte Clubgänger sind hier definitiv vorprogrammiert!

Alles in Allem macht sich auf dieser Scheibe nicht ein Manko bemerkbar. Es ist voll gepackt mit zehn einschneidenden Tracks und Zwischenparts, welche vor Dynamik, Melancholie, eingängigen Beats, sphärisch, elektronischen und ohrwurmcharakteristischen Melodien sowie einprägsamen, tiefgängigen Texten nur so strotzen. Durch die verschiedenen Soundstrukturen ist für Abwechslung gesorgt und somit passt sich „Dream, Tiresias!“ jeder Lebenslage perfekt an. Dieses Album kann (und muss) man sich einfach immer und immer wieder anhören, frei nach dem Motto: „It goes on and on and on, another [situation] another song!“ Welcome back! Ganz großes Kompliment! „Dream, Tiresias!“ erleichtert das Warten auf die Tour!!

Facts:

Label:
Prussia

Mediatype:
CD-Album

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
05.03.2009

VÖ-Datum:
27.02.2009

Leserwertungen:
32

Bewertung:
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Autor:
Anne

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Anne hat bereits 43 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne.Das Fazit von Anne zu diesem Review lautet: Alles in Allem macht sich auf dieser Scheibe nicht ein Manko bemerkbar 2009-03-05 32 5

Tracklist:

01. If I Could
02. Nasty Habit
03. The Tide
04. Promises
05. An End
06. Your God
07. Feel!
08. Full Of Life
09. Darkness
10. Passion

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