Phanatos Opus 2

Mit „Opus 2“ schlich sich vor kurzem ein eher unauffälliges Release in meinen CD-Spieler und hält ihn seitdem stetig besetzt. Das liegt nicht daran, daß das erste offizielle Album des Projektes Phanatos ein mit Hits gespicktes Meisterwerk ist, sondern vielmehr mit einer wunderbaren Atmosphäre aufwartet. Melancholische (Neo)klassik könnte man das Ganze zur Verdeutlichung nennen (die Homepage schlägt weiterhin Gothic und Filmmusik vor und liegt dabei auch nicht falsch), Synthesizermusik mit gelegentlichem männlichem und weiblichen Gesang. "Opus 2" deutet auf einen Vorgänger hin und eine Recherche auf der offiziellen Homepage ergibt, daß die ersten 3 Demotapes mit den schlichten Titeln "Track I-III", "Track IV-VI" und "Track VII-IX" nun als Opus Nummer eins zählen.

Mich erinnern die meisten Stücke an alte Soundtracks aus der Konsolenspielschmiede Squaresoft, vor allem Chrono Trigger und Secret of Mana kommen dabei in den Sinn. Das soll aber nicht abwertend sein, denn gerade diese Soundtracks waren Mitte der 90er heißbegehrt und auch heute noch muß man Unsummen für Orginalscores ausgeben und das vollkommen zurecht. Bei Phanatos wird die Wertsteigerung wahrscheinlich deutlich geringer ausfallen, aber Fans dieser Soundtracks (oder Rollenspielsoundtracks ansich) sollten in jedem Fall einen Versuch wagen! Piano und Harfe erzeugen wunderschön fließende Melodiebögen, sphärisch untermalt durch Streicher und künstlicher klingende Synths. Nicht immer wird die Musik durch programmierte Drums begleitet, wenn es aber dazu kommt erinnern diese an keltische Trommeln (à la Hagalaz'Runedance) wobei ihr Klang deutlich künstlicher und dünner klingt. Dadurch wirkt die Musik an diesen Stellen unheimlich treibend, die Drums drängen sich aber nicht in den Vordergrund. Schade nur, daß dieser eindeutig aus der Konserve kommende Klang der Drums auch auf den Rest der Musik abfärbt, wodurch die (neo)klassischen Klanglandschaften etwas billig wirken. Hier wäre es wesentlich positiver gewesen, wenn man um natürlich klingende Drums bemüht gewesen wäre. Ganz im Gegensatz zu kritisierten Rythmusfraktion ist der Gesang durchweg gut, auch wenn er nur bei den ersten vier Titeln vorhanden ist. Sowohl der männliche Gesang als auch die weiblichen Vocals wirken etwas in den Hintergrund gerückt, sind angenehm „normal“ eingesungen (also ohne Trällerarien oder besondere Theatralik) und spärlich eingesetzt. Genau die richtige Dosis um diese vier Titel ungemein aufzuwerten. Die folgenden vier Titel sind wiederum rein akustisch gehalten und haben mit fortschreitenden Verlauf immer weniger mit den ersten Titeln zu tun. Spätestens ab „Goddess“ hat der Hörer ein wenig das Gefühl, daß die Macher etwas zu oft in Chinarestaurants gegessen haben – zwar sind auch die letzten beiden Song durchaus gut hörbar, denoch sollte man ein gewisses Faible für schwülstig kitschige Stimmung mitbringen um Freude daran zu haben. Vielen wird dieser Wan Tan aber eher im Halse stecken bleiben.

„Opus 2“ ist ungemein schwer zu bewerten, denn einerseits erwarten den Hörer wunderschöne Keyboardmelodien und ein Gesamtwerk, das am Stück sehr gut genießbar ist. Andererseits gibt es auch einige Kritikpunkte zu vermelden : Angefangen bei der eher häßlichen bis durchschnittlichen Aufmachung des Covers und dem viel zu opulent klingenden Titel „Opus 2“, den angesprochenden klappernden Drums und dem weichzeichnerischen Schmalzfaktor in der zweiten Hälfte der CD. Desweiteren ist die Spielzeit mit 37 Minuten doch sehr mager ausgefallen und die Vocals sind viel zu gut um nur bei den ersten vier Titeln vorzukommen. Diesen ersten vier Titeln würde ich auch ohne Umschweife 5 Punkte geben, den Nummern fünf bis acht hingegen „nur“ 4 Punkte. Nimmt man sich die anderen Kritikpunkte zu Herzen bleibt es auch dabei, jedoch mit einer dringenden Reinhörempfehlung an alle Fans von romantischen Filmscores, ruhiger (Neo)klassik, Synthesizerklängen à la Vinterriket oder den angesprochenen Spielesoundtracks. Bei mir wird die CD noch sehr viele Runden drehen, als Bewertung für die Allgemeinheit gehen aber nicht mehr als vier Punkte.

Facts:

Label:
Phanatos Productions

Mediatype:
CD

Genre:
Ambient / Classical / Folk

Review-Datum:
28.11.2007

VÖ-Datum:
01.10.2007

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Autor:
Horrschd

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Horrschd hat bereits 622 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 3,5 Sterne. 2007-11-28 0 3,3

Tracklist:

01. Voyage (quest For The Shore Of Afrodite)
02. The Drowning And Re-emergence Of A Lovelorn Heart
03. I See Love, Icy Love
04. The Girl In The Mirror
05. Phantasm Of Reality
06. Life Elusive, Death Intrusive
07. Goddess
08. Awe And Woe

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