Oyaarss Zemdega

Zemdega, was soviel bedeutet wie etwas, das unter der Oberfläche brennt, ist das dritte Album von Oyaarss und schon der Opener zeigt auf, dass es sich um mehr handelt, als um einen kleinen Schwelbrand.

Der lettische Musiker hat beim Vorgängeralbum schon eindrucksvoll bewiesen, dass vertrackte und verschachtelte Beats nicht zwingend anstrengend sein müssen, sondern durchaus, mit entsprechenden Klängen und Flächen verbunden, für ein angenehmes Hörvergnügen sorgen können. Auf Zemdega lässt er den titelgebenden kleinen Brand langsam aber sicher zu einem Großbrand werden, baut die kleinen Melodieläufe weiter aus, fügt mehr Beat und Flächen hinzu und spielt quasi mit dem gesamten Konstrukt, indem er Breaks und Wendungen an den richtigen Stellen einbaut und platziert.
Oyaarss erzählt Geschichten, seine Musik klingt wie Um- und Beschreibungen seiner Ideen, eben seiner Geschichten, die er dem Hörer erzählen möchte. Es sind aber keine Geschichten im klassischen Sinn, mit Aufbau, Spannungsbogen und Ende, sondern eher abstrakte Erzählungen, die ihrem eigenen Verlauf folgen, ihren ganz eigenen roten Faden haben und entsprechende Spannungsbögen immer dann einsetzen, wenn sie es für richtig halten und nicht, wie der Hörer es eventuell erwarten würde. Es bleiben verzerrte Beats und Soundkonstrukte, die, angereichert mit warmen Klängen, Melodien und eingängigeren Rhythmen, dem Hörer die ein oder andere Kopfgeschichte bescheren werden.

Oyaarss, um den Titel des Albums nochmal aufzugreifen, entfacht ein grandioses Soundfeuer und zeigt, dass elektronische Musik trotz Ecken und Kanten auch sehr emotional und lautmalerisch sein kann. Ein sehr schönes Album, voll mit Musik zum Genießen und Neuentdecken und wer sein Konzert beim diesjährigen Maschinenfest gesehen hat, weiß spätestens seit dem, dass die Erweiterung eines Ein-Mann-Elektroprojekts zu einer kompletten Band mit Schlagzeug und Gitarre nicht immer nach Hinten losgehen muss, sondern, wie in diesem Fall, nicht nur soundtechnisch, sondern auch optisch eine Bereicherung für Livekonzerte sein kann.

Facts:

Label:
Ad Noiseam

Mediatype:
CD

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
06.11.2014

VÖ-Datum:
20.10.2014

Leserwertungen:
3

Bewertung:
Rating Image

Leserwertung:
Rating Image

Autor:
Andy

Bewerte diesen Tonträger:

Autor:

Andy hat bereits 129 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne.Das Fazit von Andy zu diesem Review lautet: Musikalische Geschichten 2014-11-06 3 3,3

Tracklist:

01. Cetrvienība
02. Izniekotā Laika Hronikas
03. Divdabība
04. Trīsvienība
05. Rītrīts
06. Slikta Dardedze
07. Brustwart
08. Purva Līdējs
09. Zemsega
10. Trombocīts

Facebook Like

Twitter

Twitter

Weitere Reviews vom Label Ad Noiseam:

21.08.2015 Stavros Gasparatos - Expanded Piano
13.07.2015 2methyl - Layer 8
13.04.2015 Gore Tech - Futurphobia
15.12.2014 Igorrr & Ruby My Dear - Maigre
10.11.2014 Swarm Intelligence - Faction
03.11.2014 Machinecode - Samurai
20.10.2014 Oyaarss - Zemdega
29.09.2014 Monolog - Merge
07.07.2014 Hecq - Conversions
16.06.2014 Tapage - Eight

(c) Medienkonverter Online - Alle Rechte vorbehalten Vervielfaeltigung nur mit Genehmigung.
Alle Angaben erfolgen ohne Gewaehr. Page Impressions diese Seite: 1.731 Statistiken
Impressum