Oyaarss Smaida Greizi Nakamiba

Oyaarss ist das Soloprojekt von Arvids Laivinieks, der in Lettland geboren wurde aber nun in Berlin wohnt. Smaida Greizi Nakamiba, das hier vorliegende Album, ist ein Re-Release vom 2011er Demo.

Eine nette Geschichte gibt es zum Artwork: Front- und Rückseite zeigen den gleichen Blick auf auf Riga, der Heimatstadt von Oyaarss, allerdings wurde ein großes Gebäude im Vordergrund zerstört, bevor das Bild für die Rückseite gemacht werden konnte und genau dieser Gegensatz beschreibt sehr gut die Intention der Musik, die sich auf Smaida Greizi Nakamiba befindet. Inspiriert durch die Werke von George Orwell, Stanislav Lem, Aldous Huxley, Jean-Paul Satre, Knut Hmasun und Maynard James Keenan erschafft Oyaarss eine umheimliche Atmosphäre, die von Verfall erzählt. Die Soundkonstrukte, die dabei errichtet werden scheinen manchmal genause fragil und zerstört wie der gesamte Grundtenor des Albums. Wie eine dunkle Welle bauen sich bedrohliche Flächen, türmen sich Rhythmusstrukturen auf und stürzen sich mit aller Macht auf kleine, mit Melodien gespickte Klangfetzen. Stechend scharfe Electronica-Elemente, verzerrte Flächen, ungewöhnliche Sounds und verzerrte Beats, das alles findet man zwar zuhauf im IDM-Bereich, aber manchmal schafft es ein Künstler, diese Elemente so zu formen, zu bearbeiten und neu auszurichten, dass sie erfrischend anders klingen und sich genau in das Klangbild einbetten, welches der Künstler sich beim Erschaffen seines Werkes im Kopf zurechtgelegt hat. Oyaarss hat sich der selbst erschaffenen Herausforderung gestellt und mit Bravour gemeistert, denn obwohl altbekannte Elemente die Hauptrolle spielen, sind die Nebenrollen fantastisch besetzt, das Drehbuch ausgezeichnet geschrieben und die Bilder, die erschaffen werden, gewaltig in Szene gesetzt worden. Smaida Greizi Nakamiba ist der oft beschriebene Soundtrack für den Film im Kopf, der musikalisch beschriebene Ver- und Zerfall, ein Zeigen darauf, dass alles Vergänglich ist, ein Blick in die unvermeintliche Zukunft. Der Hörer entscheidet dabei selbst, ob er die von Zeit zu Zeit aufblitzenden Lichtblicke in Form von Streichern und Piano nun zusätzlich als düster und bedrohlich oder als freundlich und positiv erleben möchte.

Oyaarss hat mit Smaida Greizi Nakamiba ein düsteres Werk geschaffen, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Facts:

Label:
Ad Noiseam

Mediatype:
CD-Album

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
18.04.2013

VÖ-Datum:
22.10.2012

Leserwertungen:
4

Bewertung:
Rating Image

Leserwertung:
Rating Image

Autor:
Andy

Bewerte diesen Tonträger:

Autor:

Andy hat bereits 129 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne.Das Fazit von Andy zu diesem Review lautet: Schaurig-schön beschriebener Verfall 2013-04-18 4 3,3

Tracklist:

01. Smaida Greizi Nakamiba
02. Ibumetins Sagurušai Dveselei
03. Nazabeistis
04. Klusums, Tveice, Lietusgaze
05. Lidojums Pari Mijkreslim
06. Bads Esmu Esi
07. Vienaldzigo Parmainu Muzika
08. Skrandas
09. Laimigas Beigas

Weitere Reviews vom Label Ad Noiseam:

21.08.2015 Stavros Gasparatos - Expanded Piano
13.07.2015 2methyl - Layer 8
13.04.2015 Gore Tech - Futurphobia
15.12.2014 Igorrr & Ruby My Dear - Maigre
10.11.2014 Swarm Intelligence - Faction
03.11.2014 Machinecode - Samurai
20.10.2014 Oyaarss - Zemdega
29.09.2014 Monolog - Merge
07.07.2014 Hecq - Conversions
16.06.2014 Tapage - Eight

(c) Medienkonverter Online - Alle Rechte vorbehalten Vervielfaeltigung nur mit Genehmigung.
Alle Angaben erfolgen ohne Gewaehr. Page Impressions diese Seite: 1.552 Statistiken
Impressum