Oomph! GlaubeLiebeTod

Da isse nu. Die neue Oomph! Klingt auch garnicht mehr nach den Oomph! die man so kennt, die Jungs aus Wolfsburg die mal eindeutig zweideutige Texte gemacht haben, die mal von Rammstein als Vorbilder genannt wurden, die bei denen Leute nicht glauben können, dass sie mal sowas wie „Der Neue Gott“ gemacht haben. Klingt komisch, ist auch so. Vorab, die vorliegende Promo hat nur 12 Tracks und dauert 24:22 Minuten, jeder Track ist auf zwei Minuten zurechtgestutzt worden. Böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass es daran liegt, dass Oomph! arm sind und jeden Cent vom Erlös der CDs brauchen und man keine Raubkopien will, oder dass der elitäre Rezensent eh jedes Stück nur 30 Sekunden anhört, dann würfelt und „skip“ drückt – natürlich alles ganz anders, das Label will einem ja nur helfen Zeit zu sparen, ist natürlich schön dass man so an den Schreiberling denkt und einfach nur eine CD verschickt, die weniger Platz wegnimmt als ein Digipack von so komischen Brasilianern...

„Gott ist ein Popstar“ ließ ja schon schlimmes erahnen, aber um es direkt zu sagen, der Rest des Albums klingt NICHT wie die Single! Wer jetzt hofft dass Oomph! doch zu ihren alten Wurzeln zurückgekehrt sind, oder zumindest zum Plastik/Ego Sound kann direkt aufhören zu lesen und auf die neue Ministry sparen. „GlaubeLiebeTod“ kann man sich so vorstellen: Dero & Co fahren einmal mit dem Pop-Panzer über ihren Sound, schmeissen eine Priese Bravo-Gruftie-Brachialromantik in den Topf und schmirgeln dannach nochmal alle Kanten ab, damit es auch ja nicht weh tut. Teilweise lässt sich noch erahnen, oder zumindest nachvollziehen, was die Jungs früher für Musik gemacht haben, wenn sie sich mal dazu hinreissen lassen einen kleinen Elektronikeinsprengsel einzubauen, der dann aber direkt wieder von Gitarrenriffs der Marke „bratzt industriell“ weggefegt wird und dazu diese immer präsenten Melodien, neigt man etwa dazu, wie andere Kollegen, im Alter seine „Zähne“ zu verlieren? Ja, ich bin etwas hilflos, das Album rockt teilweise auf seine glatte Art ordentlich und es ist bestimmt klasse zu den Klängen von „Du willst es doch auch“ total stracke in einem Einkaufswagen à la Jackass einen Hügel runterzubretten und sich auf die Fresse zu legen, nicht besonders tiefschürfend, aber das Album ist es ebenfalls nicht. Die Lyrics sind teilweise einfach nur platt, teilweise so kitschig dass sich selbst Novalis geschämt hätte und manchmal einfach nur peinlich(bei „Mein Schatz“ musste ich wirklich lachen). Einem 36 jährigem nehme ich diese „böhse Kindheit“ Lyrics langsam nicht mehr ab, zumal sie so plakativ daherkommen, Korn haben das einfach besser gemacht und bei Deutsch+düster greift man dann doch lieber zu Diary of Dreams, alternativ auch zu Dementi, letztenendes präsentieren Oomph! hier Crossover, mit einer teils sehr beeindruckenden Stimme von Dero und Lyrics über die hier schon zuviel geschrieben wurde.

Musikalisch könnten „Eine Frau spricht im Schlaf“ und „Zuviel Liebe kann dich töten“ auch von der Ego stammen, die Lyrics sind durch die Bank weg auf „Augen auf“ & Co Niveau. Wären es nicht Oomph! wäre das jetzt ein sehr nettes Album zum nebenher hören, so ist meiner Meinung nach einfach zu schwach, zu gleichförmig, zu nett. Was die Leute bei amazon geraucht haben, die dem Ding fünf Sterne gegeben haben weiss ich leider auch nicht, interessant wird, wer sich den freigewordenen Platz schnappt. Was machen eigentlich Megaherz?

Facts:

Label:
Gun Records

Mediatype:
CD-Album

Genre:
Rock / Metal / Punk

Review-Datum:
16.03.2006

VÖ-Datum:
24.03.2006

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Autor:
Max

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Max hat bereits 19 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 3,5 Sterne. 2006-03-16 0 2,5

Tracklist:

01. Gott Ist Ein Popstar
02. Das Letzte Streichholz
03. Träumst Du
04. Man With The Harmonica
05. Du Willst Es Doch Auch
06. Eine Frau Spricht Im Schlaf
07. Mein Schatz
08. Dreh Dich Nicht Um
09. Land In Sicht
10. Tanz In Den Tod
11. Ich Will Deine Seele
12. Zuviel Liebe Kann Dich Töten

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