Nhor Wildflowers

Was hatte ich während meines letzten Kontaktes mit nhor meine liebe Not. Das Projekt, dass sich von der schwarzmetallischen Vergangenheit gelöst und deutlich entschlankt hatte und nur noch mit Streichern, Piano und Akustikgitarre aufwartete, konnte mich 2015 weniger überzeugen als noch in der Vergangenheit. Der Funke wollte zwischen ‘Momenta Quintae Essentiae’ und mir nicht überspringen und und schließlich kam ich zum Fazit: “Mir ist das viel zu wenig und ich hoffe, dass sich das Projekt entweder dazu entschließt, doch wieder die Strom-Axt zu schwingen oder zumindest die Zielsetzung für ihren Folk zu bedenken.“.

So wirklich in Erfüllung ging dieser Wunsch, besser wieder metallisch aufzuspielen nicht, jedoch ist nhor 2017 ein vierfacher Streich gelungen, mit dem ich, insbesondere auf diese Art und Weise, nicht gerechnet hätte und der nun zusammengefasst als ein Werk herausgebracht wird: zwei limitierte LP-Versionen können erstanden werden, das fantastische Coverartwork unglaublich passend und auch eine schöne Entwicklung des Projektes. Denn der Weg führt das britische Projekt immer weiter in die musikalische Isolation, in den Rückzug – die instrumentalen Einsparungen wurden auf die Spitze getrieben und ‘Wildflowers’ ist ein Album mit 32 reinen Pianostücken… und es ist verdammt gut gelungen. Gerade wenn es um eine solche Form des instrumentalen Minimalismus geht fällt es mir schwer, genau sagen zu können, was vorliegendes Werk besser macht als der Vorgänger. Die Reduzierung auf ein einziges Instrument sorgt für ein noch intimeres Moment und die Stücke auf vorliegender Scheibe wirken weniger nett und beliebig sondern wirklich emotional reichhaltig. Es kommt mir beinahe so vor, als ob nhor ihre Wildblumen nur für mich spielen, wenn das Album durch die Kopfhörer in meinen Verstand dringt. Bei 32 Titeln in 40 Minuten die schlüssig aufeinander folgen kann ‘Wildflowers’ auch als Gesamtwerk wirken, eine Reise zwischen mystischen, melancholisch-verträumten und energiereich-fließenden Stücken. Warm, weich und in Einsamkeit gehüllt wird der Hörer umfangen von mühevoll ausgearbeiteten Kompositionen. Wenn ich Anspieltipps geben sollte, so wären es so circa 12 bis 16, die mir ganz besonders gefielen, doch das Gesamterlebnis überzeugt.

Wildblumen gedeihen nicht nur wundervoll in meinem Garten, auch in meiner Anlage kommen sie zur vollen Geltung. Ich ziehe meinen Hut vor nhor – der eingeschlagene Weg ist nicht der einfachste, nicht der publikumsträchtigste und birgt auf kommenden Alben sehr schnell die Gefahr der Belanglosigkeit, in diesem Jahr (und eigentlich vor allem 2017) ist die Ernte aber reich und wunderbar.

Facts:

Label:
Lupus Lounge

Mediatype:
LP

Genre:
Ambient / Classical / Folk

Review-Datum:
17.07.2018

VÖ-Datum:
21.06.2018

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Autor:
Horrschd

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Horrschd hat bereits 635 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 3,5 Sterne.Das Fazit von Horrschd zu diesem Review lautet: Eine wunderbare Zusammenfassung der vier Veröffentlichungen aus dem letzten Jahr. 2018-07-17 0 4,2

Tracklist:

01. Windowpanes
02. I Knelt At The Altar That Lays Atop The Stars
03. And So Passes The Glory Of Our World
04. There Was A Time When I Knew The Way
05. Wildflowers
06. Vernal
07. Let The Rains Knock At My Door
08. In Moonlight
09. Light, Sing To Me
10. Where Morning Breaks Over The Pines
11. I Have No Stars Left To Wish Upon
12. Even In Dreams
13. You Will Never Shine As Bright As The Moon
14. I Remember
15. Sunlit Rest
16. All That Is Sacred To Me
17. Where They Once Were
18. The Trees Knew Not Of Me Then
19. Moonfall
20. We Set Their Bodies Free In The Cold River
21. What We Hid In The Night
22. Fire Promises Guidance
23. In Search Of Those We Lost
24. Fate
25. Bereft
26. Murmurations Above Me
27. Owls Through Snowfall
28. Wreaths Of Hoarfrost
29. The Moon Belongs To All And None
30. They Leave No Trace
31. I Found You There, Beside The Night
32. Mercy

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