Neun Welten Destrunken

Den Terminus „Destrunken“ braucht man gar nicht erst lange in virtuellen oder gedruckten Wörterbüchern nachschlagen, denn es handelt sich um ein reines Phantasiewort, kreiert vom deutschen Quintett Neun Welten. Mit ebenjenem Begriff ist ihr zweites Album (nach „Vergessene Pfade“) betitelt und bei der Frage nach dem Warum zitiere ich an dieser Stelle das Infoblatt, welches verrät, daß der Name „gänzlich auf das Erwecken mannigfacher Assoziationen und Emotionen ausgelegt ist“.

Ein geschickter Schachzug, denn genau das ist die Intention hinter der Musik von Neun Welten. Meist auf Gesang verzichtend wird allein durch akustische Töne von Gitarre, Violine, Cello oder Piano eine atmosphärische Stimmung aufgebaut, die den Hörer scheinbar schwerelos in dunkle Wälder, an nebelverhangene Seen oder sonstige mystische Orte entführt. Werden dennoch menschliche Stimmen eingesetzt, scheinen diese aus weiter Ferne zu kommen und die Instrumente lediglich um eine weitere Facette zu ergänzen. So entsteht ein eigenwilliger Klangkosmos, der mal leidenschaftlich mit diversem Schlagwerk Fahrt aufnimmt, mal mit Klarinette oder Flöte eine verspielte Note erhält oder ganz puristisch, ausschließlich mit Streichern, die stets durchschimmernde Melancholie ein wenig mehr hervorhebt. Nahezu perfekt wird dabei die gefährliche Klippe der Belanglosigkeit umschifft, an der viele instrumentale Projekte scheitern. Stellvertretend sei hier der zweiteilige Titelsong genannt, der im ersten Abschnitt noch verhalten herannaht, um im zweiten Teil mit Schlagzeug und flirrenden Geigenpassagen zu einer schwungvollen Melodie anzuwachsen. Das Wechselspiel zwischen Fragilität und Intensität findet sich in zahlreichen Varianten wieder und genau darin liegt das Geheimnis, warum man sich der Musik auf „Destrunken“ einerseits kaum entziehen kann, andererseits jedoch genügend Raum für gedankliche Reisen bleibt.

Wohin diese letztlich gehen, das möge jeder selbst herausfinden. Neun Welten jedenfalls beweisen mit ihrem Zweitling, daß das Genre des akustischen Folk immer noch für Überraschungen gut ist. Wer Bands wie z.B. Tenhi liebt, wird um „Destrunken“ sowieso nicht herumkommen, aber auch alle anderen sollten der CD eine Chance geben – und damit ihren Träumen...

„Destrunken“ ist als Standardversion im Digipack sowie als limitierte Luxus-Edition zusammen mit der EP „Dämmerung – The Destrunken Demos“ erhältlich. Letztere wird in einem monogrammverzierten Leinensäckchen geliefert und enthält außerdem von der Band verfaßte Informationen zu den Aufnahmen. Die EP kann auch einzeln gekauft werden.

Facts:

Label:
Auerbach

Mediatype:
CD-Album

Genre:
Ambient / Classical / Folk

Review-Datum:
19.11.2009

VÖ-Datum:
27.11.2009

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Autor:
Claudia

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Claudia hat bereits 171 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4 Sterne. 2009-11-19 0 4,2

Tracklist:

01. Frosthauch
02. Destrunken I
03. Destrunken Ii
04. Jarknez
05. Weites End
06. Ewig Ruh
07. Dämmerung
08. Schein
09. Der Stille See
10. Tau

Tracklist "dämmerung":
(lag Nicht Zur Rezension Vor)
01. Destrunken I (demo)
02. Destrunken Ii (demo)
03. Frosthauch (demo)
04. Schein (demo)
05. Ewig Ruh (demo)

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