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21.03.2007
The Room
Meine persönliche elektronische Platte des bisherigen Jahres kommt aus Schweden. Aber sie ...

Necro Facility Wintermute

Manchmal, liebe Plattenfirmen, sind Beipackzettel zu Promos äußerst gefährlich. Wenn ich etwa bei Necro Facility's jüngsten Werk 'Wintermute' im Pressetext den Satz „Eine Band, die sich entwickelt und den Begriff Industrial auf eine höhere Stufe führt“ möchte ich erstens lachend weg laufen und zweitens sinkt mein Wille, den Silberling in irgendeine Form von Abspielgerät zu befördern in den stark negativen Bereich, denn eine solche Ankündigung prophezeit im Regelfall darbende, konservierte Langeweile. Da die Herren nun aber für nichts geringeres als 'Lightbringer' von Covenant verantwortlich zeichnen, war ich dann doch zu neugierig, um die Platte länger auf meinem Schreibtisch vor sich hin schlummern zu lassen.

Nach erstem Einlegen von 'Wintermute' war es dann auch tatsächlich nötig, nochmal einen Blick zu werfen, ob denn da nun wirklich der richtige Tonträger im Autoradio gelandet war, denn was einem da entgegen tönt ist alles, aber mit Sicherheit kein Elektro-Industrial. Auf die Lauscher gibt es entgegen der Verlautbarungen des Pressetextes verspielte Synthies an der Grenze zum Klebrigen, gepaart mit eingängig-poppigen Beats. Die einzige Parallele, die man den Schweden mit viel Wille zum Harsh-Elektro einräumen kann, ist der sporadische Einsatz von Verzerrten Vocals, die aber dennoch immer im dezenten Bereich bleiben, sodass wir es hier beim besten Willen mit nichts anderem als Syntie-Pop der etwas moderneren Sorte zu tun haben. Trotz aller Eingängigkeit schaffen Necro Facility es aber, fast allen Songs eine ordentliche Portion Komplexität mit auf den Weg zu geben und zwischen den einzelnen Stücken für ausreichend Abwechslung zu sorgen. So gibt es neben recht eigenständigem Sound dann auch die ein oder andere Anlehnung an 80er Synnthiesounds und auch mal eine etwas zackigere Gangart. Ansonsten bleibt nur noch zu sagen, dass die Produktion des Albums durch die Bank gut ist. Angenehm spritzig und durchaus für die Tanzfläche, aber trotzdem nicht zu einseitig und insgesamt einfach ausgeglichen.

Die Lektion dieser Platte: Keine Promotexte mehr zwischen Briefkasten und Wohnungstür lesen. Darüber hinaus bleibt eigentlich nur zu sagen, dass Wintermute ein wunderbares, kurzweiliges und durchaus facettenreiches Synthie-Pop Album ist, bei dem jeder Freund des Subgenres dringend mal ein Ohr riskieren sollte.

Facts:

Label:
Progress (Broken Silence)

Mediatype:
CD

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
11.08.2011

VÖ-Datum:
13.05.2011

Leserwertungen:
11

Bewertung:
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Autor:
HerrK

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HerrK hat bereits 38 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4 Sterne.Das Fazit von HerrK zu diesem Review lautet: 2011-08-11 11 3,3

Tracklist:

01. You Want It
02. Explode
03. Cuts
04. Do You Feel The Same
05. Fall Apart
06. Waiting For The Snow
07. Ignite
08. Skrik
09. Supposed
10. All That You Take

Weitere Reviews vom Label Progress (Broken Silence):

13.09.2013 Henric De La Cour - Mandrills
30.03.2012 Mr Jones Machine - Monokrom
13.05.2011 Necro Facility - Wintermute

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