Nashville Pussy From Hell To Texas

Es war im Juni 2001. Wenige Wochen zuvor setzten die Organisatoren des WGTs zwar selbiges nicht in den Sand, aber meine Leidenschaft für das düstere Spektakel sank. Auf Grund der musikalischen Leere, fasste ich den Entschluss, noch das With Full Force Festival zu besuchen. Bands wie Judas Priest, Motörhead oder Savatage verzückten, sodass der Tag zur Nacht und die Nacht zum Tage wurden. Eines Nachts stand ich in der Zeltbühne – heißer Rock N’ Roll dampfte durch das Zelt. Der Sand wurde aufgewühlt und nahm zwei mir unbekannte Herren in sich auf. Diese blieben vor mir stehen, schauten mich an und als ich dachte, die heiße Wüstenatmosphäre hätte homoerotische Gefühle aufkommen lassen, packten sie mich und schickten mich über die Massen. Unfreiwillig aber voller Adrenalin, ging es über ein Meer von Händen, der Bühne entgegen. Nach wenigen Augenblicken, die wie im Fluge vergingen, war Land in Sicht. Die Strandhelfer nahmen mich auf – mein Blick richtete sich auf die Bühne – noch heißer, noch wilder – Musik wie aus einem dreckigen Roadmovie: Nashville Pussy!

Nun erscheint das fünfte Album des gemischten Quartetts „From Hell To Texas“. Wenn nicht gerade mein Lieblingsbasketball-Team (San Antonio) aus dem „Lone Star State“ kommen würde, käme man in Versuchung, zu behaupten, dass der Weg von der Hölle bis nach Texas nicht weit wäre. Es ist ähnlich heiß und es rennen nur Idioten rum (George W. Bush – mehr Beispiele braucht es nicht). Aber ist es auch die Heimat von Derwisch Blaine Cartwright und seinen Gesellen (bzw. Gesellinen)? Nein, aus der Coca Cola Stadt Atlanta kommen die Vier – aber Texas, das liegt ihnen im Blut. Und das hört man schon nach wenigen Sekunden. Erdiger, dreckiger Rock n’ Roll, der wie eine Mischung aus Motörhead und heißem Chili klingt und sofort die Cowboyhüte vom Kopf reißt.

Tracks wie „Drunk Driving Man“ oder „Dead Men Can’t Get Drunk“ lassen schnell Partyatmosphäre aufkommen. Bier in die Hand und mitgeschrien heißt das Motto. Die Riffs sind eingängig, die Refrain mitsingtauglich – die Texte anzüglich. Nur leider trottet man immer im selben Gang durch die Prärie. Darunter leidet die Abwechslung und die Konzentration. Nur bei „I’m So High“ wird mal kurz überrascht, als Danko Jones plötzlich am Mikro auftaucht –bei dem Text kein Wunder. So rockt man unentwegt gen Sonnenuntergang entgegen – ohne einen einzigen echten Kracher landen zu können. Passend dazu die verzweifelte Bitte des Rausschmeißers „Give Me A Hit Before I Go“ – Nix da!

Facts:

Label:
SPV/Steamhammer

Mediatype:
CD

Genre:
Rock / Metal / Punk

Review-Datum:
28.01.2009

VÖ-Datum:
30.01.2009

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Autor:
Enrico

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Enrico hat bereits 224 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4 Sterne. 2009-01-28 0 2,5

Tracklist:

01. Speed Machine
02. Lazy Jesus
03. Drunk Driving Man
04. Ain't You Business
05. I'm So High
06. From Hell To Texas
07. Dead Men Can't Get Drunk
08. Why Why Why
09. Pray For The Devil
10. Late Great Usa
11. Stone Cold Down
12. Give Me A Hit Before I Go

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