Múm Go Go Smear The Poison Ivy

Isländische Musik ist ein Thema für sich. Björk und GusGus haben sie groß gemacht, ausgearbeitet und charakteristisch vertieft wird sie von Bands wie Sigur Ros oder eben Múm. ‚Go Go Smear the Poison Ivy’ ist bereits das vierte Album des momentan zu siebt operierenden Musik-Kollektivs um die beiden Gründungsmitglieder Gunnar Örn Tynes und Örvar Þóreyjarson Smárason.

Was den Hörer auf diesem Album erwartet kann nicht in tausend Worte gefasst werden, vielleicht umschreibt der Begriff ‚Geordnetes Chaos’ am besten die Struktur dieser Platte. Wild zerstückelte Samples von Kinderchören, Akkordeons, Bässe so tief dass sie Tsunamis auslösen könnten und dichte elektronische Klangteppiche können leicht dazu führen, dass zunächst ein Unbehagen durch Überforderung beim Hörer entsteht, ein Nicht-Verstehen dass jedoch dazu herausfordert das hier musikalisch Erschaffene wieder und wieder zu hören, bis sich einem das ganze Universum der nordisch-elektronischen Heimatmelodien erschließen mag. Keine leichte Kost, aber erleichtern zu wissen, dass ein Kessel soundtechnisch Buntes zu so einem schlüssigen Werk verbunden werden kann.

Persönliche Lieblinge des vierzigminütigen Dutzends sind ‚A little Bit Sometimes’ das ruhig akkordeonbegleitet Spieluhr-Klänge mit dem geschilderten Bass-Inferno und gesampleten Allerweltspercussions verbindet oder auch ‚Guilty Rocks’, das klickert, fiepst, rauscht, klimpert und zuckersüß besungen im Ohr hängen bleibt. Einen Extrapunkt für den wohl grausamsten aber genialsten Songtitel des Jahres gibt’s für ‚They Made Frogs Smoke 'Til They Explode’. Hierzu gibt es im Netz im Übrigen ein wunderschön animiertes Video von Ingibjörg Birgisdóttir, der auch für das bemerkenswerte Art-Design des limitierten Digipaks voller Respekt gebührt. Austauschbare Karten, wie es Pulp bereits vor zehn Jahren mit ‚Different Class’ vorgemacht haben, werden in einen Papprahmen geschoben, die CD selbst liegt in einem cremefarbenen aufgeschäumten Tray.

Wer Sinn für das etwas Verschrobene, Außergewöhnliche, Stil-verbindende hat liegt mit Múm und ‚Go Go smear the Poison Ivy’ genau richtig.

Facts:

Label:
Fatcat

Mediatype:
CD

Genre:
Andere

Review-Datum:
21.09.2007

VÖ-Datum:
21.09.2007

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Autor:
Ralf

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Ralf hat bereits 797 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne. 2007-09-21 0 4,2

Tracklist:

01. Blessed Brambles
02. A Little Bit, Sometimes
03. They Made Frogs Smoke `til They Exploded
04. These Eyes Are Berries
05. Moon Pulls
06. Marmalade Fires
07. Rhuubarbidoo
08. Dancing Behind My Eyelids
09. School Song Misfortune
10. I Was Her Horse
11. Guilty Rocks
12. Winter (what We Never Were After All)

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