Mortiis Some Kind of Heroin

Da denkt man an nichts böses, und dann steckt doch tatsächlich der fiese Zauberzwerg Mortiis seinen Kopf um die Ecke…und was hat er uns mitgebracht? „Some Kind of Heroin“ – toll denk ich mir und schicke Ihn wieder in den Wald. Das ehemalige Emperor-Mitglied und geistige Vater des legendären “In the Nightside Eclipse“-Album machte in den letzten Jahren vor allem durch seinen musikalischen Wandel hin zu Industrial-Goth und seiner atemberaubenden visuellen Erscheinung Schlagzeilen. Der Norweger, welcher im bürgerlichen Leben auf den Namen Haavard „Mortiis“ Elefsen hört, schafft es immer wieder, mit fantasievollen Masken bzw. Make-Up ein derart abstoßendes Gesicht zu kreieren, dass es wirklich nur eine Mutter lieben kann. Nun aber zum neuen Album.

Schon mit dem Blick auf die Tracklist vergeht mit für einen kurzen Moment die Lust. Zwar steht der Meister drauf, jedoch nicht direkt drin. Denn der Chef bedient die Regler (leider) nicht selber, sondern überlässt die Regie ausgewählten Szenegrößen wie Funker Vogt, Girls Under Glass, Dope Stars und vielen mehr, sowie vielversprechenden Newcomern wie Mental Siege. Bis auf „Underdog“ entstammen die Songs alle dem letzten regulären Studioalbum „The Grudge“, welcher in UK sogar mit zwei Top 50 Single Hits auftrumpfen konnte. Herausgekommen ist ein Remix-Album, welches weder Fisch noch Fleisch ist. Bis auf den hervorragenden Opener, für welchen sich „Zombie Girl“ verantwortlich zeigen, lässt mich die restliche dargebotene Leistung kalt. Die Songs wirken teilweise überfrachtet und hektisch. Klar versucht jede Band ihre persönliche Trademarks einzubauen, aber wie heißt es so schön: zu viele Köche verderben den Brei, und in diesem Fall sind bereits zwei Köche zu viel. Zum Tanzen sicherlich geeignet, aber der bloße Hörgenuss wird in den seltensten Fällen befriedigt. Selbst ehemalige Black-Metal Weggefährten wie "The Kovenant", welche sich mittlerweile ja auch in zunehmend elektronischen Gewässern aufhalten, schaffen es nicht, etwas Abwechslung in das Unternehmen zu bringen. Nebenbei ist zu bemerken, dass jeglich acht verschiedene Songs bearbeitet wurden, so dass Tracks wie „The Grudge“ viermal vertreten sind - auf die Dauer etwas langweilig. Für DJs sicherlich eine schöne Geschichte, für den „normalen“ Musikkonsument doch eher schwer zugänglich.

Hoffnung kann aber gegeben werden, den Mortiis selber bastelt derweil eifrig an seinem neuem Werk mit dem vorläufigen Arbeitstitel „Road to Ruin“. Wer Mortiis und seine unterhaltsame Bühnenperformance live erleben möchte, muss auch gar nicht lange warten, denn ab dem 19. April gastiert der Norweger mitsamt den „Deathstars“ auf insgesamt sieben deutschen Bühnen.


19.04. - Karlsruhe (Katakombe)
20.04. - Bochum (Matrix)
23.04. - Hannover (Musikzentrum)
26.04. - Hamburg (Markthalle)
27.04. - Leipzig (Hellraiser)
01.05. - München (Backstage)
02.05. - Darmstadt (Steinbruchtheater)

Facts:

Label:
Earache/Rough Trade

Mediatype:
CD

Genre:
Rock / Metal / Punk

Review-Datum:
13.04.2007

VÖ-Datum:
13.04.2007

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Autor:
Enrico

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Enrico hat bereits 224 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4 Sterne. 2007-04-13 0 2,5

Tracklist:

01. Underdog (zombie Girl Remix)
02. The Grudge (gothminister Mix)
03. Twist The Knife (the Gibbering Mix By Implant)
04. Broken Skin Feat. Stephan Groth (septic Wound Mix By Xp8)
05. The Grudge (mental Siege Mix)
06. Gibber (pig Remix)
07. Way Too Wicked (rape, Dope And The American Way Mix By The Kovenant)
08. Gibber (lysergic Club Mix By Velvet Acid Christ)
09. The Worst In Me (girls Under Glass Mix)
10. The Grudge (david Wallace Remix)
11. Broken Skin Feat. Stephan Groth (funker Vogt Remix)
12. The Grudge (emotional Heresy By Kubrick)
13. Decadent & Desperate (therafuck Remix By Dope Stars)
14. Gibber (gibbering Idiot)
15. Way Too Wicked (absinthium Mix)
16. The Worst In Me (extraction Mix By In The Nursery)

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13.04.2007 Mortiis - Some Kind of Heroin

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