Metallica Master Of Puppets

Eine Metal Platte die für die Ewigkeit gemacht wurde, ist zweifellos Metallicas drittes Album Master of Puppets. Damals Mitte und Ende der 80er Jahre war grade der sogenannte "Bay Area" Thrash groß im Kommen. Die Hauptbands die man dazu zählte, waren vorrangig Exodus, Slayer, Megadeth, Testament und anfangs auch Metallica. An meine erste Begegnung mit der Band erinnere ich mich noch recht gut: Irgendjemand nahm mir ein Tape auf, wo drauf stand: "Metallica - ....And Justice For All". Das ist, wie jedem bekannt sein sollte, das vierte und auch letzte wirklich gute Album der Jungs um James Hetfield. Damals hörte ich in das Tape rein und dachte: "Mhh nichts besonderes, viel zu lahm..". Ich gab das Dingen daraufhin einem Kumpel von dem ich ein paar Tage später erfuhr, dass er total begeistert davon war und sich auch gleichzeitig "Master Of Puppets" gekauft hatte. "Die ist noch besser", meinte er und nahm mir die Platte auf. Ich mußte auch hier zwei bis dreimal reinhören, bevor es mich wie ein Blitz traf: "Total genial!": Ich besorgte mir dann dieses Album, sowie auch "Ride The Lightning", Album No. 2. Beide als Doppel Vinyl im Klappcover! Diese Alben sind noch heute Klassiker. Master Of Puppets finde ich noch einen Tick besser als Ride The Lighting. Einige Zeit später hatte ich mich auch in Justice reingehört und würde diese jetzt auf Platz 3 der Metallica Historie einordnen. Der Erstling "Kill `Em All" war noch relativ roh, aber ein Super Debut war das damals trotzdem, im direkten Vergleich mit den drei Nachfolgern muß es sich aber hinten anstellen. Album No. 5 war ja dann selbstbetitelt, wurde aber durchweg "Black Album" oder einfach "die Schwarze" genannt. Auch hier fanden sich noch einige gute Titel, allerdings war der Abgesang der Band mit dieser Scheibe schon eingeleitet worden. Alles danach konnte nicht mehr begeistern, auch das letzte Output "St. Anger" nicht, welches zwar wieder härter war, aber keinesfalls mit den alten Sachen mithalten kann.

Was ist das besondere an "Master Of Puppets" ? Es stimmt einfach alles. Selten schaffte es jemand, eine Platte wie MOP aufzunehmen. Legionen hoffnungsvoller Rockmusiker versuchten sich daran, den Sound zu kopieren, so richtig erfolgreich war - wenn wir ehrlich sind - kaum jemand. Klar, gab es noch weitere Kult Scheiben damals, die aber erstens nicht ganz das Variantenreichtum erreichten, sowie zweitens nicht direkt vergleichbar sind. Thema des Albums ist übrigens die Fremdkontrolle von Menschen, d.h. die Beherrschung ihres Willes. Das wird auch durch die Übersetzung "Meister der Marionetten" deutlich. "Crushing all deceivers, mashing non believers" Battery....die Scheibe wird mit einem lieblichen Akustik Intro eröffnet, welches dann in diesen Nackenbrecher erster Güte übergeht. Ein Speed/Thrash Song der aber, was u.a. das besondere der gesamten Scheibe ausmacht, auch einen melodischen Mittelteil enthält, um dann gegen Ende wieder Gas zu geben. "Your live burns faster, obey your master, master...." Master Of Puppets.....Kult schlechthin und auch recht flott, wobei natürlich auch hier einige recht komplizierte und überaschende Breaks, Akustikparts und im weiteren Verlaufe viele weitere interesante Ideen verbraten werden. Vermutlich müssen Musiker immer noch in Ehrfurcht erstarren, wenn sie diesen Song hören. "Out from ruins once possessed, fallen city,living death" The Thing That Should Not Be.....Beginnt ruhig, mutiert dann aber zu einem Thrasher mit ordentlicher Heavyness. Insbesondere eine mörderische Bass Arbeit hier von dem ja leider bei einem Unfall umgekommenen Cliff Burton. "Sleep my friend and you will see, that dream is my reality" Welcome Home (Sanitarium).....Eine Super Gesangesleistung hier von Hetfield, beweist er doch, dass er in der Lage ist, auch zu ruhigen Parts seine Stimme einzusetzen. Dieser Song ist der Hammer schlechthin, der Aufbau genial, hier zeigt sich, dass Metallica vielen Metallern ein Gespür für Melodien voraushatten. Allerdings ohne die Musik allzu lasch klingen zu lassen, denn auch hier kommen wieder flotte und harte Rythmen zum Zuge.

"You will die when i say, you must die, back to the front!" Disposable Heroes.....der Antikriegs Song dieser Scheibe, Speedmetal wie er sein sollte. Hier gibt es auf einer Länge von 8:14 Minuten nur wenige Verschnaufpausen. Und das Stück wird trotz der Länge nie langweilig. "Time for lust, time for lie, time to kiss your life goodbye" Leper Messiah....das Stück pendelt zwischen Midtempo und schnellen Parts und wird manchmal als eine Art Stiefkind dieser Scheibe angesehen, was nicht ganz richtig ist. Durch die clevere Umsetzung der Tempi Wechsel, den heavy riffs, dem exakten, variantenreichen drumming, der songdienlichen Bassarbeit und natürlich der überragenden Gesangesleistung wegen, ist dieser Song beileibe kein Füllmaterial. Das gesagte gilt allerdings für die gesamte Scheibe. Orion....auch hier wie schon auf "Ride The Lightning" ("Call Of Cthullu") ein langes Instrumental (8:12). Für ein wenig Erholung ist also gesorgt, da es durchweg im unteren Midtempo liegt und wohl hauptsächlich als eine Art showcase der Gitarren gedacht ist. Denn die können sich richtig mit fast schon erholsamen Klängen ausleben. "Blood will follow blood, dying time is here, damage incorporated" Damage Inc......Am Ende nochmal Vollgas. Die Scheibe beginnt und endet mit schnellen Titeln. Dieser hier sollte aber der flotteste auf MOP sein, sowie auch in der gesamten Metallica Discography einen der vorderen Plätze einnehmen. Wird man am Anfang noch auf die falsche Fährte mit einer Art psychedelischem Intro geführt, geht es aber von 1:18 bis zum Ende nach vorne. Go!

Viel zu verbessern gibt es hier schlechthin nicht. Manche sagen, "Orion" hätten sie weglassen und stattdessen zwei weitere und kürzere flotte Titel aufnehmen sollen. Der Meinung bin ich nicht, das passt schon so wie es ist. Sehr ärgerlich ist natürlich für mich, dass ich viele Metal Platten verkauft hatte, da ich plötzlich Anfang der 90er vom EBM und Darkwave Virus angesteckt wurde. Front 242, Frontline Assembly, The Fair Sex, Das Ich, The Invincible Spirit und die Sisters Of Mercy gehörten nun zu meinen Helden. Es war eine Phase, in der ich so gut wie gar kein Metal mehr hörte und u.a. sämtliche Metallica Platten, sowie Slayer, Kreator, Helloween etc. und sogar die kultigen Celtic Frost Sachen verkaufte. Wenn Dummheit weh täte, müßte ich eigentlich den ganzen Tag schreien. Hier noch ein link der Metal-unkundigen, den Stil "Thrashmetal" recht gut erklärt: http://de.wikipedia.org/wiki/Thrash_Metal

Facts:

Label:
Elektra Records(US)

Mediatype:
CD-Album

Genre:
Rock / Metal / Punk

Review-Datum:
01.10.2006

VÖ-Datum:
21.02.1986

Leserwertungen:
4

Bewertung:
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Autor:
Frank W.

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Frank W. hat bereits 235 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4 Sterne. 2006-10-01 4 1

Tracklist:

01. Battery
02. Master Of Puppets
03. The Thing That Should Not Be
04. Welcome Home (sanitarium)
05. Disposable Heroes
06. Leper Messiah
07. Orion
08. Damage, Inc.

Weitere Reviews vom Label Elektra Records(US):

21.02.1986 Metallica - Master Of Puppets

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