Maschinenkrieger KR 52 Vs. Disraptor X-Rays / E-Q 4/1

Maschinenkrieger KR 52 (Rico Weber / 26) und Disraptor (Frank Schewe / 24) sind gemeinsam das Industrial-/ Noise-Projekt Maschinenkrieger KR 52 Vs. Disraptor. Seit ca. 4 Jahren gibt es das Projekt, welches es sich auf die Fahne geschrieben hat die Clubs zu rocken. Politische oder gesellschaftskritische Thematiken spielen bei den Songs keine vordergründige Rolle, die Kombination der stilistisch typischen Sounds und Klänge gepaart mit den entsprechenden Rhythmus- und Soundstrukturen ist den beiden in Hinsicht auf Tanzbarkeit wesentlich wichtiger, als irgendwelche politischen Statements abzugeben. Industrial und Noise sind sicherlich nicht jedermanns Ding, doch all diejenigen denen diese musikalische Ausdrucksform zusagt, wissen dies den beiden Akteuren des Projektes gegenüber wohlwollend zu honorieren, so u.a. bei einem der seltenen Live-Auftritte des Duos. So wie beispielsweise erst neulich, am 17. Dezember 2005, im ’’Triebwerk’’ zu Dresden, wo an diesem Abend auch eine ganze Reihe von Medienkonvertern anwesend waren, da genau an diesem Tag ein Treffen einiger Members in Dresden stattfand, welches dann schließlich mit dem Besuch im ’’Triebwerk’’ seinen zumindest aus musikalischer Sicht gesehenen Höhepunkt fand und den Abend / Morgen würdig zu krönen wusste. Dieser Abend war es auch, an dem ich von Rico den Audio-/ Video-Pack ’’X-Rays’’ und die speziell für diese Veranstaltung angefertigte Mini-CD ’’E-Q 4/1’’ in die Hand gedrückt bekam. Auf Grund dessen machte ich es mir nun zur Aufgabe, euch diese Geschichten vorzustellen und sie hier zu besprechen. Es hat zwar ein paar Tage gedauert und dies aus den verschiedensten Gründen, aber gut Ding braucht eben manchmal etwas Weile.

Beginnen möchte ich mit ’’X-Rays’’, einer Audio-/ Video-Veröffentlichung, die in einer Doppel-DVD-Hülle kredenzt wird. Die Audio-CD enthält laut Back-Cover 09 Tracks, ein Track Nr. 10 ist aber ebenso enthalten wie auch ein Hidden Track, der dann der von im CD-Player insgesamt angezeigten 42 Tracks der Track Nr. 42 ist. Rechnet man die 06 Sekunden Pausen-Tracks bis hin zu Nr. 42 aus der angezeigten Gesamtspielzeit von 59.52 Minuten raus, so bleiben 56.46 Minuten effektive Spielzeit übrig und dies bei insgesamt 11 Tracks. Geben tut es diesen Pack laut Information der Beiden schon seit November 2004, ein genaues Release-Datum gibt es nicht, da auch im Eigenvertrieb, bzw. über den Minor-Versand Leipzig vertrieben wird, da leider momentan noch kein Label hinter dem Projekt steht. Im Gegensatz zum restlichen Material startet ’’X-Rays’’ mit ’’BitchWar 4000’’ vom Maschinenkrieger KR 52 mit elektronisch, spielerischen Elementen, die man so vielleicht gar nicht unbedingt erwarten würde und weiß so gleich zu Beginn zu überraschen. Der Track 02, der schlicht und ergreifend auch mit ’’Track Two’’ bezeichnend vom Disraptor tituliert wurde geht dann allerdings gleich einen unmissverständlichen Weg, der nur nach vorn gehen kann. Disraptor macht es sich mit seinen Tracks auf dieser VÖ mit Titulierungen recht einfach, so heißen seine Tracks einfach so, wie die entsprechende Platzierung auf dem Tonträger. Die offiziellen 09 Tracks, die das Back-Cover offeriert steigern sich und dies gerade aus dem Aspekt der Tanzbarkeit, die ja angestrebt wird Zusehens immer weiter in Bezug auf die Heftigkeit dessen was uns die Boxen, so sie es bis hierhin überlebt haben, entgegen bringen.

Track 04 fällt abgesehen von seiner Spielzeit von 10.51 Minuten außerdem dadurch auf, das er das Tempo etwas herunterschraubt, was aber keineswegs die Intensität des Ganzen mindert. ’’Ihr glaubt ihr habt ein Schicksal?’’ fragt uns eine Stimme zu Beginn von Track 07, wer bis hier hingekommen ist, für den stellt sich diese Frage vermutlich nicht mehr. ;-) Bei Track 08 müsst ihr den Lautstärkeregler ziemlich hochdrehen, da diese Nummer recht leise aufgenommen wurde, vergesst aber um Himmelswillen nur nicht, bevor Track 09 beginnt, den Regler wieder gehörig zurückzudrehen, denn sonst braucht ihr spätestens jetzt ein paar neue Lautsprecher. Der Hidden Track, die Nr. 42 ist sowohl vom Tempo und den Beats für ’’Normalkonsumenten’’ der ’’erträglichste’’ Song auf ’’X-Rays’’, ABER! Dieser Song kommt von keinem der beiden Akteure, sondern von Endstadium, dem mit diesem Bonustrack gehuldigt wird für die Unterstützung von Maschinenkrieger KR 52 Vs. Disraptor bei Liveauftritten. Auf der VCD (Video-CD), die ausdrücklich nichts im CD-Player zu suchen hat, sondern nur im PC, oder im DVD-Player, da müsst ihr dann allerdings schauen, je nach Hersteller und Version, ob der das wiedergibt, meiner spielt es zum Beispiel ohne Probleme ab, befindet sich ein 27.57 minütiger Live-Mitschnitt eines der ersten Konzerte des Duos überhaupt, vom 30. August 2003 im ’’U-Punkt’’ in Riesa bei Dresden. Das was man dort zu sehen bekommt hat natürlich nix mit einem professionellem Mitschnitt zu tun, vielmehr ist es eine Mischung aus Bildern des anwesenden Publikums, welches auch tanzend zu sehen ist und teils grellen Licht- und Stroboskop-Blitz-Attacken.

Von den beiden Akteuren selbst sieht man leider recht wenig, aber es ist in jedem Fall eine feine Komplettierung des Sets aus Audio- und Video-Material der Beiden. Die 4-Track-Mini-CD, die Anlässlich der Party am 17.12.2005 im ’’Triebwerk’’ produziert wurde enthält zwar eben ’’nur’’ 4 Tracks, die haben es dafür aber richtig in sich. Hier wird nicht experimentiert, wie teils auf ’’X-Rays’’ erkennbar, sondern hier wird unmissverständlich klar gemacht wo der Hammer hängt. 4 Songs -> 4 Dampfhämmer -> rhythmischer Krach in Reinkultur, gepaart mit dem Ansatz erkennbarer Strukturen die einen sofort fesseln, nicht mehr loslassen und mit der ganzen nur möglichen Brutalität übermannen. Hier gibt’s aus musikalischer Sicht gesehen so was von auf die Fresse, das es schon wieder Spaß macht und so ein unbestimmtes Gefühl von mehr in mir aufkommen lässt. Maschinenkrieger KR 52 Vs. Disraptor sind mittlerweile und dies auch ohne Label keine Unbekannten mehr, so zumindest Szeneintern. So verkaufen die Beiden über das Minor-Versand-Label beispielsweise ihre Sachen gar bis Asien oder auch Amerika. Gemeinsame Auftritte mit Mono No Aware und Heimstatt Hypotash sprechen ebenfalls eine klare Sprache und die Kontakte zu S.I.N.A. und deren Projekt Pzychobitch sind auch nicht zu vergessen. So verwundert es vielleicht auch nicht, das genau die Members des letzt genannten Projektes am 17.12. 2005 im ’’Triebwerk’’ im Backstage-Bereich der Location allesamt anzutreffen waren. Beide Akteure sind auch noch mit anderen Dingen präsent, so ist Maschinenkrieger KR 52 beispielsweise auch als DJ Icer One unterwegs und Disraptor hat noch das Projekt ’’Synomorph’’ am Start, bei dem es stilistisch in Richtung Haus Arafna und Genocide Organ geht.

Beide nahmen auch schon beim Battle Of The Bands vom Sonic Seducer teil und gastierten beim Radioprogramm von der Dunklen Melodie in Bremen, wo sie auch ein Interview gaben. So, ich hoffe ich konnte euch etwas Appetit auf eine etwas speziellere Art von Musik unserer Szene machen und wenn die beiden vielleicht mal in euerer Gegend aufschlagen, nicht zögern -> hingehen! Ach ja, fast hätte ich es noch vergessen, Maschinenkrieger KR 52 Vs. Disraptor arbeiten gerade an einem neuen Album, welches auch wieder mit einer Live-DVD /-VCD zu haben sein wird. Einen genauen Termin gibt es noch nicht, aber der Spätfrühling diesen Jahres ist diesbezüglich anvisiert, man darf gespannt sein. Zur Bewertung der beiden Tonträger fehlen mir zugegebenermaßen etwas die Genrerelevanten Vergleiche. Für mich einzig relevantes Manko auf ’’X-Rays’’ sind die Lautstärke-Unterschiede der einzelnen Tracks, die gerade bei einer derart intensiven Mischung aus Krach und Rhythmus nicht auch ungefährlich sind, so man sich das beispielsweise unter Kopfhören anhört. Den für mich markantesten Break hab ich ja bereits weiter oben im Text erwähnt, aber es gibt noch ein paar mehr, nur nicht ganz so extrem. Ansonsten kann ich an den beiden Releases nix bemängeln. Beim Minor-Versand-Label bekommt man ’’X-Rays’’ übrigens für schlappe 10 Euro, dort ist die VÖ allerdings unter Disraptor gelistet, von dem es dort auch noch eine andere CD zu erwerben gibt. Die ’’E-Q 4/1’’ erfragt ihr am besten über Maschinenkrieger@aol.com, oder die Disraptor-Homepage, wo ihr euch auch zu allen möglichen Info’s, Verkauf, Kontakt usw. hinwenden könnt. Ansonsten gibt es passendes Artwork von Ten Art und die Produktion von Endstadium, dies gilt übrigens für beide VÖ’s. Unterm Strich würde ich 5 Sterne vergeben.

Facts:

Label:
Eigenvertrieb

Mediatype:
CD-Album

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
10.02.2006

VÖ-Datum:
17.12.2005

Leserwertungen:
3

Bewertung:
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Autor:
Uwe

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Uwe hat bereits 131 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 5 Sterne. 2006-02-10 3 4,2

Tracklist:

X-rays (audio Part)
01. Maschinenkrieger Kr 52 - Bitchwar 4000
02. Disraptor - Track Two
03. Maschinenkrieger Kr 52 - Ground Control
04. Disraptor - Track Four
05. Maschinenkrieger Kr 52 - Mental Domination
06. Disraptor - Track Six
07. Maschinenkrieger Kr 52 - Braindamage
08. Disraptor - Track Eight
09. Maschinenkrieger Kr 52 - Runtime Error
10. Disraptor - Outro (live)
11. - 41. 06 Sekunden Pausen Tracks
42. Endstadium (bonustrack) / (hidden Track)

X-rays (video Part)
01. Live-auftritt Vom 30. August 2003 Im ’’u-punkt’’ In Riesa

E-q 4/1 (mini Cd)
01. Maschinenkrieger Kr 52 - Venom
02. Disraptor - Try
03. Maschinenkrieger Kr 52 - Private Sex Machine
04. Disraptor - Made

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