Mary And The Boy Mary And The Boy

Die aus Griechenland stammenden "Mary and the Boy" haben mit ihrem ersten offiziellen Album einen heftigen Brocken Musik auf den Markt gebracht. Die Band besteht aus Mary, The Boy und Exotic Dancer, welche in ihren Anfangstagen Musik für Danceshows und für das Theater machten. Auf dem Album erwartet uns eine nervenaufreibende Mischung aus Piano-Punk, Brutalpop, Industrial-Kabaret.

Die Musik zerrt an den Nerven. Die Lyrics ebenso. Das Album kommt einem Theaterstück gleich. Die einzelnen Akte heißen birth, death, mama, blackterror, prayer, jesus, fuckma, death. Konfrontiert wird man darin mit Geburtsschmerzen, zwischenmenschlichem Terror, Familienhölle, Selbstaufgabe, dem Aufreißen innerer Wunden, einiger anderer Abgründe und dem Abschied, welches hier dem Tod gleichgestellt wird. Im Mittelpunkt steht durchgängig Marys markante, theatralische Stimme - oft laut und punkig, dann lässig und verrucht wie eine Chansoneuse, gospelig oder kreischend. Klavier, Kirchenorgeln, elektronisch-experimentelle Klänge, noisige Gitarren begleiten sie und verstärken auf oft einschneidende Art das Szenario. Während Mary bei birth scheinbar selbst als Kind die Geburt durchlebt und sich die Kehle aus dem Hals schreit, geht es in blackterror wütend, tobend zu. Punk pur: "He took his knife and ripped my heart....Fucker mother. Fucker father". Die Gitarren übernehmen dabei die akustischen Messerstiche. Klassisch, mit Orgelklängen verfeinert beginnt jesus. Sätze wie "I rock with jesus, I make love with jesus" werden im Verlauf ausgebaut bis das Ganze sich in einen saftigen Gospelgesang steigert. "Bloody hell." lautet letztlich der Abschlusssatz dieses Theaterstücks.

Insgesamt ein absolut dunkel-avandgardistisches Werk. In einer leider nicht wieder aufgefundenen Quelle habe ich gelesen, dass beim intensiven Hören der Musik ähnliche Gefühle wachgerufen werden, welche man auch bei SM-Sessions durchlebt. Aha. Der diesbezüglich erfahrene Leser wird jetzt ungefähr wissen, was musikalisch auf ihn zukommt. Mich selbst hat es eher tief in das "Nachtasyl" von Maxim Gorki hinein geschleudert. In diesem Sinne: Hört rein und bildet euch selbst eine Meinung und entscheidet, ob ihr damit was anfangen könnt oder nicht. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert, zumal es sich um qualitativ hochwertige Ware handelt!

Facts:

Label:
Low Impedance Recordings

Mediatype:
CD

Genre:
Rock / Metal / Punk

Review-Datum:
24.10.2007

VÖ-Datum:
24.09.2007

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Autor:
Kerstin

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Kerstin hat bereits 8 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne. 2007-10-24 0 4,2

Tracklist:

01. Birth
02. Death
03. Mama
04. Cock
05. Blackterror
06. Prayer
07. Jesus
08. Fuckma
09. Death

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