MakroSoft Stereo Also Playable Mono

Man kennt das von einem selbst; es gibt Bands, Künstler und Titel die einen lange Zeit begleitet haben, die das was man selbst fühlte und dachte in Worte gefasst und unvergessliche Songs geschrieben haben mit denen man bestimmte Emotionen und Situationen verbindet. Verständlich, dass man sich da mit Coverversionen, die sich am 'Heiligtum' vergreifen, schwer tut. Manchen gelingt es, dass sie mit ihrer Version fast genauso viel Erfolg feiern können, wie es das Original kann und andere scheitern mit ihrer Interpretation.

MakroSoft gehören zu denen die scheitern, denn was sie aus den Klassikern von Metallica, Iggy Pop, Nirvana, Kraftwerk, The Clash, John Lennon, Green Day, R.E.M. und anderen gemacht haben ist nicht nur wenig nachzuvollziehen, sondern auch einfach nur ein gewaltiges Unding. Zu verdanken hat der Hörer dies dem Trio: Ruediger Esch (Die Krupps), Trini Trimpop (Die Toten Hosen) und Juergen Hahn. Zurecht fragt man sich bei "Stereo Also Playbale Mono", wo all die Yoko Onos, James Hetfields und Michael Stipes sind wenn man sie tatsächlich einmal braucht, wovon gerade die erstgenannte doch sonst nicht so zimperlich mit ihren Klagen ist.

MakroSoft entziehen Green Day den Punk und stopfen "Basket Case" in ein schräges Jazz und Swing Kostüm. Die Durchbruchshymne "Losing My Religion", die 1991 für weltweites Aufsehen sorgte, wird zum grausigen Mundharmonikainstrumental umgemodelt, "Smells Like Teen Spirit" darf zwar ansatzweise seine Gitarren behalten, verwandelt sich dann aber in eine verstörte Elektronummer. Dass MakroSoft überhaupt keinen Funken Respekt gegenüber den Künstlern haben, stellen sie beispielsweise mit "Black Hole Sun" unter Beweis. Hier wird kurzerhand aus dem Soundgarden Klassiker eine schmierige Tanzkuschel-Nummer fabriziert, dass man dem Trio vor Unglaube und Entsetzen an die Gurgel will.

Da hilft es auch nicht, dass für einzelne Songs namenhafte Gastsänger und Musiker wie u.a. William S. Burrough, Oskar Sala, Ricky Shayne und Berthold Matschat dazugewonnen wurden. Was bleibt ist ein äußerst unangenehmer Nachgeschmack, nachdem man Kraftwerks "Das Modell" als Ska-Version gehört hat und die Verstümmelung von "Imagine". Sicher wird es auch hier Freunde geben, die dieses Album feiern werden (warum auch immer). Für mich das erste Album 2006, dass Anwärter für die Trash-Alben 2006 sein wird.

Facts:

Label:
Ministry Of Sound

Mediatype:
CD-Album

Genre:
Pop / Wave / Minimal

Review-Datum:
09.03.2006

VÖ-Datum:
10.03.2006

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Autor:
Sandra

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Sandra hat bereits 326 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 3,5 Sterne. 2006-03-09 0 1

Tracklist:

01. Makrosoft Theme
02. Smells Like Teen Spirit
03. Das Modell
04. The Passenger
05. Black Hole Sun
06. I Will Survive
07. Should I Stay Or Should I Go
08. Stereo Also Playable Mono
09. Venus In Furs
10. Basket Case
11. London Calling
12. Losing My Religion
13. Enter Sandman
14. Erotic Rebirthing
15. Imagine
16. Makrosoft Score

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