Liquid Grey Grey Matter

Wer ist Mr. Grey? Einer großen Anzahl Musikbegeisterter wird der Norweger bisher vermutlich nicht bekannt sein. Sein Projekt Flowers of Romance dürften aber einige kennen, jetzt veröffentlicht Mr. Grey, der bereits mit Wayne Hussey (The Mission) zusammenarbeitete, das Debüt-Album seines Solo-Projektes Liquid Grey. Die Kollaboration legt den Schluss nahe, dass man bei Liquid Grey weniger Electro, als wahrscheinlich rockige Goth-Klänge erwarten darf.

Bereits die ersten 15 Sekunden des Openers „Everything that kills“ bestätigt diese Vermutung. Irgendwo zwischen Fields of the Nephilim, den Sisters, The Cult und The Garden of Delight gothrockt Mr. Grey sich durch die nebelverhangene Dunkelheit, wobei „rockt“ hier mit Einschränkungen zu versehen ist, da außer der E-Gitarre und dem Bass der Rest offenbar von Synthesizer und Drumcomputer erledigt wird, was dem Sound insgesamt doch eher abträglich ist. Mit Ausnahme des soliden Gitarrenspiels entpuppt sich „Grey Matter“ recht schnell als müdes, spannungsarmes Opus, dem es an Eigenständigkeit und vor allem an Biss fehlt, wobei der gewöhnungsbedürftige Gesang, der bei weitem nicht an seine offensichtlichen „Vorbilder“ heranreicht, sein übriges tut. Der „gothic spirit“ war beim Konstruktionsvorgang offenbar gerade abwesend. Trotzdem kann das Album mit ein paar soliden, treibenden Rocknummern punkten, großen Erinnerungswert haben sie allerdings nicht.

„Grey Matter“ ist ein hörbares Album, die Patina, die ein solcher Sound jedoch benötigt, um richtig zu wirken und Gänsehaut zu erzeugen, fehlt ihm aber. Mr. Grey mag ein Gothrocker mit Leib und Seele sein, als One-Man-Show kann er jedoch nicht die gewünschte und dem Ur-Sound so eigene Atmosphäre erzeugen. Eine nicht ganz leichte Aufgabe übrigens, weswegen Mr. Grey womöglich besser daran getan hätte, über den Tellerrand des Gothrock hinauszuschauen. So beraubt sich der Sound schließlich ein großes Stück seiner selbst und hat nicht wirklich viel zu bieten – außer astreines Gitarrenspiel. Und dafür gibt es zweieinhalb Punkte.

Facts:

Label:
Echozone

Mediatype:
CD-Album

Genre:
Gothic / Medieval / Darkwave

Review-Datum:
23.09.2012

VÖ-Datum:
21.10.2011

Leserwertungen:
3

Bewertung:
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Autor:
Susanne

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Susanne hat bereits 348 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne.Das Fazit von Susanne zu diesem Review lautet: Müder Goth-Rock, dem es die alten Heroen vorzuziehen gilt. 2012-09-23 3 1,7

Tracklist:

01. Everything That Kills
02. I Never Smile
03. Red
04. In Black
05. Low
06. Part Of Everything
07. Fire
08. You
09. Darkened Skies
10. Lines
11. From Dusk To Dawn
12. No Time
13. The Lost Son

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