• Image
22.02.2008
Metamorphine
Ein einsamer Wald, darin ein seit Jahrhunderten vergessenes Haus – welches die Tücken der ...

Leandra Isomorphine

Es gibt ja magische Momente. Positive und negative. Der Moment, als ich das vorliegende Werk im Digipack aus dem Briefkasten nahm und auspackte war ein solcher Moment – sowohl positiv als auch negativ. Überraschung, Schock, Zweifel, Unglaube, Resignation und Scham (denn es waren andere Personen zugegen, die grinsend beobachteten) – ja, selten hatte ich so sehr das Gefühl „Hallo, CD, du bist hier falsch“. Willkommen also bei Leandra und ihrem Zweitwerk ‚Isomorphine‘.

Anfangs Grunge, dann Teil der Band Pounding Dead Heart, später bei Jesus on Extasy und jetzt Solo unterwegs – seit über 10 Jahren ist die gebürtige Weissrussin musikalisch öffentlich und haut live schon mal in die Tasten bei Apoptygma Berzerk, Diary of Dreams oder Santiano. Und bei dem ganzen Namedropping muss die Dame auch noch sehr sympathisch sein: anders kann man sich nicht erklären, dass die Gästeliste des Albums sich wie ein kleines Elektro/Wave-Stadl liest, wenn die Letzte Instanz und 18 Summers auch noch an Bord sind. Also spüle ich alle Zweifel ob der Optik hinfort (Trust hatte ja mit der Königskrabbe unter den schlechten Covern das großartige Debut ‚Trst‘ herausgebracht), ich vergesse auch, dass die Bilder im Booklet und insbesondere das Partygirl in Trümmern mit Fluppe und pinkem Kleid meine Angst deutlich erhöhen. Nein, auch die Texte der Marke Selbstoffenbarung, wie man sie im Zeitalter des Internet inflationsartig auf jedem dritten Profil irgendwelcher Communities findet sollen mich nicht schrecken: so viele Namen können nicht irren! So viele Namen können aber ein Faible für weichgespülten Pop/Wave fern fern fern feeeeeeern von schwarzer Musik haben (was nicht schlimm ist, nur erwähnenswert). Oder sie wollen eine bestimmt wirklich nette Dame nicht vor den Kopf stoßen und ihr sagen, dass es solche elektronische Musik als Duzendware gibt. Jedes Element der Songs kommt mir bekannt vor, die saubere Produktion rückt jede Standart-Wendung gut ins Licht und ‚Isomorphine‘ plätschert nett und zahnlos vor sich hin.

In meinen Ohren durchaus vergleichbar mit der Rückkehr von 18 Summers und damit eventuell auch für die gleiche Zielgruppe lohnend – also nicht für mich. Nett, netter, Leandra. Tut mir leid.

Facts:

Label:
Drakkar (Sony Music)

Mediatype:
CD

Genre:
Pop / Wave / Minimal

Review-Datum:
12.01.2014

VÖ-Datum:
29.11.2013

Leserwertungen:
5

Bewertung:
Rating Image

Leserwertung:
Rating Image

Autor:
Horrschd

Bewerte diesen Tonträger:

Autor:

Horrschd hat bereits 635 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 3,5 Sterne.Das Fazit von Horrschd zu diesem Review lautet: Weichgespülter Allerweltspop/wave 2014-01-12 5 1,7

Tracklist:

01. The Narcissist Song
02. Grace
03. Wake Up Call (lestrange's Handmade Mix)
04. Matter Of Time
05. Undecided
06. Calling (feat. Stephan L. Groth)
07. I Know
08. Over-it (feat. Dorian Deveraux)
09. Revenge
10. Wake Up Call
11. If You Follow
12. Please
13. Divergent Mirrors Of Decay
14. Caling (drp Remix Feat. Felix Flaucher)

Weitere Reviews vom Label Drakkar (Sony Music):

29.11.2013 Leandra - Isomorphine
27.05.2011 Omega Lithium - Kinetik

(c) Medienkonverter Online - Alle Rechte vorbehalten Vervielfaeltigung nur mit Genehmigung.
Alle Angaben erfolgen ohne Gewaehr. Page Impressions diese Seite: 1.512 Statistiken
Impressum