Kromlek Finis Terræ

Kromlek stammen aus hiesigen Gefilden und wollen mit ihrem "Pagan Metal" neue Freunde und Fans gewinnen. Da das Hörerlebnis aber ein ganz Besonderes ist will ich auch versuchen, die Mühe, die eindeutig in das Album investiert wurde zu honorieren. So könnte deswegen das erste Treffen im Studio für die Aufnahmen zum Album "Finis Terræ" gelaufen sein:

mr alphavarg (Gesang) = A
NhéVanN (Gitarre) = G1
Foradh (Gitarre) = G2
HrisDólgr (Keyboard) = K
SgrA (Schlagzeug) = S
T'Bog (Bass) = B

A: So, schön dass ihr alle die Zeit gefunden habt. Nun wollen wir es also angehen und unsere dritte Platte mal etwas größer aufziehen.
K: Ich hab da super Ideen für ein paar Keyboardparts.
A: Schonmal super, aber lasst uns mal überlegen, was wir alles draufpacken wollen. Ich würd ja gerne mal meine Erfahrungen aus den Volkshochschulkursen "Schwedisch", "Arabisch", "Latein" und "Sanskrit" ausnutzen und nicht nur standartmäßig auf Deutsch oder Englisch setzen. Was sagt ihr.
B: Mach was du willst, fällt doch eh nicht auf, weil du wieder nur die ganze Zeit fauchst oder grunzt. Aber meinen Segen haste. Ich mach bei allem mit.
K: Ich auch, ich hab für alle Eventualitäten schon das richtige Keyboardspiel trainiert.
A: Jaja, dann is das schonmal beschlossene Sache. Und ich fauche nunmal zu gerne und kann einfach net klar singen. Müssen wir eben mit leben, Wie schauts bei euch beiden aus – welchen Stil wollen wir dieses Mal vermehrt einsetzen?
G1: Power Metal !
G2: Melodic Metal !
K: Keyboard !
A: Gut, das passt – dann musst du (an S) halt ein wenig mehr Druck aufbauen – wir machen ja eigentlich mehr so harten Urban Pagan Metal.
B: Wer hat sich das urban eigentlich ausgesucht?
A: Na ich – dann sparen wir uns kacke Retro-Klamotten und fiese Pickel durch Schminke auf den Bookletbildern und können einfach alles spielen, solange epische Keyboards auftauchen.
K: Mein Einsatz?
A: Ne, noch nicht, aber halt dich bereit! So, dann zählen wir mal die Melodieideen für das Album.... (zählt) ok, ungefähr 127 Melodien, 35 Gitarrensoli.... (rechnet). Ich sag mal grob in einer Stunde könnten wir das abarbeiten – wäre das ok?
K: Du hast nichts von den unlaublichen Keyboardwänden gesagt.
B: Der nu wieder.
A: Jo, ganz ruhig – ihr werdet alle was zu tun haben. Also legen wir los und (an G1 und G2) bitte immer erst 1 Minute spielen bevor ihr ein Soli einbaut, sonst hält uns jeder für 80er Haarspraymetaller.... und nun legt los.
[der Raum ist von Keyboardklängen erfüllt]
A: (an alle außer K, der heftig in die Tasten haut) Ok, er spielt nun die nächsten Stunden vor sich hin – macht ihr einfach den Rest und wir mischen ihn etwas leiser unter den ganzen Kladderabatsch, dann wird ein Schuh draus.

Jo, so könnte es gelaufen sein. "Finis Terræ" vielschichtig und abwechlungsreich zu nennen wäre etwas untertrieben. Auf 60 Minuten Spielzeit verteilt finden sich Parts aus den Metal- Richtungen Power, Melodic, Death, Black, Industrial und Thrash. Durch den nicht gerade dezenten Einsatz der Keyboards könnte man die Grundmarschrichtung Pagan noch erahnen. Der fiese Fauchgesang und die Growls wirken leider manchmal zu aufgesetzt – wenn die komplette Instrumentierung nach Blümchenwiese und Fröhlichkeit klingt will ein Satansbraten nicht wirklich passen. Hier dann auch einer der beiden Hauptkritikpunkte am Album. Eigentlich sind die Bayern total nett drauf und können nur nette Melodien komponieren – warum dann aber einen auf evil machen? Die andere Sache trifft die Fülle an Material und Stilmitteleinsatz: "Finis Terræ" ist so vollgepackt mit unterschiedlichen Elementen, dass der Hörer nur mit Mühe die Band (oder den Kern ihres Schaffens) finden kann. Eine Hin- und Hergerissenheit beschreibt das Hörerlebnis und man fühlt sich wie in einem Wechselbad aus "Jau, der Part fetzt" und "War das jetzt nötig? / Oh, wie kitschig". Denn natürlich bleibt bei einer solchen Fülle nicht aus, dass einige Parts echte Gurken sind oder das Kitsch- und Standartbarometer ausschlagen lassen.

Warm werden kann ich mit Kromlek wohl nicht. Ich mag es lieber, wenn eine Band eine klarere Linie präsentiert. Aber die 6 Herren ziehen ihr Ding auf einem hohen Niveau durch und sicherlich können experimentierfreudige Metalheads ihre wahre Freude an so vielen unterschiedlichen Elemenen haben. Ich drücke die Daumen für die Zukunft!.

Facts:

Label:
Trollzorn

Mediatype:
CD

Genre:
Rock / Metal / Punk

Review-Datum:
16.10.2011

VÖ-Datum:
08.04.2011

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Autor:
Horrschd

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Horrschd hat bereits 644 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 3,5 Sterne.Das Fazit von Horrschd zu diesem Review lautet: Eigentümlich aber nicht schlecht! 2011-10-16 0 2,5

Tracklist:

01. Iron Age Prelude
02. Nekropolis' Fall
03. Angrlióð
04. The Cocoon
05. Mantikor
06. Manjushri Aus Mir
07. Moritvrvs Immortalis
08. Ad Rvbiconem
09. Bastin
10. Creatin‘s Crowning Glory
11. Metropolitan Roots
12. Egophaneia
13. Finnis Terræ

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