KMFDM Kunst

Mit deutschen Sprichwörtern ist das ja so eine Sache. „Alte Liebe rostet nicht“ zum Beispiel. Meine Liebe zu KMFDM war zugegebenermaßen zwischenzeitlich doch ein wenig eingerostet. Spätestens seit dem letzten Album „WTF?!“ ist sie aber erneut voll entflammt und so dominiert wieder die schiere Vorfreude, wenn eine neue KMFDM Scheibe ins Haus flattert.

Das neue Werk „Kunst“ erscheint am 1. März bei Dependent und beginnt mit dem typischen KMFDM-Opener. Der Titeltrack hat ordentlich Dampf, lebt von Zitaten eigener Songs, einem Dank an Brute und dem ewigen ultraheavy Beat. Den typischen KMFDM Zutaten eben. Ein guter, aber nicht überragender Song, dem mit „Ave Maria“ ein Song folgt, dem ich ein paar Durchläufe geben musste, bis er mich überzeugen konnte. Kurzzeitig keimte sie auf, die alte Angst enttäuscht zu werden. Zum Glück gibt es genug worauf man bauen kann. Traditionell kommt spätestens bei Track drei oder vier die erste Dampfwalze und so auch bei „Kunst“. „Quake“ bläst die Gehörgänge schön frei. Die treibenden „Next Big Thing“ oder „Pseudocide“ gehen recht einfach ins Ohr und schreien beide nach einem Live-Einsatz. „Pussy Riot“ steht dann stellvertretend für das Lieblingsthema Sascha Konietzko und seiner Crew – der freien Meinungsäußerung. Und ich erfreue mich immer wieder an dem Moment, wenn der Käpt´n seinen Song „Terror“ zitiert („I Try To Keep My Faith Alive – I Cannot Keep My Hate Inside“). Der zum Teil verfremdetet Gesang von Lucia sorgt wiederum dafür, dass ich mal wieder alle Remixe von „Animal“ (Front 242) rauskramen werde.
Ein weiterer Anspieltip ist „The Mess You Made“, das mich positiv an den KMFDM-Remix von Chemlabs „Electric Molecular“ erinnert. Hier verunsichert mich, dass die Presseinfo keinen Hinweis zu Gastsängern enthält. Den Abschluss bildet „I Heart You“, leider schon bekannt von der „Amnesia“ MCD.

Es ist halt wie immer im Leben. Auch bei einer Liebesbeziehung muss man investieren und bei Musik kann die Investition eben sein, die Songs wieder und wieder zu hören. Und wer ist schon richtig objektiv wenn es um Liebe geht? „Kunst“ ist ein abwechslungsreiches Album, das bei mir mehrere laute Durchläufe gebraucht hat. „WTF?!“ hat mit „Spectre“ und „Amnesia“ die stärkeren Songs, dafür ist „Kunst“ ausgeglichener.
Die für April und Mai angekündigte Europatour kann also kommen. Das nächste Album sowieso. Wäre „Liebe“ nicht mal ein netter Titel für ein KMFDM-Werk?

P.S.: Am 23.03.2013 findet eine Record-Release-Party mit DJ Drill im Rahmen der Deathrave-Party (Subland/Berlin) statt.

Facts:

Label:
Dependent

Mediatype:
CD

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
19.02.2013

VÖ-Datum:
01.03.2013

Leserwertungen:
5

Bewertung:
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Autor:
Minne

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Minne hat bereits 153 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4 Sterne.Das Fazit von Minne zu diesem Review lautet: "I Cannot Keep My Hate Inside" singt der Käpt´n erneut und kredenzt uns "Kunst". Danke. 2013-02-19 5 4,2

Tracklist:

01. Kunst
02. Ave Maria
03. Quake
04. Hello
05. Next Big Thing
06. Pussy Riot
07. Pseudocide
08. Animal Out
09. The Mess You Made
10. I(heart)not

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