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30.04.2012
Destin [Music For A Film By John Santerineross]
Neoklassischer Ambient auf Schicksalsuche

iNsCissorS Mnemosyne & The Structure Of Time

Die Beschäftigung Vincent Andelmoth's mit griechischer Mythologie liegt irgendwie ziemlich nah, stammt doch der Musiker hinter dem Projekt iNsCissorS aus ebenjenem Land, in dem die Spitze des Olymps bis in den Himmel ragt. Eben jener Mythologie entstammt Mnemosyne, Tochter des Uranos und der Gaia. Sie war Titanin und Göttin der Erinnerung. Mnemosyne verbrachte neun Nächte mit Göttervater Zeus und gebar ihm die neun Musen. iNsCissorS' Album "Mnemosyne & The Structure Of Time" beschäftigt sich aber nicht nur mit Mnemosyne, sondern auch mit der Unterwelt und der Beschaffenheit der Zeit. Schließlich liegt im Hades der gleichnamige Fluss Mnemosyne, der Allwissenheit mit sich führt.

iNsCissorS kreiert einen musikalisch sehr klassischen Entwurf seiner Beschreibung von Hades und Zeit. Streicher und Klavier sind die vorherrschenden Instrumente. Allerdings klingen diese wie aus weit entfernten Boxen oder als würde man die Musik in einer großen Halle hören. Vermutlich soll durch diesen Effekt der Eindruck des Wandelns in der Unterwelt verstärkt werden. iNsCissorS paart die klassische Ausrichtung seiner Musik mit industriellen Geräuschen, die immer wieder auftauchen und dem klassischen Ambiente etwas Rohes, Unheimliches und Verstörendes verleihen. Selbst mit Gesang wartet das Album auf, der von Angel W. Black beigesteuert wurde und ebenfalls leicht klassisch orientiert ist.

Es wird auch schön obskur, wenn man sich in "Interlude I - The Carnival Of Maggots" zu den gezupften Streichern und dem Bass der Tuba tanzende Maden vorstellt. Wir sind ja schließlich auf dem Weg in die Unterwelt. Kleiner, aber genialer Einfall. Die "Autumn Sonata - Silanus In Quieto Hortulo!" versinkt mit Cello und Cembalo in Melancholie. Langsam wandelt sich auch das musikalische Bild, das im Lauf des Albums düsterer und düsterer wird und die Klassik weiter in den Hintergrund treten lässt. So klingt "Inner Circle: The Core Simulacrum" eher nach Dark Ambient den nach Klassik. Das abschließende "Hecate's Garden & Mnemosyne's Lake" bekommt dagegen durch Trommeln und larmoyanten Gesang einen orientalischen Klang. Wir sind am Ziel unserer Reise, der Unterwelt.

iNsCissorS verbindet Soundtrack, Klassik, Ambient und Industrial zu einer sehr ansprechenden Musik, die einen gewissen Hang zu Ruhe und Dunkelheit hat. Bezaubernd, teilweise leicht befremdlich und doch so vertraut.

Facts:

Label:
Zoharum

Mediatype:
CD-Album

Genre:
Ambient / Classical / Folk

Review-Datum:
09.10.2014

VÖ-Datum:
21.09.2011

Leserwertungen:
1

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Autor:
Veit

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Veit hat bereits 944 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne.Das Fazit von Veit zu diesem Review lautet: Klassik und Ambient verschmelzen zu mythologischen Soundtrack 2014-10-09 1 3,3

Tracklist:

01. Entrance - The Advent
02. Entering The Structure's Hallway
03. Interlude I - The Carnival Of Maggots
04. Autumn Sonata - Silanus In Quieto Hortulo (reprise Mmxi)
05.outer Circle: Ins Haus Der Hölle
06. Regina Tacita [regium In Umbra]
07. Interlude Ii - The Waltz And Procession Of A Depraved Race
08. Inner Circle: The Core Simulacrum
09. The Synopsis Of Pressure
10. Hecate's Garden & Mnemosyne's Lake

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