In Strict Confidence Exile Paradise

Die EP "Where The Sun And The Moon Unite" warf bereits starke Schatten voraus. Sie zeigte deutlich, in welcher Richtung sich das neue Album von In Strict Confidence entwickeln würde. Zum einen etablierte sie Antje Schulz, deren Stimme schon Chandeen ein himmlisches Antlitz verliehen hatte, als festen Bestandteil des ISC-Kosmos. Zum anderen zeigte "Where The Sun And The Moon Unite", dass ISC es wieder einmal geschafft haben, ihren Sound in die nächste Generation zu heben. Das neue Album "Exile Paradise" führt genau das fort. Poppig, ohne wirklich poppig zu sein. Hart, ohne wirklich hart zu sein. Oder anders gesagt: Irgendwo zwischen Synthie Pop und EBM pendelnd haben sich ISC ihre eigene Nische geschaffen. Am beeindruckendsten ist jedoch der Wiedererkennungseffekt, denn egal ob alte oder neue Alben, ISC erkennt man sofort und das nicht nur aufgrund des typisch tiefen Sprechgesangs von Dennis Osertmann.

Ebenso beeindruckend ist die Tatsache, dass sich der Sound von ISC zwar stetig weiterentwickelt hat, ab nie grundlegenden Umstrukturierungen und Änderungen unterworfen war. Und das, und nun das letzte Verwunderliche, ohne je Langeweile oder Überdruss zu verbreiten, ganz im Gegenteil, denn "Exile Paradise" nimmt von der ersten Minute an gefangen. Man wird von Melodien umwoben, niedergeworfen von Dennis Osertmanns Kälte und aufgefangen von Antje Schulz' Wärme. Ohrwürmer, Tanzbares bzw. die Kombination von beiden und die diesmal sehr viel Platz einnehmenden, langsameren Kompositionen reihen sich aneinander und entwerfen ein melancholisches, eisiges und zugleich flammendes Paradies. Das fängt schon beim Intro "The Harder They Come..." an, dem Sina Hübner von Psychobitch ihre Stimme geliehen hat. Das folgende "Promised Land" ist ganz klar einer der vielen Höhepunkte, da es die perfekte Symbiose von Härte und Harmonie vollzieht. "Forbidden Fruit" klingt dagegen ganz nach den 'alten' ISC mit der typisch dunklen Melancholie und dem düsteren Gesang.

Noch dunkler leuchten aber die langsamen Sterne auf "Exile Paradise". "Wintermoon" oder das herrlich schwermütige und mit 80er-Synthie-Elementen angereicherte "Manchmal redest du im Schlaf" kann man gar nicht oft genug hören. Richtig episch mutet "In Favilla" an, das sehr langsam mit Chören beginnt und dann später zu einem gitarren-durchsetzten Koloss anwächst. Der letzte Song "Something To Remember" sticht etwas aus dem Album heraus. Nicht nur, weil Antje Schulz hier ähnlich wie bei "Away From Here" den überwiegenden Gesangspart übernimmt, sondern weil es musikalisch ein wenig wie ein Abgesang auf Chandeen klingt. Das letzte Wort hat wieder Sina Hübner beim Outro "...The Harder They Fall.". Natürlich will man jetzt noch mehr. Wie gut, dass es das Album auch als Doppel-CD gibt, auch wenn die Zahl der zusätzlichen Songs auf CD2 etwas spärlich ausfällt. Wer dann immer noch nicht genug bekommt, der kann sich mit der auf 2000 Exemplare limitierten Version den Rest geben, der eine CD mit Video, Remix Kits und Wallpapers beiliegt. Na wenn das mal nicht reicht. Aber auch so ist "Exile Paradise" wieder einmal ein eindrucksvolles ISC-Album.

Facts:

Label:
Minuswelt

Mediatype:
Doppel-CD

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
26.05.2006

VÖ-Datum:
12.05.2006

Leserwertungen:
14

Bewertung:
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Autor:
Veit

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Veit hat bereits 944 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne.Das Fazit von Veit zu diesem Review lautet: "Exile Paradise" - wieder einmal ein eindrucksvolles ISC-Album. 2006-05-26 14 4,2

Tracklist:

Cd1:
01. The Harder They Come...
02. Promised Land
03. Forbidden Fruit
04. Fading Light
05. Wintermoon
06. Manchmal Redest Du Im Schlaf
07. Regicide
08. Der Teufel
09. Away From Here
10. In Favilla
11. Something To Remember
12. ...the Harder They Fall.

Cd2:
01. Samael
02. A Single Touch
03. Blind Spot

Cd3 (cd-rom):
01. Videoclip "forbidden Fruit"
02. Remix Kits "promised Land" & Forbidden Fruit"
03. Instrumental Song "miss Your Voice"
04. Different Desktop Wallpapers
05. Link Section

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