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11.04.2005
Without a View of Things
Anfang der Neunziger konnte man fast davon ausgehen, daß Wave eine aussterbende Musikricht...

In Mitra Medusa Inri Kalte Farben

1992, eine Band gründet sich, spielt viele Konzerte, veröffentlicht 1996 eine erste CD und nun, 15 Jahre später rotiert ein neues Album in meinem CD-Player. Es handelt sich um die „Inris“, In Mitra Medusa Inri. Wem dieser Name nach all den Jahren noch kein Begriff ist, möchte ich die Band kurz vorstellen. Alle, die sich ein wenig in lateinischen, mythologischen und christlichen Gefilden auskennen, werden bei diesem Namen sicher etwas ins Stutzen geraten- zu recht. Dieser Phantasiename wird auf der Homepage genauer erklärt. Dort kann man sich auch wunderbar ein Bild über die bisherigen Veröffentlichungen machen. Klickt einfach auf http://www.inmitramedusainri.com. Das aus Mönchengladbach stammende Zwei-Mann-Projekt spielt eine sehr elektronische Variante des Dark Wave, versetzt mit echten Gitarren. Diese Musik mit einem Begriff zu bezeichnen ist recht schwer. Mit Gothic und Dark Wave ist man schon im richtigen Bereich. Auf der MySpace Seite (http://www.myspace.com/inmitramedusainri) werden folgende Bands als Einflüsse angegeben “The Cure, Echo and the Bunnyman, Joy Division, Clan of Xymox, New Order, Diary of Dreams”. Auch wenn die ersten Bands die Musiker selbst beeinflusst haben, so bleibt das aktuelle Ergebnis meiner Meinung nach davon unberührt. Clan Of Xymox und Diary Of Dreams hingegen sind schon gute Anhaltspunkte um die Musik zu beschreiben. Ich als Inri-Neuling kann nun nicht so viel über die Entwicklung der Band und der Musik sagen, doch die ersten Eindrücke sind folgendermaßen: Die Instrumentierung zwischen klassischen Sounds wie etwa einem Klavier oder die schon erwähnten Gitarren und den Beats und Elektroelementen bietet eine abwechslungsreiche Mischung. Der herbe und sonore männliche Gesang nimmt einen sofort gefangen. Manchmal eher düster und Melancholisch, dann wieder schnell und mitreißend wird man durch verschiedene Gefühlslagen geführt.

Auf dem gerade erschienen Album „Kalte Farben“ erwarten den Hörer zehn Songs plus einem unveröffentlichten Bonustrack aus dem Jahre 1998. Die Eröffnung des Albums geschieht durch den Track „Nimm die Lügen von mir“, welches einem durch seine seichten Klavierklänge auch sogleich entführt in eine wave-romantik Welt zwischen Synthies und der Stimme des Sängers. Einziger Wermutstropfen könnte der Text sein, der mir teilweise sehr kitschig erscheint. Beim zweiten Stück erwartet einen englischer Gesang zu langsam anschwellenden bis hin zu schnellen bis Hymnischen Passagen. Dieser schneller werdende Trend setzt sich auch im folgenden Stück fort, welches mit einem klaren, treibenden Beat unterlegt ist bis dann im vierten Stück die Geschwindigkeit wieder rausgenommen wird. Der Beat ist schleppend, der Gesang verloren in einer anderen Welt. Was diese CD und deren Stücke so schwer zu beschreiben macht ist die Vielfalt der Songstrukturen. Auf den ersten Blick bildet Track vier einen Tempobruch im Gefüge der ersten Stücke aber dann findet auch dieses Lied eine gewisse Geschwindigkeit, ohne dabei jedoch die ureigene Melancholie zu verlieren. Neben einem Stück zelebrierter Traurigkeit bieten die Inris wieder verspieltere und schnellere Töne im fünften Stück um anschließend wieder ruhigere Töne anzuschlagen. In der Ruhe liegt die Kraft eines sehr atmosphärischen „One last time“. Zum Ende hin darf dann ruhig wieder etwas mit geschunkelt bis getanzt werden. Melodien schrauben sich ineinander, Beats kommen schnarrend daher, verhaltene Chöre im Hintergrund lassen manche Songs himmelsgleich erscheinen. Und mit „Say goodbye“ verabschieden sich die beiden Musiker, ruhig und getragen und das wäre auch fast ein perfekter Abschluss für das Album gewesen, wenn da nicht der Bonustrack wäre. „Sag mir wo die Blumen sind“, eines der schönsten und bekanntesten Anti-Kriegs-Lieder, von vielen bekannten Künstlern interpretiert, ist meiner Meinung nach ziemlich schlecht umgesetzt. Der Gesang ist wackelig und es wird keine Stimmung erzeugt.

In Mitra Medusa Inri bieten eine „bunte“ Mischung aus melancholischer bis schneller elektronischer Musik, versetzt mit bekannten klassischen Instrumenten. Vergleiche mit Diary Of Dreams oder Diorama sind durchaus angebracht. Die Qualität der Songs ist sehr gut, die Produktion astrein. Das Album ist sehr Abwechslungsreich und nimmt einen mit auf eine Reise zwischen lachen und weinen. Das Booklet und Artwork sind sehr liebevoll und ansprechend gestaltet. Und nun noch ein wirklich lohnenswerter Bonus: in der Mitte vom Booklet ist ein Kreuzworträtsel. Wer sich ein wenig in der Bandgeschichte auskennt und das Rätsel mit richtigem Lösungswort einsendet, kann einen Abend mit der Band gewinnen. Aber Achtung, Einsendeschluss ist der 30.6.07. Also liebe Fans, schnell in den Laden, CD kaufen, Rätsel lösen und den Abend gewinnen!

Facts:

Label:
Apollyon

Mediatype:
CD-Album

Genre:
Gothic / Medieval / Darkwave

Review-Datum:
09.05.2007

VÖ-Datum:
13.04.2007

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Autor:
Slowpulseboy

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Slowpulseboy hat bereits 6 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne. 2007-05-09 0 3,3

Tracklist:

01. Nimm Die Lügen Von Mir
02. Why Can´t You Sing At Daylight
03. Keine Fragen
04. Come On
05. Nur Für Die Eine Minute
06. One Last Time
07. Komm Ins Licht
08. How Come I Can Tell You
09. An Ocean Calls You
10. Sag Mir Wo Die Blumen Sind

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