Illegal Trade Acid for the royal family

Viele Künstler legen sich ein Nebenprojekt zu, damit sie einen musikalischen Ausgleich zum Hauptprojekt haben. Demnach müssten Natasha und Alexey, die sich ansonsten mit ihrem, Hauptprojekt Ambassador21 austoben, wohl eher etwas sanftere Töne anschlagen, aber das haben sie bei ihrem ersten Nebenprojekt Suicide Inside nicht gemacht und tun das beim neuen Ableger erst recht nicht.

Unter dem Namen Illegal Trade drehen die beiden mit ihrem Debüt auf Hands wieder so richtig auf und das nicht zu knapp. Acid for the royal family, so der Titel, ist wie ein Rausch, wie ein Traum, nach dem man schweißgebadet aufwacht und sich zwar an die Intensität, aber nicht mehr an die Einzelheiten erinnern kann und sich eigentlich nur noch wünscht, dass das Herzrasen aufhört. Sämtliche Tracks verbinden Hardcore-Elektronik mit Noise, Techno mit Lärm und Krach mit Industrial und alles findet sich zu einem Dauerfeuer von Rhythmus und Melodie zusammen. Ja, Melodie gibt es auch, kurze Sequenzen, meistens reduziert, genauso wie die eingestreuten Sprachsamples. Beim ersten Hören entsteht der Eindruck, dass man es vielleicht mit einer retro-orientierten Scheibe zu tun haben könnte, denn vieles scheint bekannt zu klingen, aber bei intensiveren Hören fällt auf, dass es sich keineswegs um stumpfe, zusammengebastelte Nostalgie handelt, sondern um sorgsam arrangierte Rhythmus-, Sample- und vor allen Dingen Geschwindigkeitsorgien. Man könnte jetzt viel in den Sound von Illegal Trade interpretieren, sämtliche Grundstrukturen auseinandernehmen, analysieren und dann darüber philosophieren, aber wer möchte das schon und tut das überhaupt Not? Nein, denn Acid for the royal family weiß auch ohne Seelenstriptease zu überzeugen.

Neben Ambassador21 und Suicide Inside hat nun auch ein drittes Projekt das Licht der Welt entdeckt und auch hiermit überzeugen Natasha und Alexey. Acid for the royal family sollte, wie auch alles andere aus dem Hause Ambassador21, mit der richtigen Lautstärke genossen werden. Einen besonderen Bonus gibt es auch noch für die geniale Einbringung von Nirvanas Überhit smells like teen spirit – das macht einfach nur Spaß.

Facts:

Label:
Hands

Mediatype:
CD

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
21.04.2015

VÖ-Datum:
19.03.2015

Leserwertungen:
1

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Autor:
Andy

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Andy hat bereits 129 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne.Das Fazit von Andy zu diesem Review lautet: Ein Soundinferno aus dem es kein Entrinnen gibt. 2015-04-21 1 3,3

Tracklist:

01. Olga Is Dead
02. Acid For The Royal Family
03. Lucky Junkies
04. Go Home
05. Space Hunter
06. Cold Cash War
07. Ripping Reality
08. Zoom
09. Stalker

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