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09.11.2010
Nostril
Ein Album so energiegeladen, dass es die Umgebung ionisiert.

Igorrr Hallelujah

Hallelujah ist nicht nur das zweite Album von Igorrr auf Ad Noiseam, sondern gleichzeitig auch die Verwirklichung einer Idee, die dem Franzosen Gautier Serre schon seit Jahren im Kopf rumspukte.

Dass Igorr nicht gerade zimperlich mit den Gehörgängen der Zuhörer umgeht, dürfte allgemein bekannt sein, aber was hier auf Hallelujah zum Vorschein kommt ist geradezu unglaublich. Gefühlt hunderte von verschiedenen Musikstilen prasseln auf den Hörer ein und sorgen im ersten Moment für einen völlig verstörten Blick, denn tiefstes Gröhlen im feinsten Deathmetalstil trifft auf Spinettklänge und Streicher, glasklarer klassischer Gesang wird mit Breakcore in ein Zimmer gespeert und erst wieder rausgelassen, wenn sich die beiden vertragen und wo wir gerade bei dem Thema sind: Unsere Eltern würden sicherlich daran zweifeln, dass das noch Musik ist. Ist es das denn überhaupt ? Scheinbar völlig unkoordiniertes Ineinandermischen von verschiedenster Musik so vollkommen ohne Sinn und Verstand ? Ja, ist es, denn das Wort „scheinbar“ ist hier ausschlaggebend.
Zugegeben: Hallelujah ist schwere Kost und alles andere als eingängig, zunächst zumindest, aber interessant ist es doch herauszuhören, wie Igorrr es schafft, sämtliche verwendete Stile miteinander zu verbinden und wie sie dann eben doch irgendwie zueinander finden. Neben völlig verstörenden und auf den ersten Blick gar nicht passen wollende Tracks hat Hallelujah aber auch definitive Höhepunkte, wo die beiden ersten Songs zu zählen. Klassische Musik gepaart mit heftigen Breaks, Cuts und absurden Effekten, aber immer irgendwie passend und genial in die bestehende Musik verwoben, das ist ganz große Kunst. Bei jedem Track hat Igorrr mindestens zwei Gäste mit ins Boot geholt, die sich um die Vocals oder zusätzliche Instrumente gekümmert haben und sogar das eigene Haustier, ein Huhn, hat an Hallelujah mitgwirkt.

Die konsequente Mischung verschiedenster Stile ohne Rücksicht auf übliche Hörgewohnheiten kommt bestimmt nicht bei jedem Hörer an und soll es wahrscheinlich auch gar nicht, aber diejenigen, die Hallelujah zulassen und sich darauf einlassen, erleben einen wahren Rausch der Sinne.

Facts:

Label:
Ad Noiseam

Mediatype:
CD

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
09.04.2013

VÖ-Datum:
21.12.2012

Leserwertungen:
3

Bewertung:
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Leserwertung:
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Autor:
Andy

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Andy hat bereits 129 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne.Das Fazit von Andy zu diesem Review lautet: Vielleicht sogar mehr Kunst als Musik und gerade deswegen besonders empehlenswert. 2013-04-09 3 3,3

Tracklist:

01. Tout Petit Moineau
02. Damaged Wig
03. Absolute Psalm
04. Cicadidae
05. Vegetable Soup
06. Lullaby For A Fat Jellyfish
07. Grosse Barbe
08. Corpus Tristis
09. Scarlatti 2.0
10. Toothpaste
11. Infinite Loop

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