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31.05.2013
Zyanidanger
Mit Schwermut erfüllte Ode an die Alchemie

Hermann Kopp Under A Demon's Mask

Schon in den 70ern begann Hermann Kopp, sein Geigenspiel mit einem Synthesizer zu kombinieren. Nach ersten Soloarbeiten wurde er in den 80ern Mitglied der Band Keine Ahnung. Nach der Auflösung der Band arbeitete Hermann Kopp an dem Soundtrack für den Film "Nekromantik" des Regisseurs Jörg Buttgereit, gefolgt von weiteren Arbeiten für die Filme "Nekromatik 2" und "Todesking". Anfang der 90er verließ er Deutschland und lebt seitdem in verschiedenen europäischen Ländern. Nun endlich gibt Hermann Kopp erneut seine außergewöhnlichen Moritaten zum Besten und veröffentlicht auf Galakthorrö ein neues Album namens "Under A Demon's Mask".

Neben verschiedenen Instrumenten bildet die Verbindung von Geigenspiel und Elektronik immer noch das zentrale Element von Hermann Kopps Musik. Er hat auch das Gefühl für surreale Texte behalten, die man in einigen Songs und vor allem im Booklet bestaunen kann. Der Begriff surreal bezeichnet auch seine Musik ziemlich treffend, denn was Hermann Kopp für Töne aus seiner E-Geige zaubert, ist schaurig, schmerzhaft und schön zugleich. Er geht bisweilen so dissonant und disharmonisch zu Werke, dass es einem durch Mark und Bein fährt, aber eben auch melodisch und einlullend. Doch dieses Umgarnen ist gefährlich, denn Hermann Kopp treibt ein böses Spiel. Passt man nicht auf, wird man von seinem Geigenbogen im Geiste filetiert und verfällt der kratzend merkwürdigen Sinfonie.

Die Songs sind minimalistisch gehalten, ohne aber Dichte einzubüßen. Selbst im Minimalismus führt Hermann Kopp noch in die Irre und täuscht vereinzelt Dilettantismus vor. Doch dadurch entsteht erst dieser gewisse Gruselfaktor, das Unkontrollierbare, das dieses Opus in ein schaurig-abstraktes Kammerstück verwandelt. Hermann Kopp hat einen ganz eigenen Weg gefunden, seiner Musik Ausdruck zu verleihen. Etwas Derartiges durfte man in dieser Form noch nicht hören. "Under A Demon's Mask" ist deshalb eine dieser Veröffentlichungen, die eigentlich nicht uneingeschränkt empfohlen werden können, da sie zu absonderlich und zu speziell sind. Andererseits sollte genau das der Grund für eine Empfehlung sein. Also öffnet Eure Ohren und Herzen für des verrückten Geigers Spiel.

Facts:

Label:
Galakthorrö

Mediatype:
CD-Album

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
25.09.2008

VÖ-Datum:
24.09.2008

Leserwertungen:
1

Bewertung:
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Autor:
Veit

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Veit hat bereits 944 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne. 2008-09-25 1 4,2

Tracklist:

01. Manichini Coloniali
02. Ex-voto
03. Locus Solus
04. Strahlungen
05. The Great Automaton
06. Frauen Verschwinden
07. From Germany With Love
08. Eroica
09. Bandaged Head
10. The 120 Days Of Sodom
11. Devil In Disguise
12. Triptychon
13. O Haupt Voll Blut Und Wunden

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