Freeze Etch Vessels

Adam Duckworth alias Freeze Etch macht schon seit einigen Jahren Musik. 2003 erschien seine erste EP "Helios" bei Immanence und vor kurzem war er auf dem "Emerging Organsisms"-Sampler von Tympanik Audio vertreten. Mit "Vessels" erscheint nun sein erstes Album und das wiederum auf einem anderen Label, nämlich bei Force Of Nature.
Die Frage, warum es seit 2003 keinen weiteren Output von Freeze Etch gab, beantwortet sich durch die lange Entstehungszeit von "Vessels", das sage und schreibe vier Jahre in Anspruch genommen hat. Somit ist es natürlich spannend zu erfahren, was in dieser langen Zeit entstanden ist.

"Vessels" startet mit "Another Moving Vessel" sehr sanft und fast verträumt. Helle, leicht melancholische Töne umflirren einander, unterlegt mit langsameren, tieferen Klängen. Doch dieser freundliche Ton verschwindet bei "Deadly" sofort, das zwielichtig und durch den Beat massiv wirkt. Aber auch das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, denn mit "Aneurysms" verteilt Freeze Etch regelrecht Ohrfeigen. Disharmonisch, quietschend und scheppernd. Der Song wirkt ein wenig deplatziert, zumal das folgende "Soarover" wieder einigermaßen in geordneten Bahnen läuft, auch wenn sich ein paar Rhythmen mittendrin als Querschläger entpuppen. Sie werden später einfach vom Beat überrollt.

Nach dem kurzen Ambient-Track "Extraneous" folgt ein wahrer Geniestreich. In einer düsteren Klangkulisse lässt Freeze Etch Stimmen und Schreie erklingen, die sich zu einem Chor vereinen, was fast nach einem schamanischen Gesang der Neuzeit klingt. Gespenstisch. Dieses Niveau erreicht er zwar bei keinem der noch folgenden Songs, kann aber mit durchdringender Atmosphäre und sattem Sound überzeugen, vor allem bei "Slight Rite".
Freeze Etch spielt abwechselnd in der Electro- und der Ambient-Liga und kann sich anscheinend für keine der beiden Seiten entscheiden. Das ist auch gut so, denn aus diesem Spannungsfeld bezieht "Vessels" seine Energie. Nach vier Jahren Arbeit ist "Vessels" also kein Meisterwerk geworden, aber ein durchaus fesselndes Album mit einigen sehr guten Ideen.

Facts:

Label:
Force Of Nature Productions

Mediatype:
CD-Album

Genre:
Electronic / Industrial / Noise

Review-Datum:
17.07.2008

VÖ-Datum:
01.02.2008

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Autor:
Veit

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Veit hat bereits 944 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne. 2008-07-17 0 3,3

Tracklist:

01. Another Moving Vessel
02. Deadly
03. Aneurysms
04. Soarover
05. Extraneous
06. Boundward
07. Vehicularism
08. The Standstill
09. Freight Memory
10. Slight Rite
11. Asunder

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01.02.2008 Freeze Etch - Vessels

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