Fate Creator Creator Of Fate

Yekatarinenburg galt bislang nicht als Metropole elektronischer Popmusik, doch die westlichste asiatische Großstadt Russlands hat scheinbar nicht nur eine hoch frequentierte Hochschullandschaft und boomende Industrie zu bieten, sondern auch eigenwillige Musik, die „Fate Creator“, so der Name der hier besprochenen Band, als „Post-Synthpop“ bezeichnen.

Beim ersten Hörkontakt fällt auf, dass in allen Songs hintergründig ein paar Gitarrenakkorde geklampft werden. Diese dienen nicht zur Melodieführung, sondern eher zum Anreichern des Soundspektrums um eine gewisse Tiefe. Von daher klingen die Postpopper keinesfalls „rockig“, obgleich sich Sänger Vladimir Polunin bemüht, die leicht hymnisch anmutenden Songs mit einer kratzigen Kehlkopfdominanz vorzutragen. Auf Dauer mutet dieses Vorhaben etwas gekünstelt an, sorgt aber immerhin für einen hohen Wiedererkennungswert.

Gleiches kann man von den einzelnen Liedern nicht behaupten. Gute Ideen sind unüberhörbar vorhanden: die organischen Soundeffekte in den Instrumentalpassagen, die in sehr kurzen Abständen einsetzenden Akkord- und Stimmungswechsel, die teils verzerrten Vocals und mit Abstrichen sogar die unprätentiösen Lyrics. Echte Highlights oder bleibende Eindrücke kristallisieren sich jedoch nicht heraus, zu ähnlich sind die einzelnen Soßen abgeschmeckt. Hier eine Prise Pfeffer mehr, dort ein paar beruhigende Kräuterpillen, so richtig zünden mag die Melange nicht.

Anspieltipps wären der getragene Ohrwurm „Silent Planet“, das minimalistische 80er-Jahre huldigende „Fallen Angel“ sowie die fette Ballade „Run!“. Wer es future-poppiger haben möchte, dürfte dagegen mit der ersten Albumhälfte und dem finalen Track „We Trust in You“ glücklicher werden. Man kann der sympathischen russischen Band nur wünschen, dass sie ihre kreativen Einflüsse noch stärker kanalisieren möge und ihrem charakteristischen, aber erklärungsbedürftigen „Post-Synthpop“ zwei bis drei echte Hits entwachsen. Denn nur so kann langfristig eine breitere Prä-, Peri- Post- oder was weiß ich- Synthpop Hörerschaft erschlossen werden.

Facts:

Label:
Scent Air Records

Mediatype:
CD-Album

Genre:
Pop / Wave / Minimal

Review-Datum:
09.05.2013

VÖ-Datum:
22.02.2013

Leserwertungen:
4

Bewertung:
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Autor:
Daniel V.

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Daniel V. hat bereits 106 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne.Das Fazit von Daniel V. zu diesem Review lautet: Post-Synthpop mit russischen Gitarren und guten Ideen 2013-05-09 4 2,5

Tracklist:

01. Creator Of Fate
02. Bitten
03. Dead Or Alive
04. Flight To Jupiter
05. Forever Alone
06. Policy Of Truth (depeche Mode Cover)
07. My Enemy
08. Silent Planet
09. Fallen Angel
10. So Far So Good
11. Run!
12. Not Adventure
13. We Trust In You

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