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21.11.2007
North
Dank dieser CD, dem zweiten Album dieses Dark Ambient Projekts aus deutschen Landen, weiß ...

False Mirror Derelict World

Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Was wäre, wenn die Kräfte der Natur irgendwann so stark wurden, dass sie alles menschliche Leben auf diesem Planeten ausgelöscht haben? Stürme und Flutkatastrophen beseitigten das Lebewesen, dass durch seine Ausbreitungssucht und Wirtschaftlichkeitsgier und der damit einhergehenden Industrialisierung das Klima so verändert hat, dass sich dieses irgendwann gegen ihn wendete. False Mirror geht auf seinem neuen und dritten Album der Frage nach, wie die sich diese Welt anfühlen könnte. Doch wie vertont man Trostlosigkeit, Zerstörung, und Einsamkeit? Tobias Hornberger zeigt es mit "Derelict World" auf eindrucksvolle Weise.

Ganz leichtes Schlagen, Trommeln und Gongs wirken wie das Klappern von Türen und Fenstern im Wind. Wasser tropft ungehindert und einsam vor sich hin. Flöten malen ein friedvolles aber trostloses Bild. False Mirror setzt auf Ruhe. Es geht nicht darum, den Schrecken der Zerstörung zu versinnbildlichen, sondern die nach der Katastrophe herrschende Einöde in all ihren Facetten zu beschreiben. Dafür nutzt Tobias Hornberger wieder einmal geschickt seinen Fundus an Feldaufnahmen, die beispielsweise von der Arabischen See, dem Atlantischen Ozean, dem Kloster Neresheim oder aus Tobias Hornbergers Heimatstadt Ulm stammen. Diese Feldaufnahmen sind derart geschickt in die Songs eingewoben, dass sie oft auf den ersten Blick gar nicht auffallen. Das Prasseln eines Regenmachers, das Rauschen des Windes oder das Plätschern von Wasser wirken zwar beruhigend, veranschaulichen aber in der vorherrschenden Einöde herrenlose und unkontrollierte Geräusche.

Der auf "Derelict World" zelebrierte Dark Ambient hat eine sehr idyllische Note, so als ob diese Welt ohne uns besser dran wäre. Ein Album, das in seiner malerischen Schönheit schon fast romantisierend wirkt. Ein absolutes Muss für jeden Ambient-Interessierten! In dem 20-seitgen Booklet mit seinem fantastischen Artwork von Steve Payne kann zudem eine Kurzgeschichte des Autors und Journalisten Bjørn Springorum nachgelesen werden ("Account Of The Dreadful Happenings"), welche die Entstehung einer bevölkerungslosen Welt aus der Sicht des letzten Überlebenden beleuchtet. Zudem ist im Booklet und auf der CD ein Rätsel versteckt, das zu einem Feature auf der Homepage von False Mirror führt.

Facts:

Label:
Malignant

Mediatype:
CD-Album

Genre:
Ambient / Classical / Folk

Review-Datum:
28.12.2010

VÖ-Datum:
08.10.2010

Leserwertungen:
2

Bewertung:
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Autor:
Veit

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Veit hat bereits 944 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4,5 Sterne.Das Fazit von Veit zu diesem Review lautet: Atmosphärischer Ambient in Endzeitstimmung 2010-12-28 2 4,2

Tracklist:

01. The Vent
02. Constant Descent
03. Wasteland
04. Landfall
05. Aftermath
06. Uncertain Shelter
07. A Sunken Dream
08. The Sea Of Oblivion / Untitled

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