Edenshade the Lesson betrayed

Drehen wir die Zeit für einige Monate zurück und beamen uns in den April des vergangenen Jahres. Damals erschien mit „the Lesson betrayed“ das zweite reguläre Album der italienischen Progressive Metal Band Edenshade. Wie? Das hast du nicht mitbekommen? Dann hast du wohl musikalisch viel richtig gemacht. Da es für Fehler aber nie zu spät ist, kommt hier meine musikalische Unwetterwarnung.

Zunächst glaubte ich, eine der unsäglichen Gothic-Metal Bands vor mir zu haben, später habe ich mir gewünscht, es wäre so. Aber da heut noch nicht Weihnachten ist, musste ich wohl in den sauren Apfel beißen. Was uns die Jungs hier bieten hat einfach alles…und nichts. Irgendwo zwischen Death-Metal, Pop-Rock, psychedelischem Einheitsbrei, kitschigen Keyboardmelodien, melodramatischen Gesang - die Liste könnte ich ewig fortsetzen. Nennen wir es progressiv, obwohl ich damit die ganze Progressive Metal Szene in Verruf bringe. Sorry!

Stimmlich pendelt Frontmann Lorenzo Morresi zwischen cleanen und grunzenden Lauten, wobei das zweite wahrlich zu bevorzugen ist. Nicht, dass das Gegrunze so toll wäre, nein, die normale Singstimme weiß wirklich auf Grund einer unglaublichen Belanglosigkeit auf die Nerven zu gehen. Ich würde sie mal als Durchschnitt vom Durchschnitt bezeichnen. Und was die vereinzelten italienischen Lyrics suchen, bleibt mir ein Rätsel, denn das die Jungs aus dem Land der Zitronen kommen steht auch hinten im Booklet. Vor allem mögen die cleanen Vocals überhaupt nicht zu den auf kompliziert gemachten und unnötig sperrigen Songstrukturen passen. Diese sind dermaßen vollgestopft und unausgegoren, dass man glaubt pro Song mindestens fünf zu hören. Jedoch wäre dies bei anderen Band ein Kompliment, bei Edenshade nicht, denn während die Einzelteile bei progressiven Könnern wie Opeth hintereinander ablaufen, legen Edenshade alles übereinander. Das belastet und strapaziert ungemein. Ein Song wie „Contemplate“ beginnt vielversprechend, heißt fassbar und überschaulich, driftet aber zu schnell wieder in das gewohnte Chaos ab. Immer schön schauen, dass der Zutatenstreuer auch zugedreht ist! Einprägenden Melodiestücke oder gar Songstrukturen vorhanden? Vergiss es! So schnell wie’s kommt, geht’s auch wieder. „As Water“ mag dem Death-Metal-Fan vielleicht noch gefallen, bis dahin werden es die Meisten aber wohl gar nicht schaffen. Ich muss zugeben, dass ich nicht getestet hab, ob es eventuell nach dem zehnten Durchlauf zum „Aha…jetzt hab ich es gecheckt und find es total knorke“ kommt. Aber mehr als dreimal konnte ich diese CD meinen Ohren nicht zumuten.

Ein Album zum weglegen. Braucht keiner! Die Musik ist endlich aus und ich bin raus…

Facts:

Label:
My Kingdom Music

Mediatype:
CD-Album

Genre:
Rock / Metal / Punk

Review-Datum:
14.05.2007

VÖ-Datum:
28.04.2006

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Autor:
Enrico

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Enrico hat bereits 224 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 4 Sterne. 2007-05-14 0 1

Tracklist:

01. Tmesis
02. That Blind
03. They
04. The Drop
05. The Lesson Betrayed
06. Contemplate
07. Trust In Me
08. As Water
09. Insect
10. Day Zero

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26.01.2009 Yumma-Re - Eden
16.01.2009 Last Warning - Throughout Time
28.04.2006 Edenshade - the Lesson betrayed
03.03.2006 Act Noir - Automatisme Psychique

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