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28.09.2012
Wetterkreuz
Schöne Texte treffen auf Standart Black Metal - enttäuschend

Eïs Bannstein

Es ist schon einige Zeit her, seitdem ich Eïs am 'Wetterkreuz' traf. Damals monierte ich vor allem die sterile, weit hinter der Qualität und mitreißenden Wirkung der Texte zurückfallende Musik der deutschen Herren. Dementsprechend muss ich zugeben, dass meine Erwartungen nicht die größten waren und ich bei den ersten Durchläufen eher nach Argumenten für mein Vorurteil suchte, dass auch 'Bannkreis' musikalisch wenig zu bieten hat. Es hat ich als reines Vorurteil herausgestellt, auch wenn Eïs die Qualitäten gut versteckt haben.

Zunächst findet sich nach Kinskis 2013er Einleitung zum Thema 'Wetterkreuz' wieder einmal ein gesprochenes Intro wieder gefolgt von schwarzmetallischer Wut mit stark skandinavischer Note. Mal rasend, meist mit angezogener Handbremse und begleitet von knarzig-heiserem Sprechgesang kann man eine Nähe zu den Labelkollegen Helrunar nicht leugnen und auch die ambitionierte Arbeit an anspruchsvollen Texten deckt sich mit diesem Vergleich. Auch bei Eïs kommt mir das Adjektiv 'spröde' in den Sinn. Man will nicht erobern, will nicht mitreißen. Die Musik bleibt unnahbar und kalt. Doch es hat sich etwas verändert:

Nicht nur die Texte sind wieder einmal sehr gelungen, nein, Eïs haben es auch geschafft, mit ihren nicht unbedingt idealen musikalischen Stilmitteln einige umwerfende Momente auf Band zu kloppen. Traf der Opener noch voll meine Vorurteile und klingt gut gespielt, hat aber zu wenig zu bieten, um wirklich aus der Flut der schwarzmetallischen Veröffentlichungen herauszustechen, so geht ab “Im Noktuarium” die Post ab. Immernoch kalt und spöde erschaffen die dennoch dramatischen Melodien mit vielen Wendungen einen Sog, der ideal ist, um am Ball zu bleiben und die unheimlich( gut)en Texte zu verfolgen. Die sind dankbarerweise trotz schwarzmetallischem Gesang sehr gut zu verstehen und transportieren wie auch die Musik mit einer gewissen unemotionalen Kälte ganz wundervolle Momente.

Eïs haben mich überzeugt. 'Bannstein' werde ich wohl noch öfters lauschen und froh sein, dass ich mich trotz meiner Vorbehalte noch einmal mit offenem Ohr an die Band heranwagte. Unbedingte Reinhorchempfehlung für alle Freunde walzendem Blackmetalls mit Hang zu anspruchsvollen Texten – bringt aber Zeit mit, denn das Album erobert nicht stürmisch.

Facts:

Label:
Lupus Lounge

Mediatype:
CD

Genre:
Rock / Metal / Punk

Review-Datum:
08.10.2015

VÖ-Datum:
02.10.2015

Leserwertungen:
2

Bewertung:
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Autor:
Horrschd

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Horrschd hat bereits 627 Reviews für den Medienkonverter verfasst und die Durschnittsbewertung beträgt 3,5 Sterne.Das Fazit von Horrschd zu diesem Review lautet: Für alle Freunde walzendem Blackmetalls mit Hang zu anspruchsvollen Texten 2015-10-08 2 4,2

Tracklist:

01. Ein Letztes Menetekel
02. Im Noktuarium
03. über Den Bannstein
04. Fern Von Jarichs Gärten
05. Im Schoß Der Welken Blätter

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07.04.2017 Valborg - Endstrand
02.10.2015 Eïs - Bannstein
02.05.2009 Geist - Galeere
02.05.2009 Helrunar - Grátr

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